American Football : Viel mehr als eine Notlösung

speln_150515_efp_mbu_010_teilfreisteller

American Football: Jannik Nowak genießt das Vertrauen seines Trainers als zweiter Quarterback der Pirates / Heute gegen Potsdam

shz.de von
23. Mai 2015, 16:00 Uhr

Mit Lob für seine Spieler war Jörn Maier, Chefcoach der Elmshorn Fighting Pirates, in den vergangenen Wochen ziemlich sparsam. Es gab ja auch nicht viele Gründe dafür, kassierten die American Footballer des EMTV doch in den ersten vier Partien der aktuellen Zweitligasaison ebenso viele Niederlagen.

Insofern war es schon etwas Besonderes, dass Maier nach dem 7:45 gegen die Paderborn Dolphins vor einer Woche Jannik Nowak hervorhob: „Das hat er hervorragend gemacht.“ Dies aber nicht ohne Grund, denn der 20-Jährige hatte ab dem zweiten Viertel wieder auf einer Position spielen müssen, die er seit dem Übergang von der Junioren zu den Männern meidet: Quarterback. In der ursprünglichen Planung ist Nowak als Receiver einer der Spieler, die die vom Quarterback geworfenen Bälle fangen und möglichst weit in Richtung gegnerische Endzone tragen.

Das Spiel wird der junge Mann auch heute, Sonnabend, lenken, wenn GFL2-Aufsteiger Potsdam Royals im Krückaustadion seine Visitenkarte abgibt (Kickoff: 15 Uhr). Maier hat die Begegnung im Training am Donnerstag zum „wichtigsten Spiel des Jahres“ ausgerufen.

Der eigentlich als Lenker der Elmshorner Offensive verpflichtete Mathias Lilhauge fällt wahrscheinlich mit einer Oberschenkelverletzung aus – auch wenn der Däne angekündigt hat, es zumindest versuchen zu wollen. „Das Gute ist, dass Mathias und ich ähnliche Typen sind; wir sind beide relativ viel selbst unterwegs. Das Playbook ist gut darauf abgestimmt“, sagt Jannik Nowak. Daher sei die Umstellung für die Mannschaft nicht all zu groß. „Und“, beeilt sich der im zwölften Jahr das gelbe Trikot der Seeräuber tragende Elmshorner nachzuschieben, „ich spiele gern Quarterback.“

Maier hatte aber bereits im Winter signalisiert, dass er einen ausländischen Spieler als Quarterback verpflichten will. Für Nowak wäre die Rolle des sogenannten Back Ups auf der Ersatzbank geblieben, in der er hätte lernen können. „Da ich am liebsten spiele, habe ich mich für die Rolle als Receiver entschieden“, sagte er.

Die Laufwege und Kniffe eines Passempfängers hat der 1,80 Meter große athletische Abiturient, der vergangenes Jahr seinen Abschluss an der Erich Kästner Gemeinschaftsschule gemacht hat, in den USA erlernt. Nowak hatte das Schuljahr 2011/12 an der Buena-High-School von Ventura im sonnigen Kalifornien verbracht. Dort habe er „wahnsinnig viel gelernt“, gestand er einmal. Das war so viel, dass er nach seiner Rückkehr in die Heimat vor dem Sprung in die Junioren-Nationalmannschaft stand, diesen aber wegen einer Verletzung dann doch nicht schaffte.

Für die heutige Partie ist Nowak im Gegensatz zu vielen anderen Pirates fit. Es gilt, die seit 17 Begegnungen anhaltende Niederlagenserie – die Vorsaison eingerechnet – zu beenden. „Natürlich wartet jeder darauf, dass wir mal wieder gewinnen“, so der gebürtige Uetersener. Dennoch sei die Stimmung im Team gut. „Wir haben immer noch viel Spaß an dem, was wir tun“, sagt er, bleibt aber selbstkritisch: „Uns fehlt manchmal die Siegermentalität.“

Unabhängig vom Ausgang des heutigen Spiels steht für Jannik Nowak in der kommenden Woche eine besondere Bewährungsprobe an. Er hat dann seine Aufnahmeprüfung an der Sporthochschule in Köln, wo er ab Oktober studieren will.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen