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Karate : Schwarzer Gürtel für Linos Klein

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der 13-jährige Appener in Diensten des VfL Pinneberg und Wedeler TSV besteht die Dan-Prüfung in Bonn

Wieder setzt der Nachwuchs-Karateka Linos Klein (Foto) auf das bisher Erreichte einen drauf. Nachdem der 13-jährige Appener, der für den VfL Pinneberg und den Wedeler TSV trainiert, bereits im letzten Jahr mit dem Kata-Team deutscher Vizemeister wurde und in den Bundeskader berufen wurde, sollte das Jahr 2016 nicht weniger erfolgreich verlaufen. Denn: Jetzt bestand der talentierte Sportler die Dan-Prüfung in Bonn im Rahmen eines Seminars unter dem Vorsitz von Georg Karras und dem Bundestrainer Efthimios Karamitsos.

Aber der Reihe nach: Bereits im Januar hatte Linos mit seinen Team-Kollegen aus Bremerhaven die Landesmeisterschaft in Bremen gewonnen. Später holte das Team bei den Deutschen Meisterschaften in Ilsenburg/Harz auch noch die Gold-Medaille. Neben weiteren erfolgreichen Wettkämpfen sicherte er sich noch vier weitere Landesmeistertitel im Einzel. So gelang dem Blondschopf in Hamburg und Schleswig-Holstein im Kata-Einzel der Gang aufs Siegertreppchen, ehe er bei den offenen Landesmeisterschaften Mecklenburg-Vorpommerns in Stralsund erstmals das Double holte und sowohl in der Disziplin Kata als auch im Kumite die Nase vorn behielt.

Danach fokussierte sich der Blick Kleins nur noch auf das Erreichen des Schwarzgurtes: „Ich habe mich grundsätzlich seit einem Jahr auf die Dan-Prüfung vorbereitet, auch wenn ich zwischendurch für die eine oder andere Meisterschaft gezielt trainiert habe. Nach der Deutschen Meisterschaft habe ich mich nur noch mit dem Dan-Prüfungsprogramm beschäftigt und fünf bis sechs Mal in der Woche trainiert“, meinte Linos, der die achte Klasse des Ludwig-Meyn-Gymnasiums in Uetersen besucht, kurz vor seiner Abfahrt.

Nach der Ankunft in Bonn trainierte das Karate-Talent zunächst unter Anleitung des Bundestrainers. Selbst zwischen den Trainingseinheiten gönnte Linos sich keine Pause und formte weiter an den verschiedenen geforderten Prüfungsteilen. Im Anschluss an den Lehrgang wurde dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Dan-Prüfung durchgeführt. Insgesamt hatten sich 21 Prüflinge aus dem gesamten Bundesgebiet angemeldet, der mit Abstand jüngste kam aus Appen.

Zunächst wurden verschiedene Grundschultechniken (Kihon) in Kombination von den Prüflingen abverlangt. Anschließend wurden die Form (Kata) und entsprechende Anwendungsbeispiele (Bunkai) geprüft. „Es war meine schwerste Prüfung, aber ich war mit mir zufrieden. Nach der Kata wusste ich, dass ich es schaffen würde. Ich sah, wie der Bundestrainer bereits meinen Pass stempelte“, schmunzelte Klein.

Zum Abschluss der Prüfung mussten Partnerübungen (Jiyu Ippon Kumite) und das freie Kämpfen von den Dan-Anwärtern demonstriert werden. Danach gab es bereits eine erste Kritik von Eftimios Karamitsos. „Als der Bundestrainer zu mir sagte, dass ich eine sehr gute Prüfung abgelegt hätte, war ich mir ganz sicher, dass ich es geschafft habe“, bemerkte Linos stolz. Doch noch hieß es bis zur Verleihung der Urkunden kurz zu warten, wenngleich die ersten Mitstreiter schon ihre Glückwünsche überbrachten. „Ich kann dir schon gratulieren, du warst mit Abstand der Beste“, lobte eine der Geprüften aus dem Saarland. Bei der Verleihung der Urkunden betonte die Prüfungskommission die insgesamt guten Leistungen und teilte die Ergebnisse mit. Als erstes bekam Linos Klein mit einem besonderen Lob des Bundestrainers seine Urkunde und seinen Gürtel verliehen. Der spezielle schwarz-rote Gürtel kennzeichnet einen Junior-Dan-Träger. Nachdem 16 weitere Prüflinge ihre Urkunden für die bestandene Prüfung erhalten hatten, eilte Klein zu seiner Sporttasche.

Hervor zog er eine persönliche Dankes-Karte sowie einige Schokoriegel und überreichte sie seinem mitgereistem Trainer und Vater Marco Klein. „Es gibt so viele, die mich auf meinem Weg zum Schwarzgurt unterstützt haben, aber mein ganz besonderer Dank gilt meinem Vater, der mich immer begleitet hat“, so Linos Klein. Ein Sprichwort von Gichin Funakoshi, Begründer des modernen Karate, lautet: „Das höchste Ziel ist weder Sieg noch Niederlage, sondern die Perfektion des menschlichen Charakters“. So bleibt nur zu sagen: „Linos, Sensei ni rei (jap.: Gruß zum Meister).


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