Bert-Meyer-Cup in Pinneberg : Union Tornesch ist erstmals „Kreismeister“

Jubelpose: Der FC Union Tornesch gewann zum ersten  Mal das Hallenturnier um den Bert-Meyer-Cup.

Jubelpose: Der FC Union Tornesch gewann zum ersten  Mal das Hallenturnier um den Bert-Meyer-Cup.

Tornescher Landesliga-Fußballer triumphieren beim 21. Hallenturnier des VfL Pinneberg. Die Nachlese zum Turnier.

shz.de von
09. Januar 2018, 15:00 Uhr

Pinneberg | Der Optimismus von Stefan Dösselmann machte sich gleich doppelt bezahlt. Der Trainer des FC Union Tornesch sicherte sich mit seiner Landesliga-Elf zum einen den allerersten Erfolg beim Hallenturnier um den Bert-Meyer-Cup.

Zum anderen gewann der Trainer, da er im Tippspiel des Gastgebers VfL Pinneberg „selbstverständlich“ einen Erfolg des eigenen Teams prognostiziert hatte und der von ihm abgegebene Zettel unter allen richtigen Tipps gezogen wurde, auch noch zwei Eintrittskarten für die Bundesliga-Partie des Hamburger SV gegen Hannover 96. „Ich freue mich auf das Spiel. Ich habe immer an unsere Titel-Chance geglaubt“, sagte Dösselmann, der aus seinen Sympathien für die „Rothosen“ keinen Hehl macht.

Sören Badermann (Union, vorne) behielt im Duell gegen seinen ehemaligen Teamkollegen Fabian Knottnerus (VfL Pinneberg) die Oberhand.
Michael Stemmer
Sören Badermann (Union, vorne) behielt im Duell gegen seinen ehemaligen Teamkollegen Fabian Knottnerus (VfL Pinneberg) die Oberhand.

Aber der Reihe nach: Nach zwei Vorturnieren stand am Sonnabend das Hauptturnier um die inoffizielle Hallenmeisterschaft des Kreises Pinneberg an. Mitorganisator Roland Lange begrüßte in der Halle der Theodor-Heuss-Schule zehn Teams, die in zwei Gruppen zunächst um die vier Halbfinaltickets kämpften.

In der Gruppe A startete Oberligist Wedeler TSV – Co-Trainer Daniel Domingo hat das Team verlassen und ist neuer Liga-Manager des WTSV Concordia – bärenstark ins Turnier, fegte im zweiten Spiel den späteren Turniersieger aus Tornesch mit 6:0 vom Platz und hatte bereits vor dem letzten Gruppenspiel den ersten Platz sicher.

Der FC Elmshorn hatte ebenfalls gute Karten ins Semifinale einzuziehen, ein Remis in der letzten Gruppen-Partie gegen die Dösselmann-Elf hätte zum Weiterkommen gereicht. Sören Badermann (Doppelpack) und Co. hatten jedoch was dagegen und zogen dank des 4:1 gegen den Ligakonkurrenten in die K.o.-Phase ein.

In der Gruppe B wurde der Gastgeber seiner Favoritenrolle gerecht. Nach einem Remis gegen den Hetlinger MTV, Sieger des 2. Vorturniers, holte der VfL Pinneberg drei Erfolge in Serie und zog souverän in die Runde der letzten Vier ein.

Die Turniersieger seit 1998

1998: Wedeler TSV, 1999: VfL Pinneberg, 2000: Raspo Elmshorn, 2001: VfL Pinneberg, 2002: VfL Pinneberg, 2003: SV Halstenbek-Rellingen, 2004: VfL Pinneberg, 2005: SV Halstenbek-Rellingen, 2006: VfL Pinneberg, 2007: VfL Pinneberg, 2008: VfL Pinneberg, 2009: Wedeler TSV, 2010: Wedeler TSV, 2011: VfL Pinneberg, 2012: SV Halstenbek-Rellingen, 2013: VfL Pinneberg, 2014: SV Halstenbek-Rellingen, 2015: VfL Pinneberg, 2016: Wedeler TSV, 2017: VfL Pinneberg, 2018: Union Tornesch

Hoch ging es allerdings gegen TBS Pinneberg her. Der Landesligist von der Müssentwiete verlor beim 0:2 die Nerven – Rote Karten gegen Fatih Ertürk und Özkan Simsek. Wesentlich abgeklärter trat Ligakonkurrent Blau-Weiß 96 Schenefeld auf, die dank neun Zählern als Tabellenzweiter das Halbfinalticket buchten.

Dort wartete auf die Elf von Coach Mathias Timm der vermeintliche Turnierfavorit aus Wedel, der zwischenzeitlich auf 3:1 davonzog – die Tür zum Finale stand offen. „Anschließend vernachlässigen wir die Defensive und stehen uns mal wieder selbst im Weg“, schüttelte WTSV-Coach Jörn Großkopf den Kopf.

Daten und Fakten zum Bert-Meyer-Cup 2018

Zuschauer: 400 beim Hauptturnier; zirka 1200 an allen drei Turniertagen insgesamt

Fairste Mannschaft: Hetlinger MTV

Bester Torhüter: Tilman von Velde (FC Elmshorn)

Bester Spieler: Jan Eggers (Wedeler TSV)

Bester Torschütze: Christian Kulicke (VfL Pinneberg, fünf Treffer)

Bester Nachwuchsspieler: Fernando Roesler (Wedeler TSV)

Top-Team des Turniers:  Tilman von Velde (FC Elmshorn) – Jan Eggers (Wedeler TSV),  Sören Badermann (Union Tornesch), Roman Doempke (Blau-Weiß 96 Schenefeld), Christian Kulicke (VfL Pinneberg)

Blau-Weiß nutzte die Unachtsamkeiten, glich zum 3:3 aus und rettete sich dank starken Paraden von Torhüter Jonathan Hohenegger ins Neunmeterschießen. Ausgerechnet Theodoros Ganitis, der zuvor ein starkes Turnier gespielt hatte, zeigte dort Nerven und scheiterte an der Latte. Blau-Weiß blieb hingegen eiskalt und die Sensation war perfekt – 6:4 nach Neunmeterschießen.

Christian Kulicke vom VfL Pinneberg sicherte sich die Torjägerkrone.
Michael Stemmer
Christian Kulicke vom VfL Pinneberg sicherte sich die Torjägerkrone.

Im zweiten Halbfinale kam es zur Neuauflage des vergangenen Endspiels – VfL Pinneberg gegen Union Tornesch. Union hatte 2017 trotz 2:0-Führung noch mit 2:3 verloren. Dieses Mal ließ der Landesligist den Gastgeber nicht noch einmal zurück in die Partie kommen und fertigte den Titelverteidiger vor 400 Zuschauern in der THS-Halle mit 5:1 ab.

„Wir haben im Halbfinale leider nicht unsere Leistung aus der Vorrunde abrufen können“, befand VfL-Trainer Thorben Reibe, dessen Elf im Anschluss eine 3:1-Führung gegen Wedel aus der Hand gab und nach einem 3:3 nach regulärer Spielzeit das Neunmeterschießen im Spiel um Platz drei mit 5:6 verlor.

Spannung kam im Endspiel indes nie richtig auf. Union agierte gegen Schenefeld extrem abgeklärt. Zunächst sorgte Sören Badermann per Kopf für die Führung, wenige Minuten später netzte Phillip Kuschka nach Zuspiel von Maik Stahnke zum 2:0-Endstand ein.

„Ich freue mich sehr für meine Jungs“, sagte Dösselmann, ehe er einen kräftigen Schluck aus dem Siegerpokal, den seine Spieler mit Sekt gefüllt hatten, nahm. Und das eine oder andere Getränk wird er sich am 4. Februar sicher auch im Volkspark bei der Partie Hamburger SV gegen Hannover 96 gönnen.

Ex-VfLer jubelt erneut

Flemming Lüneburg hat das Sieger-Gen. 2017 sicherte sich der Rechtsfuß noch mit dem VfL Pinneberg den Triumph beim Bert-Meyer-Cup, dieses Jahr stemmte der 26-Jährige den Pokal mit seinem neuen Verein Union Tornesch in die Höhe. „Es bringt immer wieder Spaß,  hier  in der Halle zu spielen“, so Lüneburg, der vom Triumph überrascht war. „Wir haben vergangenen Dienstag und Donnerstag lediglich zwei Mal in der Halle gekickt. Wir haben uns im Turnier allerdings von Spiel zu Spiel verbessert und im Endeffekt verdient gewonnen“, freute sich der Ex-VfL-Akteur.

In den kommenden Wochen können es Lüneburg und Co. indes ruhiger angehen lassen. Union wird in diesem Jahr kein weiteres Hallenturnier bestreiten und sich ab dem 25. Januar auf die Landesliga-Rückrunde vorbereiten. „Die Liga hat Vorrang, außerdem können wir das Ergebnis sowieso nicht toppen“,  sagt Coach Stefan Dösselmann.

21. Hallenturnier um den Bert-Meyer-Cup

Gruppe A

SV Rugenbergen – FC Union Tornesch 1:2

Wedeler TSV – SV Halstenbek-Rellingen 3:2

FC Elmshorn – SV Rugenbergen 2:3

FC Union Tornesch – Wedeler TSV 0:6

SV Halstenbek-Rellingen – FC Elmshorn 1:3

SV Rugenbergen – Wedeler TSV 0:2

Union Tornesch – SV Halstenbek-Rellingen 1:1

Wedeler TSV – FC Elmshorn 1:2

SV Halstenbek-Rellingen – SV Rugenbergen  3:3

FC Elmshorn – FC Union Tornesch 1:4

Gruppe B

VfL Pinneberg – Hetlinger MTV 2:2

Blau-Weiß 96 Schenefeld – TBS Pinneberg 3:2

SSV Rantzau – VfL Pinneberg 2:5

Hetlinger MTV – Blau-Weiß 96 Schenefeld 4:5

TBS Pinneberg – SSV Rantzau 5:4

VfL Pinneberg – Blau-Weiß 96 Schenefeld 4:1

Hetlinger MTV – TBS Pinneberg 2:4

Blau-Weiß 96 Schenefeld – SSV Rantzau 1:0

TBS Pinneberg – VfL Pinneberg 0:2

SSV Rantzau – Hetlinger MTV 3:6

Halbfinale

Wedeler TSV – BW 96 Schenefeld 4:6 (3:3) n.N.

VfL Pinneberg – FC Union Tornesch 1:5

Spiel um den 3. Platz

Wedeler TSV – VfL Pinneberg 6:5 (3:3) n.N.

Finale

BW 96 Schenefeld – FC Union  Tornesch 0:2

Tore: 0:1 Badermann, 0:2 Kuschka

Teams und Kader

VfL Pinneberg: Karp, Knottnerus, Kulicke, Sarpong, Uitz, Walter, Werning, Amoah, Lemcke. Trainer: Thorben Reibe

SSV Rantzau: Ladehof, Jensen, Rohr, Thiede, Berg, Aydin, Bruns, Delawarzada. Trainer: Bernd Ruhser

Wedeler TSV: Steen, Jorma Eggers, Roesler, Rörström, Jan Eggers, Eibl, Ganitis, Mahnke, Moslehe, Marten. Trainer: Jörn Großkopf

SV Halstenbek-Rellingen: Monteiro, Celic, D. Ghadimi, Hennings, Jobmann, Junge, Kabashi, Karakaya, Richert, Schöttke. Trainer: Sebastian Loether

TBS Pinneberg: Yilmaz, Simsek, Cetinkaya, Kilinc, Girgin, Tuncer, Türkoglu, Calmac, Djimba, Gabsi, Ertürk.

SV  Rugenbergen:  Waldmann, Dampha, Worthmann, Haase, Lange, Beese, Kordistos, Schulz, Mane, Lohrke. Trainer: Manuel Kaladic

Blau-Weiß 96 Schenefeld: Hohenegger, Wegner, Klages, Mettler, Sagemann, Paster, Simon, Müller. Trainer: Mathias Timm

Hetlinger MTV: Wolf, Jangir, Kubat, Adamovic, Moldenhauer, Ecke, Rupscheit, Wichern, Simsek. Trainer Marc Zippel

Union Tornesch:  Richter, Lüneburg, Stahnke,  Beckmann, Laut, Dostal, Badermann, Tiedemann, Kuschka. Trainer: Stefan Dösselmann

FC Elmshorn:  von Velde, Duong, Kouassi, Bajra, Bengtson, Aygün, Homburg. Trainer: Dennis Usadel

Schiedsrichter: Sebastian Born (SV Bergstedt), Michael Ehrenfort (TuRa Harksheide), Kevin Rosin (SV Lieth)

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