Hallenfussball : Nachspiel beim Bert Meyer-Cup

Auf dem Parkett hatten sie einen Durchhänger, in der Kabine sollen sie über die Stränge geschlagen haben: Thies Raschke und die Landesliga-Fußballer von Blau-Weiß 96 Schenefeld präsentierten sich beim Bert Meyer-Cup als wenig gute Gäste.
Auf dem Parkett hatten sie einen Durchhänger, in der Kabine sollen sie über die Stränge geschlagen haben: Thies Raschke und die Landesliga-Fußballer von Blau-Weiß 96 Schenefeld präsentierten sich beim Bert Meyer-Cup als wenig gute Gäste.

„Die Kabine war ein Schlachtfeld“. Schenefelder Fußballer sollen Kabine verwüstet und alkoholisiert gespielt haben – Vorwürfe vom Gastgeber.

shz.de von
06. Januar 2015, 15:30 Uhr

Pinneberg | Mit Ruhm bekleckerten sich die Landesliga-Fußballer von Blau-Weiß 96 Schenefeld auf dem Parkett nicht (null Punkte, 0:16 Tore), dafür sollen sie während des Hallenturniers um den Bert Meyer-Cup die Kabinen in der Halle der Theodor-Heuss-Schule dermaßen verschmutzt haben, dass der Gastgeber VfL Pinneberg nun mächtig sauer ist. Die Schenefelder sehen sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Ihre Umkleidekabine, die sie mit dem Wedeler TSV teilten, habe – so VfL-Coach Michael Fischer – „wie ein Schlachtfeld“ ausgesehen. Vor allem geht es um einen Haartrockner, der im Duschraum aus der Verankerung in der Wand gerissen wurde. Ein Zeuge beobachtete den Vorfall und lastet die Sachbeschädigung einem Schenefelder Spieler an.

Dass Sporttaschen der Wedeler Spieler ausgekippt wurden, wie zunächst behauptet, kann Christopher Dobirr nicht bestätigen. „Wir saßen bis zum Ende der Vorrunde auf der Tribüne. Zurück in der Kabine entdeckten wir dann, dass Schuhe und Wasserkästen von uns durch die Gegend getreten worden waren. Ich persönlich sehe das nicht so dramatisch. Bitter ist aber die Geschichte mit dem Fön“, sagt der erfahrene TSV-Verteidiger. Blau-Weiß-Abteilungsleiter Andreas Wilken will die Beteiligten beim morgigen Training zur Rede stellen. In Pinneberg hatte er das Team in Abwesenheit von Coach Selcuk Turan nur im ersten von vier Gruppenspielen betreut. Dann waren die Spieler sich selber überlassen – und schlugen dabei womöglich kräftig über die Stränge.

Wilken erklärte, sich nicht zweiteilen zu können. „In Schenefeld hatten wir ein vereinsinternes Turnier. Dort durfte ich als Abteilungsleiter nicht fehlen. “

Im Raum steht auch die Frage, ob die Schenefelder die restlichen drei Partien der Vorrunde alkoholisiert bestritten, und ein leiser Vorwurf an die Pinneberger Gastgeber: Wer hatte bloß die Idee, Schenefelder und Wedeler, die sich in den vergangenen Punktspielen mehrfach „zofften“, in eine gemeinsame Kabine zu stecken? Michael Fischer verteidigt die Organisation: „Man kann nicht davon ausgehen, dass jeder die Vergangenheit beider Teams kennt. Auf keinen Fall gibt es keine Rechtfertigung für dieses Verhalten der Schenefelder, so benimmt man sich als Gast einfach nicht.“

Derweil stieß Blau-Weiß 96 auch dem Kreisligisten TuS Holstein Quickborn mit der Absage des Collatz+Schwartz-Cups einen Tag später vor den Kopf. „Unsere A-Junioren, die oft die Herren unterstützen, bestritten die Hamburger Futsal-Meisterschaft. So bekamen wir keine Mannschaft mehr auf die Beine“, erklärte Andreas Wilken. Sein Anruf bei Turnierleiter Fikret Yilmaz vom TuS erfolgte gerade noch rechtzeitig genug. Yilmaz konnte sich nach Ersatz umgucken und wurde bei seinem Ex-Club TuRa Harksheide (zweite Mannschaft) fündig.  

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