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Fußballer des Jahres : Lüneburg ist Hamburgs Bester

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Fußball: Ehemaliger Stürmer des FC Elmshorn ausgezeichnet, FCE-Trainer Hollerieth bester Trainer der vergangenen Saison.

Kurz huschte er an ihm vorbei. Ohne Begrüßung. Roger Stilz, Topfavorit auf den Titel Hamburgs Fußballer des Jahres, ließ seinen ärgsten Kontrahenten um den begehrten Preis, Jan Lüneburg, links liegen. Lüneburg, in der vergangenen Saison 2012/13 Meister und Torschützenkönig mit dem FC Elmshorn, jüngst zum Regionalligisten Eintracht Norderstedt gewechselt, ließ das kalt.

Im Foyer des Hotels Grand Elysee in Hamburg nippte der Stürmer kurz an einem Glas Mineralwasser, um dann doch noch eine kleine Kampfansage in Richtung seines Widersachers loszuschicken: „Roger hat mir durch sein entscheidendes Tor für den SC Victoria im zurückliegenden Pokalfinale (2:1 n. V., d. Red.) schon den Oddset-Pokal geklaut, wenn er mir jetzt noch den Titel für Hamburgs besten Fußballer klaut, müssen wir mal ein ernstes Wort miteinander reden.“

Dem ernsten, fixierten Blick, der in der zurückliegenden Spielzeit so manchem Verteidiger Angst eingeflößt hatte, folgte ein entspanntes Lächeln: „Ich gehe das Ganze locker an“, so „Lüne“, „ich bin im Vorwege jetzt nicht losgelaufen, um Stimmen für mich zu mobilisieren. Roger ist ein toller Fußballer, aber ich rechne mir durchaus Chancen aus.“

Während seines traditionellen Jahresempfangs nahm der Hamburger Fußball-Verband (HFV) die Ehrung des besten Spielers, Trainers und Schiedsrichters der zurückliegenden Spielzeit vor. Die BILD-Zeitung hatte zuvor zusammen mit einer Jury eine Vorauswahl getroffen und diese zur Abstimmung gestellt. Zum besten Unparteiischen wurde zunächst Murat Yilmaz (FC Türkiye) gekürt. „Die Spannung steigt, vor allem jetzt, da mein ehemaliger Coach Achim Hollerieth vom FCE zum besten Trainer gewählt wurde“, so Lüneburg um 21.30 Uhr, kurz vor der Bekanntgabe, wer Hamburgs bester Kicker sei.

Nur wenige Minuten später baten dann Verbandssprecher Carsten Byernetzki und Moderator Uli Pingel (Hamburg 1) Lüneburg selbst auf die Bühne im großen Saal des Hotels – und der bahnte sich seinen Weg durch die applaudierenden Gäste. Allerdings nicht, ohne zuvor auch seinen Konkurrenten Rafael Monteiro (Oststeinbek), Dennis Tornieporth (Dassendorf), Jendrik Bauer (SC Alstertal-Langenhorn) und eben Stilz (SC Victoria Hamburg, jetzt Co-Trainer beim HSV) für deren Nominierung zu gratulieren.

Warum er so erfolgreich war in der zurückliegenden Saison, wollte Pingel von Lüneburg wissen. „Das war einfach eine gute Truppe, die über Jahre gewachsen ist. Über Außen hätten seine ehemaligen Mitspieler Tim Jeske und Patrick Ziller enorm Druck gemacht und stets gut geflankt. Lüneburg selbst habe dann einfach des Öfteren „mit Glück richtig gestanden“. Immerhin insgesamt 22 Mal.

„Ich freue mich riesig, das macht einen schon stolz“, so Lüneburg um 22.15 Uhr, kurz vor dem Verlassen des Hotels. Ein Foto mit den Eltern im Foyer gab es noch zur Erinnerung an einen rundum gelungenen Abend.

Zu diesem Zeitpunkt war Roger Stilz schon längst gegangen.

 

 

 

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