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Reiten : Mit Köpfchen und Gefühl

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Pinneberger Ausbilderpaar Jennifer Weber und Philipp Bechstein scheut keine Konkurrenz

Mit fünf Jahren saßen sie auf dem Pony, 15 Jahre später lernten sie sich während ihrer Ausbildung zum Pferdewirt kennen und heute – beide sind mittlerweile 24 – machen sie gemeinsame Sache: Die Dressurreiterin Jennifer Weber und der Vielseitigkeitsreiter Philipp Bechstein.

Vor zwei Jahren haben die beiden Pinneberger ihr Quartier auf dem Alten Eichenhof in Waldenau bezogen. Obwohl sie in verschiedenen Disziplinen unterwegs sind, so sind sie sich in punkto einer pferdegerechten Ausbildung einig. Das Potenzial auch von ganz „normalen“ Pferden zu fördern, entsprechend ihres Charakters zu trainieren und Schwächen in Stärke umzuwandeln, ist ihr Ziel. „Wenn man das geschafft hat, ist alles ganz einfach“, kommentiert Bechstein das Konzept, „Lektionen sind kein Problem, Geländestrecken werden zum Spiel.“

Sie selbst haben „nie fertige Cracks unter den Hintern geschoben bekommen“, sondern mussten sich ihre Erfolge mit Köpfchen und viel Gefühl selbst erarbeiten. Jennifer Weber ist siegreich bis zur Klasse S geritten. Mit Wallach Ruprecht startete sie zehnjährig ihren ersten Reiterwettbewerb, mit zwölf bereits ihre erste L-Dressur und nur ein Jahr später gewann sie eine höherklassige MB-Dressur.

2007 wurde sie mit Ruprecht zweite bei den Landesmeisterschaften der Jungen Reiter in Bad Segeberg. „Das war schon cool“. Wichtiger als Turniererfolge ist Weber jedoch, dass sie bereits einige junge Dressurpferde bis zur Grand Prix-Reife ausgebildet hat. „Mit Unterstützung meiner Lehrmeisterin Angela Kruggel“, wie sie betont. Schon als Kind durfte sie bei der erfolgreichen Grand Prix Reiterin mitreiten. Ihr Kommentar beim ersten Vorreiten ist Weber deutlich in Erinnerung geblieben: „MB gewinnen, aber nichts fühlen. Denn bei geschlossenen Augen konnte ich nicht richtig sagen, auf welchem Fuß ich trabe.“ Mit 18 begann sie bei Kruggel ihre Ausbildung zur FN-Pferdewirtin, die sie auf dem Klosterhof Medingen 2012 abschloss. Anschließend war sie auf dem Anakenenhof bei Thomas von Samson (Appen) als Bereiterin angestellt.

Ähnlich rasant verlief die sportliche Karriere von Philipp Bechstein. Von seinem Pony, das ihn als Kind immer runterwarf, ließ er sich nicht entmutigen und bestritt mit fünfzehn seine erste internationale Vielseitigkeit. Schon in jungen Jahren war beiden klar, dass Pferde ihr Leben sind und sie machten ihre Passion zum Beruf. Bechstein begann seine Ausbildung zuhause auf dem elterlichen Betrieb, bis er 2010 bei den Deutschen Meisterschaften vom DOKR Warendorf abgeworben wurde. Seine Lehrzeit beendete er schließlich bei Mannschaftsolympiasieger Andreas Dibowski. „Er ist einer der wirklich großen Sportler, von dem ich unheimlich viel mitgenommen habe“, so Bechstein, „vor allem die Erfahrung, wie Pferde unter unserer Anleitung über sich hinauswachsen können“, treibt das Ausbilderpaar an. Die starke Konkurrenz scheuen sie nicht: „Im Umkreis von zehn Kilometern gibt es mindestens sieben gute Profis, doch das spornt an, besser zu werden.“

Während Weber mit ihrem Trakehnerhengst Karolinger TSF – liebevoll „Bärchen“ genannt – dieses Jahr in der S- und Inter I Tour die 69 oder sogar 70 Prozent Hürde nehmen möchte, peilt Bechstein mit dem siebenjährigen Stakkadero die WM-Qualifikation an. Der Start in die diesjährige Turniersaison hat jedenfalls gut geklappt. Beim M Springen in Hamburg-Friedrichshulde belegte Bechstein mit jeweils einer Null-Runde auf Bachus und Stakkadero Platz sieben und acht und seine Lebensgefährtin konnte sich mit dem Karolinger in Harsefeld (Hannover) bei starker Konkurrenz im St. Georg auf dem sechsten Platz behaupten.

 

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