Sepak Takraw : Warum nicht olympisch?

Der Elmshorner Fian Salleh (li.) schmettert den Ball übers Netz, Robert Dolezik schaut zu.
Der Elmshorner Fian Salleh (li.) schmettert den Ball übers Netz, Robert Dolezik schaut zu.

Dragons Cup begeistert Zuschauer in der Elmshorner Olympiahalle

shz.de von
03. Juli 2018, 16:00 Uhr

Ismail Salleh ist ein viel gefragter Mann in der Olympiahalle. Der Mann, der 2002 an der Elsa-Brändström-Schule in einer Arbeitsgemeinschaft (AG) Sepak Takraw in Elmshorn bekannt gemacht hat, hat während des Dragons Cups ein offenes Ohr für jeden, der an ihn herantritt. Das sind Neugierige, die in der Olympiahalle erstmals das schnelle und spektakuläre Rückschlagspiel aus Malaysia sich anschauen. Das sind die Spieler aus dem eigenen Verein Sukarela Sepak Takraw Elmshorn, die sich gern noch mal in der ein en oder anderen Sache vergewissern. Und das sind besonders aber die Gäste von der Universität Malaysias (UPM), die das Turnier auf ein ganz besonderes Niveau heben. Ein Niveau, bei dem die europäischen Teams immer noch nur Staunen können.

„Die Asiaten spielen in einer anderen Liga“, sagt etwa Robert Dolezik von den Elmshorner Drachen, deren zweite Mannschaft gleich im ersten Spiel von der UPM die Grenzen aufgezeigt bekommt und schließlich nur Zehnter wird. Dabei zählen die jungen Männer aus der Krückaustadt auf dem alten Kontinent zur Spitzenklasse. „Wir laden sie aber immer gern ein. Wir lernen von ihnen“, so Dolezik.

Lernen durften auch Schüler der Erich Kästner Gemeinschaftsschule (KGSE) und natürlich der EBS als Elmshorner Takraw-Geburtsstätte. Hier gaben die Malaysier in der Woche vor dem Dragons Cup jeweils einen Workshop. „Wir gehen in die Schulen, um dort Nachwuchs für unseren Sport zu finden“, sagt Ismail Salleh. Er hofft auf weitere Unterstützung durch die Stadt bei seinem Vorhaben.

So bescheiden die Anfänge und der Auftritt auch sind. Zu verstecken brauchen sich die Dragons weder sportlich, noch organisatorisch. „Der Dragons Cup ist mittlerweile das größte Turnier in Europa“, sagt Salleh selbstbewusst. Auf der Tribüne lassen die Seitfallzieher und Scherenschläge, mit denen der Kunststoffball über das 1,52 Meter hohe Netz gedroschen wird, niemanden kalt. Um dies hinzubekommen, gehen die Malayen beim Stretching schon mal in einen Spagat, der jedem Kunstturner zur Ehre gereicht. „Das müsste olympisch werden. Mehr Sport geht nicht“, schwärmt eine Zuschauerin, für die der Besuch eine Premiere ist.

Dolezik braucht nach der abschließenden Drei-Satz-Niederlage seines Teams gegen eine Berliner Mannschaft einige Minuten, um das genauso zu sehen. „Natürlich ärgert diese einen im ersten Moment“, sagt er, „aber das Turnier läuft gut. Das ist wichtig.“ Die Doppelbelastung von Spiel und Organisation geht eben nicht ohne Auswirkung an allen vorüber, doch Doleziks Kampfansage an die europäische Konkurrenz folgt auf dem Fuße: „Wir greifen bei anderen Turnieren wieder an.“

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