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Schwimmen : Olympia muss sich alles andere unterordnen

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Jacob Heidtmann, deutscher Rekordhalter über 400 Meter Lagen, spricht vor den Kurzbahn-Landesmeisterschaften an diesem Wochenende in Kiel über Prioritäten und Regeneration.

shz.de von
erstellt am 07.Nov.2015 | 16:00 Uhr

Es sind die ersten offiziellen Titel der neuen Schwimmsaison, die am Wochenende in Kiel vergeben werden. Und Jacob Heidtmann wird bei den Schleswig-holsteinischen Kurzbahnmeisterschaften mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch mehr als eine Goldmedaille in Empfang nehmen dürfen.

So wirklich wichtig ist dem seit Freitag 21 Jahre alten Studenten vom Swim-Team Stadtwerke Elmshorn ein Erfolg auf der 25-Meter-Bahn aber nicht. Die Gedanken gehen schon nach Rio 2016. „In einer Olympiasaison steht die Kurzbahn hinten an“, sagte der junge Mann aus Borstel-Hohenraden, der in Hamburg lebt und trainiert.

Das zeigt sich auch an seinem Programm in Kiel. Er startet lediglich heute in der Uni-Schwimmhalle. Den Sonntag will er ganz der Regeneration widmen, die mindestens genau so wichtig wie Training ist. Die gesamte Vorbereitung ist auf den erhofften Start unter den fünf Ringen ausgerichtet. Und die läuft aktuell sehr gut – und vor allem ohne Erkrankung. Und ganz ohne Bedeutung ist die Kurzbahn ja auch nicht. „Die Wenden zu trainieren ist wichtig, weil ich da auch etwas aufzuholen habe“, sagte der amtierende Deutsche Meister über die 400 Meter Lagen.

Das hat er getan und das hat Wirkung gezeigt. Vergangenes Wochenende hat er in 4:07,9 Minuten beim Neptunschwimmfest in Rostock einen neuen Landesrekord aufgestellt und sich auch über 100 Meter Lagen auf 0:56,3 Minuten verbessert. „Das war eine Bestätigung für das Training“, so Heidtmann, der natürlich mit einem Start bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Wuppertal (19. bis 22 November) liebäugelt, bei einer eventuellen Qualifikation aber auf die kontinentalen Titelkämpfe zwei Wochen später in Israel verzichten möchte. Stattdessen ist Mitte Dezember in Amsterdam bereits der erste Wettkampf auf der 50-Meter-Bahn geplant. Das habe er Bundestrainer Henning Lambertz gesagt.

Während Heidtmann in Sachen Training zulegt, baut er beim Politikstudium derzeit ein wenig ab; das Sommersemester werde er komplett aussetzen, kündigte er an. Aktuell aber sind die Vorlesungen an der Uni ein „guter Ausgleich zum Kacheln zählen. Das brauche ich, sonst fällt mir die Decke auf den Kopf.“

Begleitet wird er bei Training und Studium immer mal wieder von einem Kamerateam, das an der Internet-Dokumentation „Die Norm“ über neun Sportler auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Rio arbeitet. Daraus soll kommendes Jahr auch ein gleichnamiger Kinofilm entstehen. „Eine echt coole Sache, um ein bisschen Aufmerksamkeit zu bekommen“, findet Heidtmann. Die erste Episode mit ihm wird voraussichtlich in der kommenden Woche veröffentlicht.

>www.die-norm.de


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