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Fussball-Oberliga : Vergoldeter Derby-Sieg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fußball: Freistoß-Hammer von Lüneburg beschert VfL Pinneberg 1:0-Erfolg bei HR und Kreismeister-Titel

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2014 | 16:00 Uhr

Am Sonnabend vor dem Spiel holte er die Sprühdose raus. Mit viel Mühe versah Michael Fischer, Trainer der Oberliga-Fußballer des VfL Pinneberg, eine Ananas-Frucht vom Discounter mit goldener Farbe. Drei Schichten Lack trug der 46-Jährige auf, dann war sie fertig, die „goldene Ananas“.

Die vergoldete Frucht brachte Fischer am Sonntag dann mit zum Kreis-Derby bei der SV Halstenbek-Rellingen, um sie seinen Spielern im Falle eines Sieges zu verleihen. Damit spielte der VfL-Coach auf eine Aussage des HR-Spielmachers Nikola Maksimovic in dieser Zeitung an, am Ende der Saison bestplatziertestes Kreisteam, sprich inoffizieller Kreismeister zu sein, sei wie der Gewinn einer „goldenen Ananas“, also wertlos. Fischers Team aber konnte mit einem Sieg genau das sein: Bestes Team der Saison aus dem Kreis Pinneberg, uneinholbar für die Konkurrenten HR und Rugenbergen. Was Maksimovic eigentlich sagen wollte: Von einem Kreis-Titel könne man sich nichts kaufen, der Sieg im Derby sei ihm und seinem Team aber sehr wichtig. Entsprechend motiviert legte die Spielvereinigung los: HR zeigte in den Anfangsminuten die reifere Spielanlage und wurde vorm gegnerischen Strafraum vor allem dann gefährlich, wenn es mit wenigen Ballkontakten schnell und direkt ging. So wie in Minute 14, als Außenstürmer Mladen Tunjic im Strafraum freigespielt wurde, dann aber aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf.

Der Gast hatte Probleme mit dem Umschaltspiel, seine Konter versandeten bereits im Ansatz, auch weil HR früh störte. Erst kurz vor der Pause hatte VfL-Stürmer Artur Frost die Gästeführung auf dem Fuß, scheiterte aber aus kurzer Distanz am starken HR-Keeper Adrian Matthäi (44.), der auch in Halbzeit zwei immer wieder überragend reagierte, in der die Partie intensiver wurde, ohne dass es jedoch zu unfairen Szenen kam.

Die typischen Derby-Emotionen waren dennoch da, und das nicht nur, als VfL-Kapitän Mark Müller (beendet seine Karriere) beim letzten Derby seiner Laufbahn in der 60. Minute ausgewechselt wurde und das gesamte VfL-Team inklusive Auswechselspieler Spalier stand, um den 32-Jährigen mit Applaus zu verabschieden. Richtig emotional ging es auch in der Schlussphase zu. Als alles nach einem 0:0 aussah, pfiff der bis dato souveräne junge Schiedsrichter Jorrit Eckstein-Staben Freistoß, nachdem VfL-Stürmer Thorben Reibe an der Strafraumgrenze zu Fall gekommen war (89.).

Die HR-Verantwortlichen um Trainer Thomas Bliemeister hatten eine „klare Schwalbe“ erkannt, Reibe aber entgegnete: „Ich bekam einen Ellenbogen ab“, und zeigte dabei auf einen Bluterguss an seiner Schulter. Viel Aufregung am Spielfeldrand. Der eingewechselte Flemming Lüneburg ließ sich davon nicht beeindrucken, verwies den etatmäßigen VfL-Freistoßschützen Sascha Richert zurück ins zweite Glied und drosch den Freistoß knallhart und unhaltbar zum 1:0-Sieg in den Winkel (90.). „Ich dachte mir: Augen zu und rein, der passte genau“, freute sich Lüneburg über seinen perfekten Schuss, der den Derby-Sieg vergoldete und dem VfL nicht nur die Kreismeisterschaft sicherte, sondern auch die goldene Ananas bescherte.
 

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