zur Navigation springen

Fußball-Oberliga : Noch nicht meisterlich

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Titelkandidat VfL Pinneberg überzeugt beim 1:1 gegen SV Rugenbergen nur eine Halbzeit lang.

Als die Oberliga-Fußballer des VfL Pinneberg und des SV Rugenbergen sich vor ihrem Duell warm machten und die letzten der insgesamt 250 Zuschauer ins Stadion 1 strömten, ereignete sich unmittelbar vor dem Platz ein tragischer Vorfall. Ein Passant war mit Verdacht auf Herzinfarkt zusammengebrochen, lag reglos am Boden. VfL-Ligamanager David Fock rief sofort einen Krankenwagen herbei, die Ärzte brachten den Mann ins Krankenhaus. Zuvor waren die Physiotherapeuten beider Vereine, Cristian Rochlitz (VfL) und Dennis Maaß (SVR), blitzschnell herbeigeeilt, um erste Hilfe zu leisten, zeigten sich in dem Moment vorbildlich und hellwach. Viel Aufregung vor dem Spiel, in dessen Anfangsphase sich die Akteure des Gastgebers alles andere als hellwach präsentierten. Hatten sie die dramatische Situation vor den Toren des Stadions mitbekommen?

„Aufwachen Männer, wir schlafen“, rief deshalb VfL-Abwehrhühne Jan-Philipp Zimmermann seinen Vorderleuten lautstark zu, doch die reagierten nicht. Der Grund: Zimmermann hatte Recht, die Pinneberger verschliefen den Derby-Start im Kollektiv. Mit dem starken Pressing der Gäste und deren schnellen Umschaltspiel kamen die Pinneberger nicht zurecht, standen zu weit weg von ihren Gegenspielern und schauten nur zu.

Immer wieder stieß der schnelle Bönningstedter Angreifer Pascal Haase nach präzisen Pässen vom starken Patrick Ziller in die VfL-Lücken. In Minute 23 mit Erfolg: Einen Kopfball von Dennis Schmidt konnte VfL-Schlussmann Norman Baese zunächst abwehren, jedoch vor die Füße von Haase, der zum 1:0 abstaubte. Vier Minuten später hätte Haase nach feinem Sololauf sogar auf 2:0 erhöhen können (27.). „In der Halbzeit haben wir dann an uns selbst appelliert. Wir haben uns gesagt, dass wir bislang als einziges Team der Liga zuhause noch ungeschlagen sind und dass das so bleiben soll“, so Zimmermann vom VfL.

Sein Coach Michael Fischer hielt eine leidenschaftliche Pausenansprache, nahm die unglücklich agierenden Steffen Maaß und Philipp Werning vom Feld, brachte stattdessen Thorben Reibe sowie Sascha Richert und sorgte somit für frischen Wind. Fortan im 4-1-4-1-System agierte der VfL wie verwandelt, nahm die Zweikämpfe an und entfachte mehr Druck. „Nach der katastrophalen erste Hälfte mussten wir mehr riskieren“, so Fischer.

Das wurde belohnt: Richert legte von links in den Strafraum zurück, Flemming Lüneburg ließ den Ball durch, sodass der freistehende Benjamin Brameier zum 1:1 einschieben konnte (51.). Der VfL, der weiterhin um den Titel mitspielt und sogar eine Partie weniger absolviert hat als die Konkurrenz, drängte auf das zweite Tor (Tim Jeskes Kopfball rauschte an den Außenpfosten, 79.), war dadurch aber auch anfällig für Konter. Doch Haase (88.) nutzte die beste Chance freistehend nicht, es blieb beim 1:1. „Meisterlich war das noch nicht“, gab Zimmermann nach dem Abpfiff zu, ergänzte jedoch: „Gegenüber dem 0:2 in Niendorf vor einer Woche haben wir uns gesteigert, sind voll im Titelrennen und haben keinen Druck.“ 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 30.Mär.2015 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen