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Fußball-Landesliga : Sprünge mit Bodenhaftung

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

FCE-Neuzugang Henri Weigand zwischen Fußballplatz und dem Kitesurf-Spot St. Peter-Ording.

Der junge Mann will gern hoch hinaus. Henri Weigand, jüngster Neuzugang beim Fußball-Landesligisten FC Elmshorn. Das gilt mehr noch als für den Kick auf dem Rasen für den Kick in der Luft. Der 18-Jährige frönt nämlich noch einem weiteren Hobby: Kitesurfen. Eingeklinkt in einen Drachen mit dem Board über die Wellen zu reiten und zu Sprüngen abzuheben ist für den Bismarckschüler das höchste der Gefühle. „Wir haben eine Ferienwohnung in St. Peter-Ording und ich habe mit zwölf Jahren mit Kitesurfen angefangen. Vom Können her bin ich inzwischen mehr al s fortgeschritten“, erzählt der junge Mann vor dem heutigen Heimspiel gegen den TuS Osdorf (19.30 Uhr, Wilhelmstraße) begeistert von dem Gegensatz zwischen dem Individualsport in Wind und Wellen sowie dem Mannschaftssport Fußball.

Rein fußballerisch backt Weigand an der Wilhelmstraße aktuell kleinere Brötchen als er es vielleicht könnte, schließlich lag ihm auch ein Angebot des Niendorfer TSV aus der Oberliga Hamburg vor. Für dessen A-Junioren hatte er vergangene Saison in der Regionalliga gespielt, sich im Sommer aber bewusst gegen den gehobenen Amateurstatus entschieden.

Es gibt schließlich neben dem Sport noch den Ernst des Lebens: Seit dieser Woche steht die Schule im Mittelpunkt des Alltags; es soll das letzte Schuljahr sein, und an dessen Ende das Abitur mit einer guten Note stehen. Da wären regelmäßig vier Trainingseinheiten in Hamburg zu viel gewesen; Zeitaufwand: jeweils gut fünf Stunden. In Elmshorn bittet Trainer Dennis Gersdorf nur an zwei Tagen der Woche zum Ball. „Da fahre ich zehn Minuten mit dem Fahrrad hin. Das ist kein Vergleich“, sagt er. Und in Niendorf hätte es wohl kein Trainer mitgemacht, dass sein Mittelfeldstratege während der Vorbereitung wegen seiner zweiten großen Leidenschaft fehlte. Aber für Weigand waren es die letzten Sommerferien.

Aus der A-Jugend-Regionalliga bringt Weigand bereits viel mit. Team-Manager Rainer Klaar sagte bereits nach dem ersten Saisonsieg bei Nikola Tesla über den Schützen des Elmshorner Sieg-Tor: „Man sieht, dass der Junge Struktur hat.“ Und auch Trainer Dennis Gersdorf unterstreicht: „Henri hat gut reingefunden und wird immer besser.“

Die kann Weigand beim FCE mehr im zentralen Mittelfeld ausspielen. „Bei Niendorf musste ich zwangsweise auf Linksaußen ausweichen, was mir nicht so liegt. Ich bin lieber im Zentrum und baue das Spiel auf“, sagt er von sich. Zuletzt setzt ihn Trainer Dennis Gersdorf mehr als Sechser, denn als Zehner ein. „Das ist für mich ein neuer Anreiz, weil man auch defensive Aufgaben übernimmt. Und es macht viel Spaß, weil wir zwei pfeilschnelle Außen haben, die einen Ball auch dann kriegen wenn er mal etwas zu steil ist.“

Die angesprochenen Ghadimi-Brüder Dennis und Adrian sollen auch heute Abend im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten TuS Osdorf wichtige Anspielstationen sein. Dann ist der FCE als aktueller Landesliga-Vorletzter naturgemäß Außenseiter. Team-Manager Rainer Klaar ist angesichts der Tabellenkostellation auch sein immerwährender Optimismus abhanden gekommen. „Ich weiß nicht, ob bei jedem angekommen ist, dass wir um die Existenz spielen“, sagte er angesichts der extrem schwankenden Leistungen. „Jeder Punkt, der in Elmshorn bleibt, sehe ich als Erfolg an.“ Henri Weigand indes glaubt an eine Chance. „Bisher mussten wir oft das Spiel machen. Gegen Osdorf können wir weiter von hinten kommen“, glaubt er. Dann gilt es wie beim Kitesurfen, das Gas richtig zu dosieren – auf dem Wasser mit dem Drachen, auf dem Rasen mit dem Ball.

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erstellt am 09.Okt.2015 | 16:00 Uhr

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