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Fussball-Oberliga : „Uns fehlen die letzten zehn Prozent“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fußball: Halstenbek-Rellingen unterliegt Victoria 0:3 und gibt Tabellenführung an Kreiskonkurrent VfL Pinneberg ab / Es hapert im Angriff

Er wusste sofort, woran es lag. „Wenn wir in der 70. Minute das 1:1 machen, nehmen wir auch einen Punkt mit“, gab Hans Jürgen Stammer, Präsident des Fußball-Oberligisten SV Halstenbek-Rellingen, kurz nach dem Abpfiff der Partie gegen den SC Victoria sein kurzes, knackiges Fazit zu den vorangegangenen 90 Minuten am Lütten Hall ab.

0:3 unterlagen die Halstenbeker den Hamburgern deutlich – und nahmen eben nichts mit. Ganz im Gegenteil: Sie gaben sogar noch die Tabellenführung ab, ausgerechnet an den Kreiskonkurrenten VfL Pinneberg, dem einige Stunden zuvor ein Remis beim SC Condor für Platz eins reichte. „Das passt natürlich ins Bild“, ärgerte sich HR-Spielmacher Marlo Steinecke über die neue Tabellenkonstellation. Und ähnlich wie sein Präsident Stammer zuvor machte auch Steinecke den Grund für die Niederlage an der mangelnden Chancenauswertung HRs fest: „Wir kreieren derzeit weniger Chancen als noch in der Hinrunde und wenn wir welche haben, dann nutzen wir sie nicht.“

So wie eben in besagter 70. Minute, als HR-Angreifer Enrik Nrecaj die größte Chance der Heimelf vergab, indem er aus kürzester Distanz an Vicky-Schlussmann Kevin Ralfs scheiterte. Und weil auch Nrecajs Sturmkollege Jan-Marc Schneider (zurück nach Sperre) kaum Torgefahr im Gästestrafraum versprühte, blieb HR – das angriffstärkste Team der Hinrunde – nun schon im dritten Pflichtspiel in Folge torlos. Harmlose Halstenbeker, für die es schon nach 14 Minuten alles andere als optimal lief, als ein Freistoß von Torben Wacker an den Kopf von Verteidiger Jan Novotny prallte und von dortaus unhaltbar für Torhüter Adrian Matthäi in den linken Winkel flog – unter den Augen des Rugenbergener Fußballers Kevin Lohrke, der am Mittwoch im Pokal bei den Victorianern mit seinem Team antreten muss.

„Das spielte uns natürlich in die Karten“, gab SC-Trainer Lutz Göttling auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zu. In der Folgezeit verwalteten die Hamburger mit geschicktem Pass- und Stellungsspiel ihre Führung, während HR zwar bemüht war, jedoch nie wirklich Zugriff aufs Spiel bekam, das Umschaltspiel funktionierte nicht richtig und auch im Abschluss haperte es gewaltig. „Im Vergleich zur Hinserie fehlen uns die letzten zehn Prozent und die letzte Durchschlagskraft“, so Steinecke.

Mit zunehmender Spieldauer riskierten die Baumschuler immer mehr. Trainer Thomas Bliemeister brachte mit Neuzugang Jepther Agyei Antwi (noch angeschlagen mit einer Leistenverletzung) und Serhat Ercek zwei weitere Offensivkräfte – doch auch die konnten Vickys Abwehr nicht überwinden. Nicht nur Nrecaj und Schneider, auch Ümit Karakaya und Co entwickelten kaum Torgefahr. „Wir haben dann alles nach vorne geworfen, dadurch entstanden dann natürlich Lücken, die der SC Victoria genutzt hat“, so Steinecke. Beim 0:2 bediente Ex-St. Pauli-Profi Marius Ebbers (aus dem Abseits kommend?) den eingewechselten Dennis Thiessen, der cool einschob (71.), beim 0:3 flankte Benjamin Bambur dann auf Ebbers (73.) – beide Male präsentierte sich die Halstenbeker Abwehrreihe löchrig.

„Das war unser bisher schwächstes Spiel in diesem Jahr, wir haben Victoria zu wenig gefordert, nicht genug investiert“, fasste Coach Bliemeister zusammen, während sein Akteur Steinecke bereits in die Zukunft blickte: „Wir haben die vielen Verletzungen eigentlich gut kompensiert, nur die Ergebnisse stimmten zuletzt nicht. In einer Woche spielen wir beim Letzten Vier- und Marschlande, diese Partie sollten wir nutzen, um wieder in die Spur zu finden und dafür, die letzten zehn Prozent draufzulegen.“ 

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erstellt am 23.Feb.2015 | 16:00 Uhr

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