Fussball-Oberliga : „Man muss die Emotionen deckeln“

Im vergangenen Jahr holte Fabian Knottnerus (rechts gegen Paulis Kulikas) mit dem VfL Platz drei.
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Im vergangenen Jahr holte Fabian Knottnerus (rechts gegen Paulis Kulikas) mit dem VfL Platz drei.

Fußball: Beim Hallenmasters spielen der VfL Pinneberg, HR und der SV Rugenbergen in einer Gruppe – Trainer mahnen zur Fairness.

shz.de von
09. Januar 2015, 16:00 Uhr

Drei Fußball-Oberligisten aus dem Kreis Pinneberg in einer Gruppe. Das gab es beim Hamburger Hallenmasters der Herren noch nie. Wenn die SV Halstenbek-Rellingen, der VfL Pinneberg und der SV Rugenbergen am Sonnabend (ab 13 Uhr) in der Sporthalle Hamburg antreten, gibt es in der Gruppe 2 des Wettbewerbs jede Menge Derbys.

Die einen finden es gut, die anderen weniger. „Das einzige Positive an dieser Gruppenkonstellation ist, dass wenigstens ein Team aus dem Kreis jetzt schon sicher im Halbfinale ist“, scherzt Rugenbergens Trainer Ralf Palapies und ergänzt: „Uns geht es nicht um die Kreismeisterschaft, sondern darum, das Hamburger Masters zu gewinnen. Alles andere sind konstruierte Nebenschauplätze.“

Palapies’ Halstenbeker Pendant, Thomas Bliemeister, sieht es ähnlich: „Wir spielen im Kreis in der Halle so oft gegeneinander, das ist nichts Besonderes mehr. Wir wollen die Gruppenphase überstehen, wenn dann noch ein Kreisteam mit uns ins Halbfinale kommt – umso schöner.“

Ganz anders sieht es VfL-Trainer Michael Fischer: „Was Schöneres gibt es doch nicht. Wir spielen in Hamburg das Masters und gleichzeitig können wir bestes Hallenteam aus dem Kreis werden. Es ist doch ganz klar, dass das besondere Spiele mit besonderer Intensität sind.“ Dass das nicht ganz unwahr ist, zeigte das letzte Aufeinandertreffen des VfL mit HR beim Bert Meyer-Cup (4:1), in dem es mächtig zur Sache ging (zwei Zeitstrafen und ein Handgemenge).

„Der Sport und die Fairness sollten immer im Vordergrund stehen und nicht aus irgendwelchen Gründen in Hass oder übertriebene Härte ausarten, wie es teilweise beim Turnier in Pinneberg der Fall gewesen ist“, mahnt Bliemeister, während Palapies sagt: „Bei aller gesunder Rivalität sollten wir Trainer aber im Vorwege Dampf rausnehmen. Man sollte Fouls nicht überbewerten, die Emotionen deckeln. Aber ich denke ohnehin, dass wir Trainer unsere Truppen diesbezüglich im Griff haben werden. Und so besonders sind diese Derbys nun auch wieder nicht.“ Keine besonderen Derbys? Gerade zwischen dem VfL und Rugenbergen war das in jüngster Vergangenheit auf dem Feld anders: Man geriet auf dem Platz aneinander, sodass der SV Rugenbergen sogar entschied, auf den Start beim Pinneberger Bert Meyer-Cup zu verzichten. „Da ist aber jetzt der Deckel drauf, die Sache ist bereinigt“, beschwichtigt Palapies, der beim Masters keinen klaren Favoriten sieht, auch nicht den einzigen Regionalligisten im Feld, den FC St. Pauli II, oder den Titelträger SC Victoria: „Alle Teams begegnen sich auf Augenhöhe, alles ist möglich, es wird auch auf die Tagesform ankommen.“ Thomas Bliemeister glaubt hingegen schon, dass dem FC St. Pauli die Favoritenrolle zufällt: „Aufgrund ihrer Trainingsintensität und der technischen Fertigkeiten ist Pauli für mich der Favorit.“

Um die „Derby-Gruppe“ zu überstehen, plant Palapies Hallenkünstler wie Kevin Lohrke, Dennis von Bastian, Pascal Haase, Sven Worthmann, Steven Tegeler und Jannis Waldmann mit nach Hamburg zu nehmen. Auch Neuzugang Patrick Ziller möchte er aufbieten, noch liegt sein Vertrag aber beim Verband, Palapies ist aber optimistisch, dass die Spielberechtigung rechtzeitig vorliegen wird. Für HR werden voraussichtlich die technisch starken Patrick Hoppe, Niklas Siebert, Ümit Karakaya, Nikola Maksimovic und Serhat Ercek auflaufen. „Bei uns melden sich die Spieler freiwillig. Wir respektieren es, wenn Spieler wie Jan-Marc Schneider oder Enrik Nrecaj aufgrund ihrer Verletzungshistorie in der Halle nicht auflaufen wollen“, erklärt Bliemeister. Fischer hat u.  a. Benjamin Brameier (Torschützenkönig beim Bert Meyer-Cup), Sascha Richert, Fabian Knottnerus, Christian Dirksen und Thorben Reibe nominiert.

Im Vorjahr sorgten HR und der VfL für eine faustdicke Überraschung, zogen beide ins Halbfinale ein – und schossen vom Punkt aus Platz drei (3:1 für den VfL) aus, ganz fair und ohne übertriebene Emotionen.  

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