Tanzen : Vieles neu beim VfL Pinneberg

Die Lateinformation der TSA im VfL Pinneberg präsentiert sich in neuem Gewand.

Die Lateinformation der TSA im VfL Pinneberg präsentiert sich in neuem Gewand.

Lateinformation hat sich nach Differenzen um die sportliche Ausrichtung aufgelöst. Neuanfang mit jungem Team in der Landesliga.

shz.de von
18. Januar 2018, 15:00 Uhr

Pinneberg | Drei Jahre lang kannte die Lateinformation der Tanzsportabteilung (TSA) im VfL Pinneberg nur eine Richtung: nach oben. Zwischen 2014 und 2017 eilten die Pinneberger um Trainer Michael Jahn von Sieg zu Sieg, marschierten von der Landes- bis in die Regionalliga. Nach Erreichen des dritten Platzes in der Vorsaison schien auch der Sprung auf die nationale Ebene nur eine Frage der Zeit. Der steile Aufstieg brachte die Tänzer jedoch an einen Scheideweg.

„Die 2. Bundesliga war zum Greifen nah“, erinnert sich Formationsmitglied und TSA-Pressesprecherin Carolin Simon zurück. „Daraus ergaben sich aber auch Diskussionen um unsere Zukunft.“ Tanzen auf Bundesebene hätte eine „hohe finanzielle und organisatorische Belastung zur Folge gehabt“.

Für einige im Team zu hoch, wie Simon verrät. Andere wiederum hätten sich klar für einen leistungsorientierten Weg, der auch über die Regionalliga hinaus führt, ausgesprochen. „Um aber keine Kompromisse eingehen zu müssen, haben wir uns für einen klaren Cut entschieden“, sagt Simon. Hieß: Auflösung des ursprünglichen Teams und ein Neuanfang ganz unten in der Landesliga Nord B.

Formation hat viele neue Gesichter

So präsentierte sich nun im Saal des VfL-Vereinsheims eine Formation erstmals einem breiten Publikum, die mit der bisherigen nur noch wenig gemein hat. Die rund 150 Zuschauer hörten zwar die ihnen vertrauten Klänge der Musik „Herzschlag“, mit der die VfL-Tänzer in den vergangenen Jahren Wertungsrichter und Publikum gleichermaßen überzeugt hatten.

Zugleich blickten sie aber auch in viele neue und vor allem junge Gesichter, die sich zudem in schwarz-silbernen Gewand ohne die bekannten roten Applikationen sowie mit neuer Choreografie präsentierten. Aus der alten Formation geblieben sind neben Trainer Jahn lediglich drei Tänzer. Laut Verbandsstatuten übrigens die Maximalzahl, um nach einem Rückzug – ohne einjährige Zwangspause – direkt wieder starten zu dürfen.

"Fokus liegt auf der Jugend"

Auch Simon gehört der Formation nicht mehr an, verfolgt die Entwicklung des neuen Teams als Pressesprecherin nun abseits des Parketts. Weitere Ex-Mitglieder hätten ihre Tanzkarriere beendet oder sich anderen Klubs in der Bundesliga angeschlossen. „Unser Team bestand aus vielen alten Hasen. Jetzt liegt der Fokus auf der Jugend“, betont Simon, die sich erhofft, dadurch auch eine „nachhaltige Formationsstruktur“ aufzubauen.

Das neue Team setzt sich nun größtenteils aus Talenten von Tanzschulen oder Vereinen aus der Region zusammen. Über das weitere Engagement von Michael Jahn, mehrfacher Ex-Welt- und Deutscher Meister mit der Formation, freut sich Simon besonders: „Er hat großen Spaß daran, mit jungen Leuten zu arbeiten.“

Auftaktturnier in Nienburg

Am Sonntag betreten die Pinneberger beim Landesliga-Auftaktturnier in Nienburg erstmals unter Wettkampfbedingungen das Parkett. Einen ähnlich steilen Aufstieg hält Simon zwar nicht für ausgeschlossen. „Wir setzen uns aber nicht unter Druck. Für viele ist es das erste Turnier überhaupt.“ Es gehe um Nachhaltigkeit – und letztlich wohl auch darum, dass der Weg nach oben künftig nicht mehr so abrupt endet.

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