Nach 31 sieglosen Spielen : TBS Pinneberg beendet Pleiten-Serie

Der Eindruck täuscht: TBS Pinneberg um Massi Omar (li.) und Taulent Xhelilis VfL II begegneten sich nicht auf Augenhöhe

Der Eindruck täuscht: TBS Pinneberg um Massi Omar (li.) und Taulent Xhelilis VfL II begegneten sich nicht auf Augenhöhe

Nach dem Derbysieg gegen den VfL Pinneberg II darf TBS endlich wieder jubeln. Vorstand Selcuk Sahin „vom Glück besoffen”.

shz.de von
07. August 2018, 12:30 Uhr

Pinneberg | Später am Abend leistete Selcuk Sahin noch Fahrdienst in der Firma seines Cousins. Auf den Raki nach dem Abpfiff hat der Vorstand von TBS Pinneberg (Fußball-Bezirksliga) deshalb verzichtet. Um gut in Stimmung zu sein, benötigte er ohnehin keine Hilfsmittel. „Wer es so hören will, dem sage ich es gerne so: Ich bin allein vom Glück besoffen.“

Raki nicht mehr nur Seelentröster

31 Mal hatte der Raki nach TBS-Punktspielen als Seelentröster gedient. 31 Mal war der Landesliga-Absteiger saisonübergreifend sieglos geblieben. Ausgerechnet gegen den Stadtrivalen VfL Pinneberg II endet die Serie des Grauens.

Die Männer mit der Mondsichel auf den Hemden feierten einen 3:0 (1:0)-Erfolg. „Und das auch völlig zu Recht“, räumte Gästebetreuer Mike Treede ein. „Das war ein schwacher Auftritt von uns. In den entscheidenden Momenten sind wir einen Schritt zu spät gekommen.“

Okan Yumut trifft gegen seinen Ex-Klub

Okan Yumut verzichtete auf übertriebenes Kriegsgeheul. Die Freude stand ihm bei seinem Torerfolg in der 75. Minute zwar ins Gesicht geschrieben, nicht aber die Genugtuung. Nach drei Jahren bei der VfL-Zweiten als Kandidat für die VfL-Oberliga-Elf durchs Sieb gefallen, hatte Yumut einige Tage im luftleeren Raum geschwebt.

Dann holte sich Sahin bei VfL-Trainer Patrick Bethke, früher Co-Trainer an der Müßentwiete, die Erlaubnis ein, mit Yumut Gespräche führen zu dürfen. Letztlich überließ der große dem kleinen Bruder den Spieler zum Nulltarif. Nach nur zwei Mal Training bekam Yumut im Derby schon einen Kurzeinsatz gewährt.

„Das Verhältnis zum VfL ist eben intakt“, betonte Sahin.

Ein bisschen anders hatte sich das in der ersten Emotion noch angehört, nachdem die VfL-Zweite am Grünen Tisch die Umwertung ihrer 2:3-Niederlage im Holsten-Pokal gegen TBS II in ein 3:0 erreicht hatte.

„Die Aufgabe ist lösbar“, wusste Sahin nach den Eindrücken dieses Pokalspiels von vornherein. Genau so war es. Als Cihad Karakas in der 32. Minute eine Flanke von Hakan Simsek zum 1:0 einköpfte, da hätten die Gastgeber aufgrund diverser Chancen schon längst 2:0 oder 3:0 führen können.

Co-Trainer Ole Sellhorn, diesmal beim VfL II an der Seitenlinie verantwortlich, versuchte sein Team beim Seitenwechsel neu zu begeistern. Doch dann führte Roberto Rodriguez mit einem Solo schon in der zweiten Minute der zweiten Halbzeit die Vorentscheidung herbei (2:0).

TBS Pinneberg – VfL Pinneberg II 3:0 (1:0)

TBS Pinneberg: Yilmaz – Hak. Simsek, Kilinc, Azar (46. Yazar), Has. Simsek (58. Awis) – Karakas, Omar – Karimi, Türkoglu, Tuncer (69. Yumut) – Rodriguez

VfL Pinneberg II: Schröder – Plath (81. Früchtenicht), Düsing, G. Saliev, Beyer – Gökpinar, Lorenzen, T. Xhelili (70. Colonia) Holos, Reichert (46. Alasan) – Jürgs

Tore: 1:0 Karakas (32.), 2:0 Rodriguez (47.), 3:0 Yumut (75.)

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