Mission Impossible

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Fußball-Landesliga: FC Elmshorn droht bei Nikola Tesla Fortsetzung der Krise

shz.de von
15. März 2019, 16:00 Uhr

Unmittelbar nach dem 0:3 des FC Elmshorn beim Mit-Abstiegskonkurrenten SV Eidelstedt am vergangenen Sonntag war Dennis Usadel auf verbale Tauchstation gegangen. Teammanager und Vizepräsident Rainer Klaar musste es übernehmen, das Debakel in Worte zu kleiden – und Klaar war wie gewohnt deutlich geworden. „Offenbarungseid“ war eine der vom zweitwichtigsten Mann im FCE bemühten Vokabeln. Zugleich offenbarte Klaar, wie ratlos die Verantwortlichen des Fußball-Landesligisten angesichts des bei neun Punkten Rückstand auf das rettende Ufer immer wahrscheinlicher werdenden Abstiegs sind: Es scheint eine Mission Impossible.

In der Bundesliga musste sich ein Trainer wie Schalkes Domenico Tedesco die Frage gefallen lassen, ob man nach der 0:7-Pleite in der Champions League gegen Manchester City einfach zur Tagesordnung übergehen könne. Die Antwort, die Dennis Usadel an der Elmshorner Wilhelmstraße darauf gab, sprühte nicht unbedingt vor Elan. „Müssen wir ja“, sagte der FCE-Coach vor dem Auswärtsspiel am Sonntag bei Nikola Tesla auf Kunstrasen, der den Elmshorner Kickern nun so gar nicht liegt. In Usadels Ära gab es nur einen Auswärtssieg auf diesem Geläuf. Eine Niederlage am Sonntag bei Nikola Tesla hieße: „Dann kannst du wohl für die Bezirksliga planen“, weiß auch Usadel. Hoffnung schöpft er aus Nikola Teslas missratenem Start nach der Winterpause mit 0:4-Niederlagen gegen den SC Sternschanze und dem Harburger TB, dem der FCE vor 14 Tagen mit einer ordentlichen Leistung ein 1:1 abgerungen hatte.

Vor 14 Tagen zeigten die Akteure in Grün den Einsatz, den Usadel und Klaar in Eidelstedt schmerzlich vermissten. Dieses hatte sich angedeutet. Zum Abschlusstraining waren nur zehn Akteure erschienen. Abmeldungen erfolgten zumeist kurzfristig über den Messenger-Dienst Whatsapp.

Dennis Usadel kann so ein Verhalten nicht nachvollziehen, auch wenn er die gelieferten Begründungen fürs Fernbleiben zumindest öffentlich nicht kommentieren wollte. Nur so viel: „Ich habe mich damals nicht getraut, meinen Trainer anzurufen und ihm zu sagen, dass ich wegen einer Erkältung nicht zum Training komme“, sagte er. Persönliche Belange, so die Nachricht, waren zweitrangig.

Heute sei die Einstellung offenkundig eine andere. „Das macht es für den Verein und die Mannschaft schwierig“, so der Übungsleiter. Für das heutige Abschlusstraining kündigte er eine entsprechende Ansprache an sein Team an – in der Hoffnung, dass mehr als zehn Spieler zugegen sind.

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