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Leichtathletik : Vorbild ist der Großvater, nicht der Papa

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der junge Leichtathletik Kevin Schmidt hofft auf den Durchbruch um Mehrkampf

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2014 | 16:06 Uhr

Wenn Kevin Schmidt am Wochenende in Frankfurt-Kalbach das Trikot der Leichtathletik-Gemeinschaft Elmshorn überstreift, übertrifft er die kühnsten Erwartungen seines gesamtes Umfelds. Nach zwei völlig verkorksten Jahren voller verletzungsbedingter Pausen und enormen Wachstumsproblemen hat sich der 17-jährige Horster Schüler erfolgreich an die Landesspitze im Fünf-, Sieben,- und Zehnkampf gekämpft. Die Belohnung dafür ist die Teilnahme an den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften im Siebenkampf (Altersklasse U 20). An dieser nimmt von der LGE auch Fünfkämpferin Lina Reumann (U 20) teil.

Dabei hätte Kevin Schmidt eigentlich Fußballer werden sollen. „Wenn es nach meinem Vater gegangen wäre, hätte ich Fußball spielen sollen – halt genauso wie mein Vater“, erzählt er. Es gab in der Familie aber eben auch noch andere sportliche Wurzeln. „Meine Oma hat mir in den letzten Jahren immer sehr viel von der Leichtathletik und meinem Großvater erzählt. Und das hat mich motiviert, seinerzeit in Horst mit dem Leichtathletik-Training zu beginnen.“

Und der Großvater ist in der Leichtathletik-Szene hinlänglich bekannt gewesen: Heinz Schmidt, Seniorensportler der LG Elmshorn, war jahrzehntelang eines der Aushängeschilder mit zahlreichen Erfolgen im Sprintbereich und im Weitsprung mit etlichen Meisterschaftsgewinnen auf Landesebene, in Deutschland und auf europäischer Bühne.

Kevin Schmidts Weg führte nach seinen Anfängen beim MTV Horst vor etlichen Jahren zur LG Elmshorn, wo er seit Anfang an von Richard Troper trainiert wird.

In den ersten Jahren überzeugte Kevin vornehmlich im Sprint und im Weitsprung. Doch gerade die vielen Auszeiten der jüngeren Vergangenheit haben ihn in Richtung Zehnkampf getrieben. „Die letzten Jahre habe ich vornehmlich viel Stabilisationstraining gemacht und habe viel im Kraftraum trainiert. Dadurch sind meine Kraftwerte explodiert und ich habe mich in allen drei Wurfdisziplinen extrem steigern können“, so der Bismarckschüler.

Mittlerweile gehört er in allen drei Wurfdisziplinen – Kugelstoßen, Diskus- und Speerwurf – zu den Besten im Land. Schrecken kann ihn das Mamutprogramm, das er im Sommer 2013 bei drei Wettkämpfen absolviert hat, nicht mehr. „Respekt habe ich im Zehnkampf vor dem Hochsprung und, wie fast jeder Zehnkämpfer, vor den 1500 Metern.“

Für seinen Start bei der Hallen-DM in Frankfurt trainiert Schmidt derzeit fünf Mal pro Woche: zwei Einheiten in der Halle sowie je eine auf dem Platz, im Wald und im Kraftraum.

Viel Zeit für weitere Freizeitaktivitäten bleibt dem Bismarckschüler kaum noch. Und auch in der Schule hat Schmidt klare Ziele formuliert: „Die Naturwissenschaften und Latein liegen mir besonders. Vielleicht kann ich Sport, Medizin und Physiotherapie eines Tages verbinden.“

Das schlaucht. Bei den Landesmeisterschaften der Männer vergangenes Wochenende gab der Zehnkämpfer zur Generalprobe eine denkbar unglückliche Figur gab. Sowohl im Stabhochsprung als auch in der Weitsprungkonkurrenz legte der Horster ausschließlich ungültige Versuche hin. Vor allem im Stabhochsprung war die Anfangshöhe von 3,40 Meter auch fast die Bestmarke (3,50 Meter), und so ist dieses Ausscheiden auch zu erklären. Über 60 Meter in 7,57 Sekunden und 200 Meter in 24,49 Sekunden kam Schmidt nicht in die Finalläufe.

In Sachen Leichtathletik nimmt sich Kevin Schmidt nicht allzu viel vor: „Ich möchte mich nicht allzu sehr unter Druck setzten. Ich gehe einfach raus und mach mein Ding. Aber natürlich will ich meine derzeitige Bestleistung überbieten und auch im Sommer in jedem Fall die Norm für die Freiluft-DM in Bernhausen erzielen und in den Mehrkampf-D-Kader aufgenommen werden, denn der Zehnkampf hat im Norden eine lange Tradition.“


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