„Quereinsteiger“ ist neuer Chef

Tim Stahl ist der neue starke Mann beim TSV Sparrieshoop. Auf dem Bild im Hintergrund ist sein Vor-Vor-Vorgänger Helmut Gehn zu sehen, nach dem auch das Stadion benannt ist.
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Tim Stahl ist der neue starke Mann beim TSV Sparrieshoop. Auf dem Bild im Hintergrund ist sein Vor-Vor-Vorgänger Helmut Gehn zu sehen, nach dem auch das Stadion benannt ist.

Tim Stahl übernimmt den Vorsitz beim TSV Sparrieshoop / Was ihn von seinem Vorgänger Roschinski unterschiedet, was ihn verbindet

shz.de von
09. November 2018, 15:59 Uhr

Viel größer könnte der Unterschied im Werdegang zwischen dem alten und dem neuen Vorsitzenden des TSV Sparrieshoop nicht sein. Als Wolfgang Roschinski Ende Februar 1999 das Amt übernommen hatte, war er bereits Spartenleiter Tischtennis und Fußballtrainer in dem Verein gewesen. Sein am Mittwochabend während einer außerordentlichen Hauptversammlung von 44 Mitgliedern einstimmig gewählter Nachfolger Tim Stahl hat bisher keine Funktion ausgeübt.

Beide eint das freiwillige Element. „Ich möchte das ehrenamtliche Engagement fördern, denn das ist der größte Punkt, der einen Verein ausmacht“, warb Stahl, als er sich vorstellte. „Dann können wir alle viel Spaß haben.“ Kennengelernt hat der 42-Jährige dieses Engagement als Vater zweier Kinder, die zum Eltern- und-Kind-Turnen in den TSV eingetreten sind. Luisa (5) ist immer noch dabei, Levi (8) spielt mittlerweile Fußball.

„Es gibt einen richtigen Betreuerstab, der sich um die Kinder kümmert. Es ist ein toller Moment zu sehen, wie das Vereinsleben ist, wenn das Ehrenamt funktioniert“, sagte der Bankkaufmann. Zusammenhalt fördern, anpacken, pragmatische Lösungen finden hat er als Schlagworte ausgegeben. „Als Querein-steiger habe ich eine unvoreingenommene Sicht der Dinge“, sagte er.

Unvoreingenommen heißt aber nicht unwissend. Ehefrau Kirsten Stahl ist Kinder- und Jugendschutzbeauftragte des Vereins. Er selbst hat seit Jahresbeginn als „stiller Beobachter“ an den Vorstandssitzungen teilgenommen. Anfangs habe er noch eher an eine Mitarbeit mit Schwerpunkt Finanzen gedacht, doch im Laufe des Jahres war dann immer klarer geworden, dass Roschinski für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung stehen würde. Dass diese jetzt endete, hing mit dem Zwang zusammen, die neue Satzung zu verabschieden, was auch einstimmig erfolgte. „Wir können mit Fug und Recht sagen, dass wir die modernste Satzung in Schleswig-Holstein haben“, sagte Roschinski über das von Bernd Röding ausgearbeitete Paragraphenwerk.

Aufs Geld achtet weiterhin Theodor Schinkel, der wie die beiden anderen stellvertretenden Vorsitzenden Frank Ehlert (Werbung) und Thomas Schröder (Öffentlichkeitsarbeit) einstimmig wiedergewählt wurde. Neuer Schriftführer wurde Robert Prevot als Nachfolger von Detlef Möller, der weiterhin Sozialwart bleibt.

Damit ist der Vorstand etwas breiter aufgestellt. Wolfgang Roschinski, sowohl vom Verein als auch Bürgermeister Günter Korff (SPD) mit vielen dankenden Worten und Whiskey für genussreiche Stunden bedacht, bleibt als Ratgeber im Hintergrund. Für Tim Stahl wird der Weg, wenn er von seinem Vorgänger etwas wissen will, ein kurzer sein. Die beiden sind Nachbarn.

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