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„Bronzener Stern des Sports“ : Sportler, die gesellschaftliche Blockaden überwinden

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vereine aus dem Kreis Pinneberg werden für ihr gesellschaftliches Engagement prämiert. Der EMTV erhält den „Bronzenen Stern des Sports“ für seine innovativen Bewegungsprojekte.

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Anißa Nowak hat viel um die Ohren. Die 22-jährige Elmshornerin absolviert in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover derzeit eine Ausbildung zur Sport- und Eventmanagement-Assistentin. Und dennoch findet Nowak die Zeit, sich in ihrem Heimatverein, dem Elmshorner Männer-Turnverein (EMTV), zu engagieren. Und das nicht nur als Sportlerin – Nowak ist Cheerleaderin – und Trainerin, sondern auch als ehrenamtliche Leiterin von innovativen Bewegungsprojekten.

Gemeinsam mit ihrer Vereinskollegin Melina Mester, EMTV-Geschäftsführer Mark Müller und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins, Uwe Altemeier, entwickelte Nowak die Idee, Sportangebote anzubieten, die Kinder und Jugendliche mit und ohne körperliche und oder geistiger Beeinträchtigung zusammenführen. Ein Projekt, das weit über den normalen Sportbetrieb hinaus geht – und deshalb mit dem „Bronzenen Stern des Sports“, einer Auszeichnung für Sportvereine auf kommunaler Ebene, die sich in hohem Maße sozial und ehrenamtlich engagieren, prämiert wurde.

„Wir wollen, dass es in der Gesellschaft zur Normalität wird, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam in Vereinen Sport treiben. Unsere Angebote werden gut angenommen. Das und der Preis bestärken uns, so weiterzumachen“, freute sich Nowak über die Ehrung. Der mit 3 000 Euro dotierte Preis wird auf kommunaler Ebene im Kreis Pinneberg alljährlich vom Kreissportverband, der Volksbank Pinneberg-Elmshorn, der Bürgerstiftung der VR Bank Pinneberg und dem Olympischen Sportbund vergeben. „Der Sport hat die Kraft, Menschen zusammenzuführen, er gibt Jugendlichen Orientierung und vermittelt ihnen Werte. Das Inklusions-Projekt des EMTV verdeutlicht diese Kraft in hohem Maße“, lobte Sönke Hansen, Vorsitzender des Kreissportverbandes Pinneberg (KSV), den Elmshorner Verein. Dessen stellvertretender Vorsitzender Uwe Altemeier wies darauf hin, dass es immer noch Ressentiments gibt, wenn es darum geht, Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammenzuführen: „Wir müssen durchaus Blockaden überwinden. Aber unser Projekt ist keine Eintagsfliege. Wir machen weiter, werden Inklusion und frühkindliche Sport-Förderung vorantreiben, da sehen wir eine gesellschaftliche Verantwortung.“

Insgesamt 7800 Euro Preisgelder (7300 von der Bürgerstiftung und 500 für den Sieger von der Bank) vergab die Jury an insgesamt sieben Preisträger. „Das zeigt, wie groß die Bedeutung des Sports und seines gesellschaftlichen Stellenwerts in Pinneberg ist“, betonte Karsten Tiedemann vom KSV, der zudem auf die gute Partnerschaft in der Sportförderung mit Horst Alsmöller, Vorstand der VR-Bank Pinneberg-Elmshorn, verwies. Neben dem Sieger EMTV zählten der SV Hörnerkirchen (2000 Euro), der mit seiner Teestube Jugendlichen und Nicht-Mitgliedern einen Treffpunkt bietet, der Elmshorner Reitverein Binnendieck (1000 Euro), der Reiterverein Esingen (500), der TuS Hemdingen-Bilsen (500), der Reitverein Glückstadt (500) sowie die Hockeyabteilung des VfL Pinneberg (300) zu den ausgezeichneten Vereinen, die allesamt vom starken Engagement ihrer Ehrenamtler leben. Ehrenamtler wie Anißa Nowak vom EMTV, die trotz privater und beruflicher Verpflichtungen immer noch Zeit finden, sich im Sport für Gesellschaft zu engagieren.

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