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Volleyball : Pinneberger Resterampe siegt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der VfL gewinnt trotz enormer Personalsorgen mit 3:1 gegen den Berliner VV. Die Abstiegsplätze rücken in die Ferne.

„Das reicht zumindest zum Skatspielen", war der trockene Kommentar von Lars Rückborn bei einem Blick auf die Pinneberger Ersatzbank. Denn beim Volleyballspiel in der Dritten Liga Nord zwischen dem VfL und dem Berliner VV brachten es die Hausherren gerade mal auf drei Auswechselspieler. Auf ein Drittel seines Teams musste Trainer Joachim Müller aus den verschiedensten Gründen (krank, privat oder beruflich verhindert) verzichten. Ein zweiter Libero, ein zweiter Zuspieler und ein zweiter Diagonaler – das war´s.

Allerdings zeigte sich der VfL zu Beginn der Partie von der Personalmisere relativ unbeeindruckt. Gegen den Tabellendritten aus Berlin begann die Mannschaft vor den eigenen Zuschauern stark. „Wir wollten den positiven Schwung aus den letzten Spielen mitnehmen“, erklärt VfL-Kapitän Lars Lydorf. Das gelang. Pinneberg holte sich mit 25:20 den ersten Satz. Im zweiten Durchgang konnte die Mannschaft aber nicht an die vorherige Leistung anknüpfen. Schwächen im Block machten es der Abwehr schwer, das Feld gegen die Berliner Angriffe zu verteidigen. Dazu kamen die VfL-Angreifer immer weniger zu direkten Punkten, auch, weil Berlin in dieser Phase in Sachen Block und Feldverteidigung klar besser war. Das Resultat war ein deutlicher 16:25-Satzverlust.

In dieser Phase nutzte Trainer Müller sein schmales Wechselkontingent konsequent aus. Zuspieler Sebastian Rieck kam Ende des zweiten Durchgangs und Diagonalspieler Lars Rückborn musste Anfang des dritten Satzes sein Skatblatt aus der Hand legen. „Wenn man schon so wenige Möglichkeiten im Wechsel hat, dann ist es umso schöner, wenn die wenigen Trümpfe dann auch stechen“, bedient sich auch der Coach beim Skatvokabular. Zwar taten sich die beiden Neuen zu Beginn schwer, fanden dann aber gemeinsam mit dem Rest des Teams in die Partie. Rückborn glänzte immer wieder durch direkte Punkte aus relativ wilden Angriffsschlägen „und fing dann auch noch an zu blocke“" (Kommentar Müller) und Rieck fand vor allem in Mittelblocker Janosch Maas einen dankbaren Abnehmer für Pässe aus allen Lagen. Der 2,06 Meter-Mann war vom Berliner Block fortan zwei Sätze lang nicht zu halten, punktete selbst nach Belieben oder schaffte allein durch seine Präsenz immer wieder Freiräume für seine Mitspieler. „In der Form ist er der vielleicht beste Mittelangreifer der Liga“, lobte Coach Müller, der aber seinem Jüngsten gleichzeitig noch „brach liegende Potenziale im Block“ bescheinigte.

In diesem Spielelement setzte vor allem die zweite VfL-Mitte Peter Hoffmann starke Akzente. Mit sieben direkten Blockpunkten setzte er nicht nur ein Ausrufezeichen, sondern sorgte auch dafür, dass Berlins Zuspieler relativ schnell auf ihre Schnellangreifer verzichteten.

Mit 25:22 und 25:15 in den Sätzen drei und vier fuhr der VfL am Ende überraschend klar einen Sieg gegen die Hauptstädter ein. „Sehr ungewöhnlich, eigentlich spielen wir gegen Berlin immer fünf Sätze“, verweist Kapitän Lydorf auf die bisherig ausnahmslose Historie über die volle Distanz. „Wir haben das heute sehr gut gemacht, allerdings muss man sagen, dass die Berliner auch nicht ihren besten Tag erwischt hatten.“

Mit dem wichtigen drei-Punkte-Sieg schafft sich der VfL ein Polster zum Tabellenkeller und schließt ans Mittelfeld an, das von Platz drei (Warnemünde) bis Platz sechs (Pinneberg) geht. Beide Teams trennen drei Punkte – und am kommenden Sonnabend kommt es auswärts zum Duell der beiden Mannschaften. Das Spiel will Trainer Müller genauso angehen, wie die letzten Partien: „Die gute Entwicklung der letzten Wochen bestätigen.“ Mindestens drei Spieler aus dem Lazarett erwartet der Coach dann zurück. „Klasse“, freut sich Lars Rückborn. „Das sind ja dann schon zwei Skatrunden!“

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