Fussball Hamburg-Liga : „Ohne Vertrauen geht es nicht“

Der Neue und der Ehemalige: Jan-Henning Himborn (links) übernimmt beim TuS Esingen, Markus Risch (rechts) ist nach Meinungsverschiedenheiten mit der Mannschaft nicht mehr verantwortlich.
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Der Neue und der Ehemalige: Jan-Henning Himborn (links) übernimmt beim TuS Esingen, Markus Risch (rechts) ist nach Meinungsverschiedenheiten mit der Mannschaft nicht mehr verantwortlich.

Nach seiner Trennung vom TuS Esingen sagt Trainer Markus Risch: „Nicht alle wollten aufsteigen“.

shz.de von
14. Januar 2015, 16:00 Uhr

Tornesch | Paukenschlag bei den Handballern des TuS Esingen (Hamburg-Liga). Markus Risch – erst vor Saisonbeginn verpflichtet – ist nicht mehr Trainer des Tabellenzweiten. Offiziell getrennt habe sich der Verein „in beiderseitigem Einvernehmen“, wie auf der Homepage der Tornescher zu erfahren war.

Inoffiziell waren es aber vielmehr interne Spannungen zwischen Trainer und Mannschaft. Rischs Nachfolger wird bis Saisonende ein alter Bekannter: Jan-Henning Himborn übernimmt wieder das Zepter, assistiert von seinem Bruder Nils-Oliver und Manschaftskapitän Jonathan Karow. Pikant dabei: Jan-Henning Himborn ist gleichzeitig auch Esingens sportlicher Leiter – und war Co-Trainer bei der „Ersten“. Risch selbst zeigte sich enttäuscht über seine Demission, will aber keine schmutzige Wäsche waschen: „Es hat nicht gepasst“, so der ehemalige Coach, der zwar Spannungen innerhalb des Teams wahrgenommen, sie aber nicht als so stark angesehen hatte.

„Ich bin mit meinen Vorstellungen vom Handball nicht zu allen Spielern durchgedrungen“, so Risch. Schon vor Weihnachten war die Mannschaft nach Informationen dieser Zeitung an Himborn herangetreten und habe ihn über die Vorbehalte im Team informiert. Himborn selbst habe dann das Gespräch mit Risch gesucht. Dieser hatte ihm schließlich am zweiten Weihnachtstag mitgeteilt, für den Verein nicht mehr tätig sein zu wollen. „Wenn kein Vertrauen da ist, geht es nicht“, so Risch. Was genau zu seiner Demission geführt hat, das wisse er nicht genau, allerdings: „Ich glaube, nicht alle in der Mannschaft wollen aufsteigen“, fährt er dennoch ein hartes Geschütz auf. Und weiter: „Über die taktische Marschrichtung entscheidet immer noch der Trainer.“ Teile der Mannschaft hatten ihm – dem Verfechter eines extrem tempoorientierten Handballs – vorgeworfen, sie hätten den Spaß an ihrem Sport verloren.

Deshalb ist auch für Himborn klar: „Das Team ist nun in der Pflicht.“ Er gibt aber auch zu, dass die Atmosphäre gestört war. „Bei einzelner Kritik hätten wir reagieren können, aber so…“ Trotzdem: Der TuS Esingen ist auch nach dem eher enttäuschenden 36:36 (19:17) gegen den SC Alstertal-Langenhorn weiter Zweiter. „Wir dürfen nun kein Spiel mehr verlieren“, so Himborn knallhart. Und er muss nun an den Baustellen arbeiten, für die er vor der Saison eigentlich Risch verpflichtet hatte: Abwehrverhalten und Abwehrarbeit sowie Konstanz im Saisonverlauf.

In weiteren Spielen der Liga stürzte der Barmstedter MTV nach dem 30:29 (15:14) den TSV Ellerbek II so langsam in die Nähe der Abstiegsränge, von denen sich die HSG Pinnau nach dem 33:27 (20:16) gegen die SG Hamburg-Nord II entfernte. Bei den Frauen siegte die Halstenbeker TS mit 21:19 (13:9) gegen die SG Niendorf/Wandsetal. 

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