Baseball : Tiger geht bei den Echsen vorweg

Thomas Venzke wartet am Schlag auf den nächsten Wurf.
1 von 2
Thomas Venzke wartet am Schlag auf den nächsten Wurf.

Routinier Thomas Venzke fiebert dem ersten Heimspiel entgegen

shz.de von
02. Mai 2015, 16:00 Uhr

„Faszinierend ist nach wie vor, wenn man diesen kleinen Ball satt trifft. Der Sound ist Musik in meinen Ohren.“ Das sagt Thomas Venzke, „Tiger“ genannter Baseballer seit mehr als 20 Jahren, vor dem ersten Heimspiel der Elmshorn Alligators in der 2. Bundesliga Nord am heutigen Sonnabend gegen die Berlin Challengers (13 Uhr, Wilhelmshöhe).

Auf diese Musik hofft nicht nur er, sondern auch der Rest des Aufsteiger-Teams – bedeutet ein gut geschlagener Ball des 36-Jährigen doch, dass er fast immer sicher die erste Base erreicht. Als so genannter Lead-off, der erste Spieler, der für seine Mannschaft in der Partie an den Schlag in das Duell mit dem gegnerischen Pitcher geht, übernimmt er viel Verantwortung. Dabei ist Venzke wahrlich nicht derjenige, der den Ball in schöner Regelmäßigkeit zum Homerun unerreichbar für die Defense über den Zaun des Feldes schlägt. Das ist auch nicht seine Aufgabe. „Es geht darum auszutesten, was für Würfe der Pitcher drauf hat“, so Venzke.

Da ist dann auch mal Geduld gefragt, um nicht gleich nach dem ersten Versuch zu schwingen, der in Richtung der Strikezone geht. Durch dieses imaginäre Rechteck über der Homebase, begrenzt in der Höhe von Schulter und Knie des Schlagmanns, muss der Pitcher die kleine weiße Lederkugel in Richtung seines am Ende der Homebase hockenden Catchers werfen.

Der Unterschied zur Regionalliga sei spürbar. „Die Pitcher in der 2. Bundesliga sind etwas präziser und haben mehr Trickwürfe drauf“, so Venzke. Entsprechend gebe es mehr Strikes – also gute Würfe, die entweder mit hohem Tempo gerade oder in einer Kurve angeflogen kommen und die der Schlagmann nicht trifft. Auf einen freien Lauf zur ersten Base, wenn der Pitcher vier Würfe außerhalb der Strikezone platziert (Base on balls) dürfe man weniger hoffen.

Baseball ist aber nicht für Venzke mehr als dieses immer wieder spannende Duell zwischen Pitcher und Schlagmann. Als Shortstop im Infield gilt er als so etwas wie der Kapitän der Verteidigung. Ewigkeiten will er das aber nicht mehr machen. „Da müssen die jungen Leute langsam reinwachsen“, sagt der Rechtshänder, der mit Ausnahme von zwei Jahren bei den Dohren Wild Farmers immer das Trikot der Alligators getragen hat. Mit dem unverhofften Aufstieg am Grünen Tisch hat er sich einen Traum erfüllt. „Ich bin 2010 zu meinem Stammverein zurückgekehrt mit dem Ziel, den Laden in Richtung 2. Bundesliga zu begleiten“, erzählt er.

Dort angekommen, könnte es sich eigentlich leicht und unbeschwert aufspielen lassen, denn: „Wir haben einfach gar nichts zu verlieren“, sagte der Routinier und schiebt zurückhaltend hinterher: „Unser Ziel ist der sechste Platz. Dann würden wir nicht absteigen. Es wäre großartig, wenn das klappt.“

Ein Erfolg gegen den Mitaufsteiger aus Berlin am heutigen Sonnabend wäre da natürlich klasse. Aber dieses sportlichen Anreizes bedarf es eigentlich gar nicht, der ist unabhängig vom Gegner groß. „Besonders der erste Heimspieltag ist ein Stück magisch mit einer Extraportion Motivation“, verdeutlicht Venzke, der auf viele Zuschauer hofft, denn eine volle Tribüne bedeute noch einen Extra-Kick.



zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen