Fußball-Oberliga : Sorgt HR für Stühlerücken?

Schuhe schnüren und weiter: Achim Hollerieths Trainerstuhl beim FCE  wackelt (noch) nicht.
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Schuhe schnüren und weiter: Achim Hollerieths Trainerstuhl beim FCE wackelt (noch) nicht.

Viertes Spiel ohne Sieg für den FC Elmshorn: SV Halstenbek-Rellingen gewinnt Derby 2:0, Hollerieth hört im Sommer auf.

shz.de von
25. November 2013, 12:00 Uhr

Seine erste brenzlige Situation hatte Achim Hollerieth, Trainer des Fußball-Oberligisten FC Elmshorn, bereits eine gute halbe Stunde vor dem Derby bei der SV Halstenbek-Rellingen zu meistern. Von der Terrasse des HR-Clubheims wollte „Holler“ zwei Stühle entwenden, um sie vor seiner Trainerbank aufzustellen. Die Sicht von der kleinen Holzbank aus aufs Spielfeld war dem Ex-Profi zu eingeschränkt. HRs Klubwirtin aber intervenierte vehement, forderte das Gestühl für die Gäste des Vereinsheims ein. Der FCE-Coach musste notgedrungen umdisponieren und sich zwei andere Stühle aus dem Kabinentrakt organisieren.

Zum Sitzen kam Hollerieth nach dem Anpfiff der Partie dann aber ohnehin nicht. Weitere brenzlige Situationen, diesmal eindeutig im fußballerischen Bereich verortet, warteten auf den angehenden Fußballlehrer.

Die erste, ein Freistoß von HRs glänzend aufgelegten Jaques Rodrigues, konnte FCE-Keeper Ole Springer noch entschärfen (2.). Bei der zweiten war Springer dann aber machtlos. De Oliveira steckte einen Pass geschickt durch die konfuse Elmshorner Abwehr auf Mitspieler Ahmed Osmanov durch, der ruhig zum 1:0 für den Gastgeber aus elf Metern einschob (8.).

Immer noch stehend und nicht sitzend, musste Hollerieth mit ansehen, wie sein Team in der Folgezeit überhaupt nicht ins Spiel fand und HR es versäumte, die Führung gar auszubauen. Ausgerechnet in einer Phase, in der dann der Gast von der Krückau besser in die Partie fand und sich Chancen durch Aytac Erman (28.) und Maurizio D’Urso (36.) erspielte, gelang HR das 2:0. Einen Freistoß von Suntic verlängert Hermanowicz an den langen Posten, an dem Mladen Tunjic lauerte und den Ball unters Quergebälk drosch (42.).

Mit Schwung kam der FCE aus der Kabine, erhöhte den Druck, doch entweder scheiterte der amtierende Meister am eigenen Unvermögen im Abschluss oder an HRs starkem Schlussmann Adrian Matthäi. Immer wieder setzte die Heimelf über Rodrigues Nadelstiche mit Kontern. „Wir hätten auch noch zwei Stunden weiterspielen können und hätten kein Tor erzielt“, so ein in sich gekehrter Hollerieth nach der Partie, die sein Team nicht mehr drehen konnte.

Wie geht es nun weiter für den Coach, der seit nunmehr vier Spielen in Folge sieglos ist, dessen Entlassung in der vergangenen Woche kolportiert wurde und der das Amt des Marketingleiters beim FCE aufgeben wird? „Am 1. Juli 2014 ist für mich in Elmshorn definitiv Schluss, bis dahin müssen wir uns alle zusammenreißen – Spieler, Trainer, Verantwortliche. Wichtig sind letztlich Respekt und Loyalität.“ Eine baldige Trennung schloss der Coach vorerst aus.

Nur ein einziges Mal nahm Hollerieth während des gesamten Spiels auf seinem Stuhl Platz. Wird er zeitnah ganz frei? Noch hat das ganz große Stühlerücken an der Wilhelmstraße nicht begonnen.

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