Deutschland-Cup im Turnen : Verliebt in den Schwebebalken

Stolz zeigen Viven Knutzen (links) und Elise Helmstedt ihre beim Deutschland-Cup in Delitzsch errungenen MEdaillen.
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Stolz zeigen Viven Knutzen (links) und Elise Helmstedt ihre beim Deutschland-Cup in Delitzsch errungenen MEdaillen.

Vivien Knutzen vom VfL Pinneberg holt Gold. Elise Helmstedt von Blau-Weiß 96 freut sich über Bronze. Insbesondere der Schwebebalken hat es dem Dup angetan.

shz.de von
14. Juni 2018, 13:15 Uhr

Pinneberg, Schenefeld | Hätten sie die Wahl gehabt – statt der Medaillen in Gold und Bronze für ihre Erfolge beim Deutschland-Cup in Delitzsch hätten Vivien Knutzen (16, VfL Pinneberg) und Elise Helmstedt (11, Blau-Weiß 96 Schenefeld) wohl ein Sportgerät eingepackt.

Verliebt in den Schwebebalken

Den Schwebebalken, um genau zu sein. „Den hätte ich am liebsten gekauft“, nickt Knutzen und bekräftigt: „Das war der beste Balken, auf dem ich je geturnt habe. Der hat null gewackelt.“

Die Begeisterung, vor allem auch im Vergleich zum heimischen Trainingsgerät, ist leicht zu verstehen. Beide Mädchen zeigten auf dem zehn Zentimeter schmalen und fünf Meter langen Steg ihre besten Leistungen und holten ihre Höchstpunktzahl in dem Geräte-Vierkampf.

Die 15,20 Punkte von Vivien Knutzen toppte im gesamten Feld keine weitere Turnerin. Gleiches galt für das Gesamtergebnis von 54,150 Zählern, das ihr in der Altersklasse W 16-17 die Goldmedaille einbrachte.

Weit mehr als nur ein Top10-Platz

Dieser Erfolg ist gleichbedeutend mit einer Deutschen Meisterschaft in der Leistungsklasse 1, die unmittelbar unter dem olympischen Geräteturnen nach dem sogenannten Code de Pointage einzuordnen ist.

Und hat die Zehntklässlerin vom Pinneberger Theodor-Heuss-Gymnasium wie auch ihre Trainerin Susanne Worm am meisten überrascht. „Ich hatte mit den Top 10 gerechnet, aber nicht mit einem Platz auf dem Treppchen“, sagt Vivien.

Ein einstelliger Platz im Klassement hätte auch Worm zufriedengestellt angesichts der Tatsache, dass viele Konkurrentinnen in den Leistungszentren wesentlich bessere Trainingsbedingungen haben und teilweise auch höhere Schwierigkeiten an Boden, Stufenbarren und Sprung. D

er große Pluspunkt der Pinnebergerin: „Vivien turnt immer sehr sauber“, so ihre Trainerin. Nach einer guten Übung am Boden habe sie beim Sprung erstmals gemerkt, „da könnte mehr gehen.“ Nach einer gut bewerteten Übung am Stufenbarren turnte sie auf dem Schwebebalken dann den entscheidenden Vorsprung heraus.

Elise muss am Barren etwas improvisieren

Ähnlich verlief der Wettkampf auch für Elise Helmstedt in der Altersklasse W12-13. Die elf Jahre alte Hamburgerin, die in der dritten Saison bei Blau-Weiß 96 trainiert, freut sich riesig über ihren dritten Platz. „Das ist der schönste Erfolg in einem so großen Wettkampf“, sagt sie.

Dabei begann der Tag mit einem Hindernis: Beim Einturnen ließ sich der Barren nicht auf die richtige Größe einstellen. „Wir mussten daher zwei Elemente rausnehmen“, berichtet BW-Trainerin Angela Marquardt.

„Dadurch hat Elise 1,5 Punkte verloren, aber es war die richtige Entscheidung, damit sie eine sichere Übung turnt.“ Beim abschließenden Auftritt auf dem Balken sicherte sich Elise dann überraschend die Bronzemedaille.

Das Training läuft weiter. Beide wollen nicht zuletzt auf dem Balken neue Elemente einstudieren. Vivien Knutzen, die in der schleswig-holsteinischen Auswahl turnt, wagt sich derzeit an den nach Weltmeisterin Pauline Schäfer benannten Seitwärtssalto mit halber Drehung.

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