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Pinneberger Team fliegt nach China

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

FussballC-Juniorinnen des VfL Pinneberg erhalten Zuschlag für ein Einladungsturnier in Changchun / Spezielle Schulung vor Reisestart

shz.de von
erstellt am 06.Jul.2017 | 16:00 Uhr

„Eine unglaubliche Reise“, nennt Sven Lempfert das, was vor der weiblichen C-Jugend des VfL Pinneberg, die er gemeinsam mit Nils Dröge trainiert, liegt. Am 17. Juli fliegen die beiden Trainer mit 19 Spielerinnen und sieben Eltern nach China. In Changchun – Luftlinie mehr als 7500 Kilometer von Pinneberg entfernt – wird das VfL-Team bei einem Einladungsturnier gegen zwei chinesische und eine russische Mannschaft antreten. Die Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten von etwa 40  000 Euro übernimmt das chinesische Logistikunternehmen CCL.

Im Februar hatte Lempfert die Ausschreibung des Hamburger Fußball-Verbands gelesen. „Ich bin da naiv rangegangen und dachte, es wird eh nichts“, sagt der VfL-Jugendleiter. Doch dann kam alles anders. Seine C-Juniorinnen wurden ausgewählt.


Freistellung von der Schule benötigt


Bevor er sein Team informierte, sprach Lempfert mit den Eltern: „Ohne deren Zusage geht nichts.“ Los geht es nämlich am 17. Juli – noch während der letzten Schulwoche. Die Freistellungen sind beantragt. Und noch ein Problem gab es: 19 Spielerinnen und zwei Betreuer wurden eingeladen – der Kader umfasst allerdings 28 Spielerinnen. „Wir mussten nach Alters-, Leistungs- und Zugehörigkeitsaspekten auswählen. Das war nicht schön für uns“, gesteht Lempfert.

In welchem Stadion der 7,5-Millionen-Stadt gespielt wird, weiß er (noch) nicht. „Wenn die so viel Geld in die Hand nehmen, wird es wohl nicht so eine kleine Anlage sein wie bei uns an der Fahltsweide.“ Vor den Spielen gibt es eine Platzbegehung. Eine Trainingseinheit findet im Stadion statt – so wie sonst nur bei Champions League-Spielen. „Das kling so irreal. Das hatte ich in meiner Trainerlaufbahn noch nie. Es wird sicherlich ein einmaliges Erlebnis“, sagt Lempfert. So sieht es auch das Team. „Da fliegt man nicht mal eben hin“, sagt Kapitänin Kerstin Kohlpoth. Für die 14-Jährige ist es die erste Auslandreise überhaupt. Gespannt ist sie auf das Essen, die Kultur und die Kontakte zu den Gegnern.


Team vertritt Deutschland und Europa


Dafür wurden die Mädchen speziell geschult. Ende Juni fand ein „China-Abend“ statt, bei dem Bräuche, Sitten und Verhaltensweisen vermittelt wurden. „Die Mädchen können nicht so locker auftreten wie sonst“, sagt Lempfert und ergänzt: „Ich habe ihnen klar gemacht, dass sie nicht nur den VfL Pinneberg, sondern Deutschland und eigentlich sogar Europa vertreten.“ Bei offiziellen Veranstaltungen wie dem gemeinsamen Dinner mit dem Finanzier ist daher Vereinskleidung Pflicht. „Das ist keine Urlaubsreise, man wird sehr auf uns achten“, ist sich Lempfert sicher. „Die Basisarbeit ist der Grund, warum Deutschland im Fußball so erfolgreich ist. Ich vermute, dass die Chinesen versuchen werden, sich etwas bei uns abzuschauen.“

2030 will China die WM ausrichten. Seit vergangenem Jahr pumpen chinesische Firmen Millionensummen in die Klubs – um etwa europäische Stars zu kaufen. Wer sein Budget überschreitet, muss das Geld jedoch auch in die Jugend investieren.

„Die Nachwuchsarbeit wird immer wichtiger“, sagt Lempfert. Europäische Trainer sind gefragt. „Es wäre eine spannende Herausforderung“, so Lempfert über ein mögliches Engagement in China. Doch soweit ist es noch nicht.



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