Reitsport : Starker Ritt bei Starkregen

Dressurreiterin Marlen Essig erhielt das Goldene Reitabzeichen.
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Dressurreiterin Marlen Essig erhielt das Goldene Reitabzeichen.

Springreiter Nisse Lüneburg und Cassandra Orschel teilen sich Sieg in Wedel, Dressurreiterin Marlen Essig erhält Goldenes Reitabzeichen

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10. Juni 2014, 16:00 Uhr

Wedel | Pünktlich zum Hauptspringen setzte am Pfingstsonntag über dem Wedeler Catharinenhof der Starkregen ein – Gewitter. Die Springprüfung mit Stechen der Klasse S* fiel beim Pfingsturnier des Wedeler Reit- und Fahrvereins jedoch nicht ins Wasser. Trotz widriger Bedingungen gingen Nisse Lüneburg (RFV Uetersen), Derbysieger von Klein-Flottbek, John Walter (RFV Uetersen) sowie Cassandra Orschel (RV Rehagen) mit ihren Pferden in den anspruchsvollen Parcours.

„Als ich mit Cazaro startete, regnete es aber bereits so stark, dass ich mich entschied, keinen weiteren Ritt zu wagen“, kommentierte Lüneburg seinen Ritt im Starkregen – einen starken Ritt, denn der Bereiter des Wedeler Magdalenenhofs war mit dem Wallach als dritter Teilnehmer in der S*-Prüfung fehlerfrei geblieben und es sah lange Zeit so aus, als hätte er damit bereits den Sieg in der Tasche, da 20 weitere Springreiter angesichts des Starkregens, der mit voller Härte auf die Reiter und die Pferderücken prasselte, auf ihren Start verzichteten.

„Ich kann gut verstehen, dass sie kein Risiko eingehen wollten und verzichtet haben“, sagte Nisse Lüneburg, dessen Sieg damit aber noch nicht in trockenen Tüchern war. Denn nach etlichen Pausen, die die tapferen Zuschauer auf eine harte Geduldsprobe stellten (einmal fiel sogar der Strom auf der Anlage aus, dann verzichteten mehrere Reiter kurzfristig auf ihren Start), entschied sich als letzte Starterin auch Cassandra Orschel für einen Versuch auf dem tiefen Boden – ein Wagnis, das belohnt wurde. Der Reiterin vom RV Rehagen gelang mit ihrer Stute Herzblatt ebenso wie Nisse Lüneburg zuvor eine Nullrunde.

„Das hat gezeigt, dass der Boden im Parcours doch noch fest war“, kommentierte Lüneburg den gelungenen Ritt seiner Konkurrentin. Da seine Pferde sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Weg nach Hause befanden und der Regen nicht aufhörte, entschlossen sich Lüneburg und Orschel auf das Stechen zu verzichten. Beide bekamen deshalb bei der Siegerehrung je eine silberne Schleife an ihre Trense geheftet. Bevor die völlig durchnässten Reiter ihre kurze Ehrenrunde antraten, gab es für Lüneburg zudem noch eine Magnumflasche Champagner. Sie war der Ehrenpreis für den Züchter des besten Holsteiner Pferdes. Kaum hatten die Reiter den Parcours verlassen, ließ auch der Regen nach und es tröpfelte nur noch.

Später – wieder bei strahlendem Sonnenschein – konnte sich Marlen Essig vom Wedeler RFV bei den Dressurreitern noch über eine besondere Ehrung freuen: Sie bekam vom Präsidenten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Breido Graf zu Rantzau, für zehn Siege in der Klasse S das Goldene Reitabzeichen überreicht.

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