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Torlinientechnik? Braucht kein Mensch!

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Es nervt! Der Fußball da oben wird immer komplizierter – Torlinientechnik, Torrichter, „vierter Offizieller“ und neuerdings jetzt auch noch der Videobeweis. Es gibt sogar noch einen „fünften Offiziellen“, aber das würde hier jetzt nur zu weit führen. Tut es eh schon.

Zuviel Gelump und Aufwand rund um das Spiel, das doch schon immer das einfachste, und deswegen auch schönste überhaupt war, und innerhalb von rund anderthalb Stunden denjenigen zum Sieger hatte, der am Ende gewonnen hatte. Egal ob zu Recht oder nicht. Nun aber soll ein Haufen von unnötigem Schnickschnack für so etwas wie Gerechtigkeit sorgen.

Der vierte Mann (oder auch Frau, so viel Zeit muss sein) ist im Grunde nur dafür da die Elektrotafel mit den Auswechslungen hochzuhalten, die Nachspielzeit mit demselben Gerät anzuzeigen oder die Einwechselspieler auf Schmuck zu kontrollieren und sich in der restlichen Zeit von den Trainern übel beschimpfen zu lassen. Über die Torkamera brauchen wir nicht weiter zu reden. Selten war eine Erfindung so was von überflüssig wie diese. Dämliche Nasenhaarspalterei um ein paar Zentimeter mehr oder weniger. Entweder ist er drin oder nicht! Ende der Diskussion.

Und seit einiger Zeit hampeln auf den Torauslinien hüben und drüben zwei Menschen herum, die aus nächster Nähe mit eigenen Augen sehen sollen, ob der Ball die Torlinie tatsächlich in ausreichendem Umfang überschritten hat. Dazu ist nur zu sagen: siehe Torlinientechnik. Der Torrichter hat außerdem noch die Aufgabe, alle Spielszenen im Strafraum zu beobachten, um in strittigen Fällen dem Schiedsrichter seine Beobachtung mitteilen zu können. Auf dem Schulhof nannten wir früher so einen Typen Petze oder Feuermelder.

Und dann jetzt auch noch der Videoschiedsrichter. Ganz kleines Kino! Was der Videobeweis für den Fußball bringt, haben wir nun ja Sonntag beim Kampf Chile gegen Deutschland gesehen. Da kriegt der Deutsche absichtlich eine mit dem Ellenbogen gezimmert, alle sehen es und am Ende gibt es nur Gelb. Dann kann man sich den Firlefanz mit dem in die Luft gemalten Fernseher gleich schenken und einen ausgestreckten Mittelfinger in die Luft malen.

Und unten in der Kreisklasse gibt es keinen Videobeweis und keine Torlinientechnik, da muss ein einziger Schiedsrichter immer noch alles ganz alleine machen. Oder gar nicht, weil es nämlich vollkommen überflüssig ist. Der Rest ist dann reine Intuition direkt aus dem Mittelkreis heraus und Abseits ist dann eh mehr so ein Gefühl in der Leistengegend.

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