WM-Fieber : Spül-Rekord zur Halbzeit

Die Elmshorner Pippi-Kurve beim WM-Spiel Deutschland gegen Portugal. Ganz klar zu erkennen:  Zu Beginn der Halbzeitpause um 18.48  Uhr schoss der Wasserverbrauch der Einwohner in die Höhe.
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Die Elmshorner Pippi-Kurve beim WM-Spiel Deutschland gegen Portugal. Ganz klar zu erkennen: Zu Beginn der Halbzeitpause um 18.48 Uhr schoss der Wasserverbrauch der Einwohner in die Höhe.

So genannte Pippi-Kurve zeigt sprunghaften Anstieg des Wasserverbrauchs beim Seitenwechsel

shz.de von
27. Juni 2014, 16:00 Uhr

Pinneberg | Während der WM-Spiele schnellen in den Wohnzimmern des Kreises Pinneberg nicht nur die Emotionen in die Höhe, auch der Wasserverbrauch erreicht rekordverdächtige Größen. Und zwar zu ganz bestimmten Zeiten. Während die Spieler auf dem Platz ihren emotionalen Druck in Bewegung umwandeln, finden die Fußballfans ihre große Erleichterung in der Halbzeitpause. Fast drei Mal so groß wie sonst üblich ist dann der Verbrauch. In dieser Zeit stehen dann die Wasserwerke kräftig unter Druck.

Die Pippipausen der deutschen Fußball-Fans werden auch in den Elmshorner Wasserwerken genau registriert. Wie die Stadtwerke mitteilen, schnellt unmittelbar nach dem Halbzeitpfiff der Wasserverbrauch steil in die Höhe. Bei den vergangenen WM-Spielen der Deutschen Nationalelf zum Beispiel schossen zur Halbzeitpause plötzlich bis zu 762 Kubikmeter Wasser pro Stunde durch die Leitungen der Krückaustadt – wenige Sekunden vorher waren es nur 275 Kubikmeter pro Stunde – also fast zwei Drittel weniger als üblich.

Eindruckvoll zeigt dies die Spülanalyse anhand der Pippi-Kurve. „Wir können ziemlich genau sagen, dass der sprunghafte Anstieg des Verbrauchs auf die Fußball-WM zurückzuführen ist“, sagt Sören Schuhknecht, Leiter der Stadtwerke in Elmshorn. Die Halbzeitpause wirke wie ein Rohrbruch. 170 Prozent mehr Wasser floss zum Beispiel beim ersten WM-Spiel der Deutschen gegen Portugal.

Die erwähnte Pippi-Kurve des Spiels zeigt diese Toiletten-Besuche recht deutlich. In den ersten zehn Minuten zwischen Beginn der Halbzeitpause und Wiederanpfiff flossen in Elmshorn etwa 52 Kubikmeter Wasser mehr durch die Leitungen als üblicher Weise. Geht man von einer durchschnittlichen Spülwassermenge von grob gerechnet fünf Litern pro Spülkastendruck aus, waren also in den besagten zehn Minuten 14 400 Menschen Pippi-Machen. Hochgerechnet quasi jeder dritte Elmshorner machte Pippi-Pause in der Halbzeit.

Während der geneigte Fußballfan also seinen Blasendruck, wohl aufgrund erhöhter Aufnahme von Getränken abbaute, ackerten die Stadtwerke wie verrückt, um ihren Druck in der Leitung aufrecht zu erhalten. Die beiden Wasserpumpstationen der Stadtwerke holten alles raus, was drin war, und pressten das Nass durch die Leitungen, damit niemand am Spülkasten trocken blieb. Nach Spielende ließen sich die Fans etwas mehr Zeit, ihrem Druck auf Klo freien Lauf zu geben.

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