Trotz aller Verletzungen: Er steht immer wieder auf

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Fußball: Jannik Ruhser ist nach überstandenem Wadenbeinbruch beim Landesliga-Neuling SSV Rantzau auf dem Weg zu alter Stärke. Vor der Pokal-Revanche gegen Mit-Aufsteiger SC Nienstedten spricht er über die nötige Geduld, um nach langer Zwangspause wieder auf den Platz zurückzukehren.

shz.de von
24. August 2018, 16:00 Uhr

Die aktuellen Verletzungssorgen beim Landesliganeuling SSV Rantzau lassen Jannik Ruhser nicht unberührt. „Finn Krupski und Jan-Niclas Lohmann sind Stammkräfte, die uns zum Aufstieg verholfen haben“, sagt der torgefährliche Mittelfeldspieler vor dem Aufeinandertreffen gegen Mit-Aufsteiger SC Nienstedten am Sonntag (15 Uhr, Düsterlohe). Jenem SC Nienstedten, gegen den der Barmstedter Klub trotz eines Ruhser-Tores vor 17 Tagen in der dritten Runde des Oddset-Pokals ausschied (1:2).

Es ist aber nicht nur das Pech der Mannschaftskameraden, das Ruhser berührt. Es ist ein großes Stück auch seine persönliche Geschichte, denn mit Verletzungssorgen kennt sich der Elmshorner trotz seiner erst 24 Jahre besser aus, als ihm lieb ist: Knieprobleme mit einem Knorpelschaden hätten mit 19 Jahren beinahe das Ende des Fußballerdaseins bedeutet, mehrere Muskelfaserrisse hatten für so manche Zwangspause gesorgt. Zuletzt warf ihn der Bruch des rechten Wadenbeins für mehr als acht Monate aus dem Rennen. Passiert war dies am 12. September vergangenen Jahres beim Training nach der 1:3-Auswärtsniederlage gegen den 1. FC Quickborn.

Inzwischen hat er sich rangekämpft und ist im Konzept von SSV-Trainer Marcus Fürstenberg eine feste Größe. „Als Typ ist Jannik echt super“, macht er nicht viel Umschweife. „Es muss nicht einfach gewesen sein für ihn, die Entscheidung zu treffen, in Barmstedt weiterzumachen“, ahnt Fürstenberg von dem inneren Twist, den Ruhser – möglicherweise – mit sich ausgefochten hat. Immerhin ist der neue Coach der direkte Nachfolger von dessem Vater Bernd Ruhser als sportlich Verantwortlicher.

Ganz abhaken konnte Jannik Ruhser den Knochenbruch bisher noch nicht – zumindest psychisch. „Im Kopf habe ich immer noch Probleme und ziehe eher mal zurück“, gibt er zu. Er weiß, dass noch so mancher Zweikampf und Geduld gefragt ist. „Du musst fünf, sechs, sieben oder acht Pressschläge gemacht haben, um wieder voll durchzuziehen.“

„So richtig zu 100 Prozent habe ich ihn ja noch gar nicht kennen gelernt“, sagt SSV-Coach Fürstenberg, der fußballerisch von seinem Mittelfeldakteur überzeugt ist. „Jannik ist ein eigener Spieler-Typ. Er weiß, dass er Fußball spielen kann. Im Grundlagen- und Ausdauerbereich muss er aber noch etwas zulegen“, schließt Fürstenberg seine Kurzanalyse zu Ruhser Junior ab.

Der hat in seiner bisherigen Karriere gelernt, Zeit mitzubringen um sich von Verletzungen zu erholen – auch wenn ihm das nicht immer leicht gefallen ist. „Man muss geduldig sein und alles, was der Arzt sagt, auch machen“, beschreibt Ruhser seine Erfahrungen. Der Rest sei harte Arbeit, um den Anschluss wiederherzustellen.

Bis man aber wieder zum Ball greifen kann, ist auch so manches gedankliches Tal zu durchschreiten. Kommt da auch mal der Gedanke, alles hinzuschmeißen? „Den Gedanken gibt es öfters, aber wenn ich an Krücken am Spielfeldrand stehe und zugucke, dann kribbelt es wieder“, sagt Ruhser, der im vergangenen Winter fast ständig an der Düsterlohe war – was ihm Fürstenberg übrigens hoch anrechnet. „Es war von Anfang an ein gegenseitiger Respekt da. Jannik hat so auch entscheidend zum Aufstieg beigetragen.“

Nun will der 24-Jährige das Seine für den Klassenerhalt auf dem Platz tun. Also eine ganz klare Ansage: „Es ist für mich keine Option, aufzuhören. So lange das Bein nicht ab ist, spiele ich weiter.“





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