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Fussball-Verbandsliga : Vom Heimspiel zum Auftritt in der Fremde

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Wie Kai Scheppmann den Druck vom Derby zwischen dem VfR Horst und Rot-Weiß Kiebitzreihe nehmen will

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2017 | 15:55 Uhr

Ort des Geschehens: Horst, Heisterender Chaussee 3d. Vor einem Monat noch wäre dies für Kai Scheppmann ein Heimspiel gewesen – als Trainer der B-Jugend des VfR Horst. Doch das ist Vergangenheit. Wenn der 44-Jährige am morgigen Sonnabend die Anlage betritt, ist er Gast. Im vierten Spiel betreut er dann den Fußball-Verbandsligisten Rot-Weiß Kiebitzreihe, der zum – wahrscheinlich vorerst letztem – Derby beim Nachbarn antritt.

Eine komische Situation, sicher. Aber auch eine, über die Scheppmann sich bei seinem Wechsel Gedanken gemacht hat und über die im Vorfeld sagt: „Ich freue mich, zurück zu kommen.“ Vor der Zusage, bereits im April und nicht – wie eigentlich geplant im Sommer – zu RWK zu gehen, habe er viel telefoniert. Und der Rat, den er bekam, war letztlich: So eine Chance müsse man nutzen. Die Horster B-Jugend übernahm Scheppmanns bisheriger Co-Trainer Peter Jeserski, zudem gehören zwei Betreuer zum Stab. Das beruhigt den Neu-Kiebitzreiher, der betont: „Ich habe die Jungs nicht im Stich gelassen.“

Das besondere Verhältnis zwischen den beiden Süd-Steinburger Klubs kennt Scheppmann natürlich nur zu gut. Schließlich hat er, der in Kellinghusen wohnt, nacheinander für beide Vereine gespielt – erst für Schwarz-Weiß, dann für Rot-Weiß. Für eineinhalb Jahre hat er als Jugendlicher sogar mit seiner Familie auf der alten Horster Anlage an der Jahnstraße gelebt.

Letztendlich ist es ihm gar nicht so unlieb, dass sich die Konzentration etwaiger Unmutsäußerungen von Seiten des Horster Anhangs morgen auf seine Person zielen könnten. „Wir wollen den Druck auf uns ziehen, nicht auf die Jungs“, sagte er.

Die „Jungs“, also das spielende Personal von RWK, hat angesichts der immer bedrohlicher werdenden Abstiegsangst, Druck genug. Druck dürfte auch Manager Lennart Jensen verspüren. Er hatte am 3. April die für ihn menschlich schmerzvolle Trennung vom langjährigen Trainer Oliver Schlegel bekannt geben müssen. Mit diesem Schritt habe man den Spielern Alibis nehmen wollen. Genutzt hat er rein von den Ergebnissen her – drei Niederlagen – nichts.

In Horst haben die Verantwortlichen während einer ähnlichen Situation anders gehandelt. Auch wenn das Erreichen des siebten Tabellenplatzes, der die Zugehörigkeit zur neuen Landesliga in der Saison 2017/18 bedeutet, noch immer eine wackelige Angelegenheit ist, haben sie an Trainer Michael Fischer festgehalten, mit ihm und Co-Trainer Börje Scharnberg bereits frühzeitig die Verträge um ein Jahr verlängert. Dabei kann Fischer mit seiner lauten und direkten Art auch anecken. Der VfR-Vorsitzende Marc Stratmann aber stellt klar: „Es gibt bei uns keine zwei Meinungen darüber, dass er der richtige Mann ist. Unsere Ziele sind zu erreichen und wir werden sie erreichen.“

Zum kurzfristigen Wechsel Scheppmanns hingegen enthält sich Stratmann eines Kommentars: „Natürlich ist es ein besonderes Spiel, es ist das Derby. Ob aber bei RWK ein Herr Mustermann oder ein Herr Scheppmann an der Seite steht, ist mir egal.“

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