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Reitsport : Stolz und zugleich nachdenklich

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wedeler Springreiter Carsten-Otto Nagel nach Europameisterschaft im dänischen Herning nicht vollends zufrieden

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2013 | 05:00 Uhr

„Persönlich habe ich mir mehr versprochen“, urteilt der frischgebackene Teamvize-Europameister im Springreiten, Carsten-Otto Nagel, über sein Abschneiden bei den Europameisterschaften im dänischen Herning.

„Dennoch bin ich sehr stolz darauf, dass wir mit dem Team Silber geholt haben. Es hätte sogar noch fast zu Gold gereicht, dabei sah es nach den ersten beiden Wertungsprüfungen gar nicht danach aus“, ergänzt Nagel.

Mit seiner 15-jährigen Holsteiner Stute Corradina hatte der 50-jährige Gestütsleiter des Wedeler Stalls Moorhof zwei Wertungsprüfungen bestritten. Dabei sorgte das Erfolgspaar dieses Mal für das Streichergebnis der Teamwertung, auf eine Teilnahme am Finale für die Einzelwertung verzichtete Nagel.

„Wenn man in der Einzelwertung auf Platz 25 liegt, macht ein Start wenig Sinn. Denn man kann sich kaum verbessern“, so Nagel. „Mit meinem eigenen Abschneiden bin ich nicht zufrieden. Corradinas Form stimmte und sie kann schwere Prüfungen auf Championatsniveau gehen. Dass die Stute dennoch jedes Mal einen Fehler machte, ist untypisch für sie. Ich muss noch ergründen, woran das lag.“

Die EM bedeutet jedoch nicht das Karriereende für die Schimmelstute. „Ich werde Corradina auch bei den kommenden Hallenturnieren satteln und freue mich, dass ich mit Holiday by Solitur ein sehr gutes weiteres Pferd zur Verfügung habe, dass ich abwechselnd mit ihr einsetzen kann.“

Mit Holiday by Solitur, den Nagel im Frühjahr von Janne Friederike Meyer übernommen hatte, platzierte er sich im Rahmenprogramm in einem CSI***-Springen auf Rang vier. In der Einzelwertung der EM belegte Nagel schließlich Platz 28.

Noch früher war die Dänin Charlotte von Rönne ausgeschieden. Sie bestritt mit ihrem Holsteiner Hengst Cartani bei ihren ersten Europameisterschaften nur zwei Wertungsrunden und sorgte in der Teamwertung ebenfalls für das Streichergebnis. Das ambitionierte dänische Team, das vor Turnierbeginn von einer Medaille geträumt hatte, kam insgesamt auf den zwölften Platz. In ihren beiden Runden unterliefen Charlotte von Rönne und Cartani jeweils ein Spring- und ein Zeitfehler, so kam frühzeitig das Aus. In der Gesamtwertung kam die Reiterin des RFV Uetersen bei 78 Teilnehmern auf Platz 52.

Seinen Heimvorteil nutzte dagegen der Däne Lars Bak Andersen, der in Elmshorn zuhause ist. Zwar hatte ihn der Bundestrainer Lars Pedersen entgegen früheren Optionen nicht als Ersatzreiter für das Nationalteam nominiert, dennoch war Andersen in Herning sehr aktiv. Er nahm mit drei Pferden an fünf Prüfungen des Rahmenprogramms teil und feierte eine Art Familienzusammenführung, denn sein Vater Bo Bak Andersen war in Herning Parcoursbauer aktiv.

Mit seinen Ergebnissen war Andersen sehr zufrieden: „Ich verfehlte mit meinem Championatspferd Liconto del Pierre in einem CSI***-Springen fehlerfrei nur knapp eine Platzierung.“ Außerdem kam er mit 3Q Coulthard im Preis der Stadt Herning auf den sechsten Platz. „Dazu kam, dass ich zwei Schüler aus Malaysia und Dänemark betreute. Da hatte ich genug zu tun.“

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