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Fussball-Oberliga : Spektakel nur am Himmel

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gewitterfront führt zu Spielabbrüchen in Bönningstedt und Pinneberg

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2017 | 16:00 Uhr

Verdutzte Blicke am gestrigen Sonntagnachmittag im Sportzentrum Bönningstedt. 75 Minuten lang hatte Schiedsrichter Christian Okun (BSV 19) die Fußball-Oberliga-Partie zwischen dem SV Rugenbergen und dem Niendorfer TSV bereits geleitet. Dann, in der 76. Spielminute, ertönte ein Pfiff: Okun zeigte gen Himmel und unterbrach beim Stand von 0:0 zunächst die Partie. Grund war eine Gewitterfront, die sich den Gesten des Unparteiischen nach von drei Seiten her ausbreitete.

Während einige Spieler gerade erst vor dem einsetzenden Regen Schutz unter dem Tribünendach gefunden hatten, hallte ein erneuter Pfiff über den Platz. Okun hatte nach einem Blick aufs Wetterradar offenkundig keine Hoffnungen mehr auf eine zeitnahe Fortsetzung der Partie und brach diese schließlich ganz ab. Eine, darüber waren sich alle Beteiligten einig, aus Sicherheitsgründen richtige und vertretbare Entscheidung. Dennoch zeigten sich einige Akteure über den Zeitpunkt des Abbruchs erstaunt. „Es herrschte die ganze Zeit über eigentlich identisches Wetter“, hatte nicht nur SVR-Trainer Ralf Palapies bereits von Spielbeginn an Blitze und ein bedrohliches Grollen vernommen.

Ohnehin herrschte am Himmel deutlich mehr Spannung als auf dem Rasenplatz an der Ellerbeker Straße. „Torraumszenen gab es eigentlich keine. Ein Spiel, das nicht schön mitanzusehen war“, fasste Mittelfeld-Akteur Kevin Beese die Geschehnisse kurz und treffend zusammen. Die Bönningstedter hatten zwar mehr vom Spiel, ließen jedoch nach vorne jegliche Durchschlagskraft vermissen.

„Wir haben uns spielerisch aufgerieben und nicht die richtigen Mittel gefunden“, so Palapies, der gegen tiefstehende Niendorfer weitaus mehr hohe Bälle seines Teams zu notieren hatte, als ihm lieb war. „Das ist eigentlich nicht unser Spiel“, räumte der Coach ein. Die Gäste dagegen fokussierten sich größtenteils auf die Abwehrarbeit, boten offensiv ebenso Magerkost wie der SVR.

Eine beinah identische Szenerie bot sich zeitgleich einige Kilometer weiter westlich im Stadion 1 an der Pinneberger Fahltsweide. Auch hier sah Thorben Reibe, Coach des gastgebenden VfL Pinneberg im Duell mit dem FC Türkiye, einzig am Himmel Spektakel. Er selbst bezeichnete das 63 Minuten währende Treiben als „Katastrophen-Spiel“, in dem beide Teams alles andere als geglänzt hatten. Dann zwang das Unwetter auch Schiedsrichter Patrick Hahn zum Abbruch der Partie. Anders als sein Kollege Okun in Bönningstedt wartete Hahn jedoch noch etwa 30 Minuten ab, ehe er beide Teams endgültig zum Duschen schickte. Aus Sicht Reibes aufgrund der Bedingungen eine „zwingend erforderliche und absolut richtige Entscheidung.“ Über eine Neuansetzung der beiden Partien wird voraussichtlich in den kommenden Tagen entschieden.

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