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Vorschau auf die Fußball-Oberliga : Schwerer Verlust für Halstenbek-Rellingen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

HR muss auf seinen Mittelfeldmotor verzichten. Die Gesundheit geht vor. Beim VfL Pinneberg sind derweil Rechenspiele angesagt.

Die rechte Außenbahn ist sein Revier. In 27 von 34 Ligaspielen kam Nils Matthiessen in der vergangenen Saison für den Oberligisten SV Halstenbek-Rellingen zum Einsatz, gehörte zum Stamm des Teams und ist am Lütten Hall ein Publikumsliebling.

Jetzt müssen die HR-Anhänger aber für längere Zeit auf ihren Mittelfeldmotor verzichten. Schmerzen in der Brust plagten den 27-Jährigen – so sehr, dass er zunächst von einem Herzinfarkt ausging. Erste Diagnosen gaben aber Entwarnung. Es sei eine Brustmuskelzerrung, hieß es vor einigen Tagen. Doch Matthiessens Trainer Thomas Bliemeister, der stets die taktische Disziplin und den Einsatz seines Schützlings lobte, muss nun berichten: „Er wird uns noch länger fehlen, die Ärzte suchen, noch ist nicht klar, ob es etwas mit dem Herzen oder der Lunge ist.“

„Nille“ steckt in der Ärztemühle, ließ sich medizinisch durchchecken. Blutabnahme, Röhre, ein Arzt-Marathon liegt hinter dem jungen Vater. „Er wird vorerst nicht mehr spielen und trainieren, wir wollen kein Risiko eingehen und werden ihm helfen, Ärzte zu finden, sobald eine klare Diagnose gestellt ist“, sichert Bliemeister Unterstützung zu.

Matthiessen selbst erzählt über seine ungewollte Pause: „Ich fühle mich schon etwas besser, befinde mich in fachärztlicher Behandlung. Noch ist nicht genau klar, was es ist, eventuell eine verschleppte Bronchitis. Ich bin an der Mannschaft dran und versuche natürlich, sie bei jedem Spiel anzufeuern. Hoffentlich bin ich Ende des Jahres wieder fit.“ Der Ausfall von Matthiessen, sportlich und menschlich ein großer Verlust für HR.

Gegen Tabellenführer Altona 93 am Sonntag (14 Uhr) wird aller Voraussicht nach erneut Jan Eggers Matthiessen rechtsaußen ersetzen. Beim 5:0 über den SC Alstertal-Langenhorn tat er dies bereits zu Bliemeisters vollsten Zufriedenheit: „Er hat seine Sache gut gemacht, hatte ein gutes Pass- und Laufspiel.“

Dennoch lässt der Cheftrainer offen, ob Eggers gegen die Gäste spielen wird. Nach den Verpflichtungen von Sebastien Mankumbani, Ilias Antoniou (vielseitig einsetzbar, beide Schnelsen) und Konstantinos Chercheletzis (Angriff, vereinslos) stehen Bliemeister mehrere Alternativen zur Verfügung – ebenso wie ein euphorisierter Spielmacher Nikola Maksimovic, der am Dienstag stolzer Vater wurde.

„Wir werden beim heutigen Abschlusstraining gucken, wer von den Neuen schon fit genug ist, um in den Kader zu rutschen“, so Bliemeister, dessen Team mit den ungeschlagenen Gästen noch eine Rechnung offen hat: Am 21. April gewannen die 93er 3:2 am Thesdorfer Weg und beendeten damit HRs Serie von 16 Spielen in Folge ohne Niederlage. „Wieso sollten wir also diesmal nicht Altonas Serie brechen?“, fragt Bliemeister selbstbewusst.

VfL Pinneberg schwer ausrechenbar

Reichlich selbstbewusst ist auch der VfL Pinneberg nach dem 2:0-Derbysieg über den SV Rugenbergen und vor dem schweren Auswärtsspiel Sonntag beim TSV Buchholz 08 (15 Uhr). Zumal die Pinneberger bei ihrem letzten Auftritt in der Nordheide am 4. April überraschend 1:0 siegten. Im taktischen 4–3-3-System mit einem so genannten „falschen Neuner“ (einem Offensiven in der Mitte, der jedoch nicht nur vorne klassisch auf Bälle lauert, sondern das Spiel mit ankurbelt und sich immer wieder fallen lässt) überzeugten die Pinneberger. Die taktische Ausrichtung für den Rest der Saison?

Fischer: „Das hat mir gefallen, aber wir behalten es uns vor, unser System je nach Gegner Woche für Woche zu ändern. Ich möchte nicht ausrechenbar sein.“ Dass der VfL so flexibel sein kann, hängt auch mit dem großen Kader von 25 Mann zusammen. Sören Badermann und Martin Staegemann (wieder genesen) sowie Fabian Knottnerus (Malediven-Urlaub) sind zurück.

SV Rugenbergen spielt künftig sonntags

Ralf Palapies, Trainer des SV Rugenbergen, lenkte sich am Sonnabend nach der Derby-Niederlage gegen den VfL beim Spiel seines Sohnes Noah (G-Jugend Niendorfer TSV) ab, das mit 2:0 gewonnen wurde. „Großartig, wie die Kleinen schon passen und jubeln.“ Jubeln will „Pala“ am Sonntag beim Heimspiel gegen Aufsteiger Oststeinbek (14 Uhr, zukünftig plant der SVR seine Heimspiele immer sonntags auszutragen) ebenfalls wieder. Die Pleite gegen den VfL habe sein Team nicht aus der Bahn geworfen. „Wir wurden ja nicht an die Wand gespielt. Wir haben uns zwei individuelle Fehler im Spielaufbau geleistet, die eiskalt bestraft wurden – mehr nicht.“

Bei den Gästen könnte Torjäger Rafael Monteiro (2012/13 mit 44 Toren Landesliga-Torschützenkönig) wieder mitwirken. „Wir müssen sie sehr ernst nehmen, wollen nach zwei Niederlagen in Folge wieder an den guten Start anknüpfen“, so Palapies, der auf Abwehrchef Dennis Schmidt (Knöchel), Sven Worthmann (Seminar) und Kevin Lohrke (Urlaub) verzichten muss.

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erstellt am 06.Sep.2013 | 16:00 Uhr

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