Volle Offensive bis zum Schluss

Neuer Keeper im Anflug: Mirko Oest (hinten) hütet bis dato bei Eintracht Norderstedt das Tor und spielt ab der kommenden Saison für die SV Halstenbek-Rellingen.
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Neuer Keeper im Anflug: Mirko Oest (hinten) hütet bis dato bei Eintracht Norderstedt das Tor und spielt ab der kommenden Saison für die SV Halstenbek-Rellingen.

Fußball: HR bleibt seiner Linie treu, kann Kreismeister werden und vollzieht Wechsel im Tor / VfL Pinneberg läuft Gefahr, Ziele zu verpassen

shz.de von
20. Mai 2015, 16:00 Uhr

Ihre Ziele mussten sie nach und nach korrigieren. Anfang April waren die Oberliga-Fußballer des VfL Pinneberg noch Tabellenführer der Oberliga, mit einem Punkt Vorsprung (allerdings auch mit einem Spiel weniger als Verfolger Dassendorf). Offen sprach VfL-Trainer Michael Fischer damals vom Titel.

Einige Wochen später musste der VfL seine Ansprüche runterschrauben. Nach mehreren Niederlagen im Endspurt wollte der Klub zumindest das höchstplatzierte Team aus dem Kreis Pinneberg werden. Doch auch dieses „Minimalziel“ scheint nun am letzten Spieltag der Saison in Gefahr. Nur acht Punkte holten die Pinneberger aus den vergangenen zehn Partien, rutschten auf Rang fünf ab (53 Punkte) und drohen die „inoffizielle Kreismeisterschaft“ an die SV Halstenbek-Rellingen (Rang vier, 54 Zähler) zu verlieren.

„Es ist schwer zu erklären. In der Hinserie haben wir aus einer Chance ein Tor gemacht. In der aktuellen Rückserie spielen wir uns fünf Chancen heraus, treffen aber nicht. Und der Gegner braucht nur eine Chance für ein Tor“, versucht Allrounder Fabian Knottnerus die Misere zu erklären und ergänzt: „Sollten wir am Ende Sechster werden, würde das unsere an sich gute Saison nicht widerspiegeln. Wir wollen uns Platz vier von HR zurückholen.“ Ein Sieg heute Abend (19 Uhr) beim Letzten Germania Schnelsen ist deshalb zwingend Pflicht.

Aber: In der eigenen Hand haben es die Pinneberger nicht mehr. Denn gewinnt HR zeitgleich sein letztes Heimspiel gegen Niendorf, sind die Baumschuler „Kreismeister“. „Ich wiederhole mich da gerne: Wir messen diesem inoffiziellen Titel nichts bei, den haben irgendwann einmal die Pinneberger ausgerufen“, so HR-Coach Thomas Bliemeister, den es viel mehr imponiert, dass sein Team nach der Verletztenmisere im Winter zurück in die Spur gefunden hat. Oder dass es nach wie vor die meisten Tore aller Liga-Teams erzielt hat (79). „Trotz der verletzungsbedingten Ausfälle zahlreicher Defensivspezialisten in der Winterpause haben wir in der Rückrunde dennoch weiterhin auf attraktiven Offensivfußball gesetzt und nicht ergebnisorientiert gespielt“, betont Bliemeister. Offensive bis zum Schluss also. Ein Garant für den starken HR-Angriff war Stürmer Jan-Marc Schneider, der heute Torschützenkönig werden kann.

Aber bleibt der 21-Jährige über den Sommer hinaus am Lütten Hall? Schneider verhandelt aktuell mit höherklassigen Teams, plant außerdem für ein Jahr in die USA zu gehen. Die Planungen für die neue Serie laufen bereits auf Hochtouren. Heute Abend nach dem Spiel wird HR bereits vier Akteure verabschieden. Patrick Hoppe wechselt zum SV Rugenbergen, wo er auf Linksaußen auch Kevin Lohrke (Wilhelmshaven) ersetzen soll. Stürmer Yinner Arboleda-Sanchez und die beiden Keeper Adrian Matthäi sowie Adnan Safarov sind noch ohne konkretes Ziel, Jephter Agyei Antwi soll beim SC Poppenbüttel auf dem Zettel stehen. Mit dem 20-jährigen Torwart Mirko Oest vom Regionalligisten Eintracht Norderstedt kann Manager Detlef Kebbe auch schon einen Neuzugang vermelden.

Der SV Rugenbergen freut sich auf seine Partie vor ausverkauftem Haus bei Altona 93 (heute, 19 Uhr). „Ein perfekter Rahmen für den letzten Spieltag“, so Trainer Ralf Palapies, der sich mit seinem Team für das jüngste 1:6 gegen Condor rehabilitieren will: „Wir werden die Partie vor dieser tollen Kulisse mit der nötigen Ernsthaftigkeit angehen.“ Offensive bis zum Schluss eben.  

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