Systemfragen

Simeon Duwensee (22) spielt seine zweite Saison im Trikot des VfR Horst und steht in dieser frühen Phase vor der schweren Frage, wie die Verteidigung besser steht.
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Simeon Duwensee (22) spielt seine zweite Saison im Trikot des VfR Horst und steht in dieser frühen Phase vor der schweren Frage, wie die Verteidigung besser steht.

Fußball-Landesliga: Warum Dreier- oder Viererkette nicht allein den Grund für die vielen Gegentore des VfR Horst bilden

shz.de von
24. August 2018, 15:57 Uhr

Vor einer Woche hat Florian Rammer – auch der Personalnot wegen – den Schritt zurück zur Viererkette angeordnet. Verloren hat der Fußball-Landesligist VfR Horst trotzdem, wenn auch unglücklich 1:2 gegen den starken Aufsteiger TSV Nordmark Satrup. Wenn morgen, Sonnabend, der Tabellenfünfte TSV Altenholz an die Heisterender Chaussee kommt, könnten Tobias Petersen, Dragan Suta und Simeon Duwensee wieder als Trio in der hintersten Linie verteidigen, obwohl Rammer seine Maßnahme der Vorwoche als durchaus gelungen ansieht: „Man kann sagen, dass die Umstellung gefruchtet hat.“ Er habe neue Reize setzen wollen und den Ersatzspielern mehr Selbstvertrauen geben. Dies nicht ohne Grund, hat der VfR doch in der Vorsaison durchgehend mit einer Viererkette verteidigt.

Simeon Duwensee würde diese Formation begrüßen. „Die Viererkette hat man jahrelang gespielt. Es weiß jeder, was er da zu tun hat“, sagt der Innenverteidiger. Ein prinzipielles Problem, im Trio hinten zu spielen, hat der 22-Jährige nicht, auch wenn dies noch ungewohnt sei. Die größte Gefahr sieht er im Fünfer-Mittelfeld mit zwei Spitzen. „Ganz vorn ist ein Mann weniger, der den Ball festmachen kann“, verweist er auf die alte Fußball-Weisheit „Angriff ist die beste Verteidigung“. „Es fehlt für uns hinten ein bisschen die Entlastung.“

Nach der vergleichsweise kurzen Vorbereitungsphase von vier intensiven Wochen, war hinten der Laden offen, wie man landläufig zu sagen pflegt: drei Gegentreffer zum Auftakt gegen den Husumer SV, jeweils fünf gar auswärts beim MTSV Hohenwestedt und BSC Brunsbüttel. Die Gegentore hätten aber zu 80 Prozent keinen Bezug zur Frage, ob man mit Dreier- oder Viererkette spielt, stellt Rammer klar. „Wenn du vorne eine Ecke hast und dir hinten einen Konter fängst, hat das nichts mit dem System zu tun“, sagt er.

Ohne es beim Wort zu nennen, verweist er so auf individuelle Fehler. Duwensee, der zur Vorsaison vom damals aus der Verbands- in die Kreisliga abgestiegenen Nachbarn Rot-Weiß Kiebitzreihe zum VfR gestoßen war, kennt den Weg, diesen Fehlern zu begegnen: „Wir müssen einfach enger zusammen rücken.“


Simeon Duwensee gilt fast immer als gesetzt

Neben dem Platz funktioniert das ganz gut. Er sei in Horst gut aufgenommen worden, erzählt er. Egal ob unter den Trainern Michael Fischer, Michael Blume oder jetzt Florian Rammer galt und gilt er als gesetzt. Der schwache Saisonstart macht den Verwaltungsfachangestellten schon etwas nachdenklich. „Dass es nicht einfach wird, war mir – und ich glaube auch jedem anderen – bewusst“, sagt er.

Zu diesem frühen Zeitpunkt aber so unter Druck zu stehen, ist noch etwas anderes. „Mit dem Rücken zur Wand wird es immer schwerer zu agieren“, weiß er und fordert den Befreiungsschlag – am besten schon morgen. Der Glaube daran, dass dies klappen kann, eint ihn dann wieder mit seinem Trainer.

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