Volleyball-Dritte Liga : VfL Pinneberg feiert Sieg mit fadem Beigeschmack

Ab durch die Mitte: Sebastian Tanner (VfL Pinneberg) lässt sich vom gegnerischen Block nicht aus der Ruhe bringen.
Ab durch die Mitte: Sebastian Tanner (VfL Pinneberg) lässt sich vom gegnerischen Block nicht aus der Ruhe bringen.

Pinneberger setzen sich im Nordderby mit 3:2 gegen den Eimsbütteler TV durch. ETV-Protest nach Matchball.

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27. November 2017, 16:15 Uhr

Pinneberg | Das Hamburger Derby zwischen dem VfL Pinneberg und dem Eimsbütteler TV glich einer Achterbahnfahrt der Emotionen, an deren Ende die Freude bei den Hausherren in der Jahnhalle trotz des für sich glücklichen Endes nicht so recht heraus wollte. Lars Lydorf mag gespürt haben, dass der Ball bei seinem Block mit dem zum MVP auf Seiten des VfL gewählten Janosch Maaß seine Fingerspitze berührt hatte ehe er ins Aus sprang.

Die Schiedsrichter aber übersahen das – der sechste Matchball zählte zum 3:2-Erfolg (25:18, 21:25, 15:25, 25:18, 20:18) der Pinneberger Drittliga-Volleyballer. Der Protest der Gäste-Spieler blieb ohne Wirkung.

Ein „eigentlich unwürdiges“ Ende so einer dramatischen Partie, wie VfL-Trainer Daniel Prade bereits wenige Minuten später zugab. Doch letztlich war es aus seiner Sicht ein Stück weit ausgleichende Gerechtigkeit. Um die zehn Mal hatte er sich im Verlauf der knapp zwei Stunden benachteiligt gefühlt.

Der Puls des Übungsleiters überstieg die berühmten 180 mehrfach, im vierten Satz feuerte er beim Stand von 4:6 entnervt das Klemmbrett – eigentlich sein ständiger Begleiter – in die Ecke. Immerhin: Die seinen wachten nach einem ziemlich desaströsen dritten Satz wieder auf und drehten den 1:2-Rückstand noch zum Heimsieg – dem ersten nach zwei 2:3-Niederlagen in der Jahnhalle zuvor.

Neuzugang Jonas Wolff feierte sein Debüt für den VfL.
Michael Bunk
Neuzugang Jonas Wolff feierte sein Debüt für den VfL.
 

Dieses alt-ehrwürdige Gebäude ist nun auch sportliche Heimat von Jonas Wolff. Der schlug früher für den Liga-Rivalen KMTV Eagles auf, wollte sich aber eigentlich nur auf seine Beach-Karriere konzentrieren. Doch dann benötigte der VfL Ersatz für Tobias Kranich (hört aus privaten Gründen auf) als zweiten Steller.

Stephan Radke übernahm es, den Kieler zu überreden, was nach zweiwöchigem Probetraining dann gar nicht so schwer fiel. „Ich kenne Pinneberg als Gegner seit Jahren und es war immer eine super sympathische Truppe. Dieser Eindruck hat sich im Training bestätigt“, sagte Wolff, der am vergangenen Donnerstag um 22 Uhr seine Zusage gab.

Pünktlich zum Anpfiff lag dann die Spielberechtigung vor. Die anschließende Mannschafts-Weihnachtsfeier im Überquell am Hamburger Hafen gab dann Gelegenheit genug, um weitere Sympathiepunkte zu sammeln.

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