Rhönrad : Looft und Schawo sammeln Geld für WM-Teilnahme

Fester Griff:  Yana Looft vom SV Rugenbergen hat sich für den Kader der Deutschen Rhönrad-Mannschaft qualifiziert, die bei der WM in Italien antreten wird.
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Fester Griff: Yana Looft vom SV Rugenbergen hat sich für den Kader der Deutschen Rhönrad-Mannschaft qualifiziert, die bei der WM in Italien antreten wird.

shz.de von
30. Mai 2015, 16:00 Uhr

Der Moment, in dem Yana Looft klar wurde, dass sie sich für den WM-Kader der Deutschen Nationalmannschaft der Rhönradturner im italienischen Badeort Lignano Sabbiadoro qualifiziert hatte, ist ihr noch in guter Erinnerung. Freudentränen schossen ihr in die Augen und die Erleichterung für die Turnerin des SV Rugenbergen war riesengroß.

Auch ihr Mannschaftskamerad Marcel Schawo hat sich für den Wettkampf , der vom 9. bis zum 13 Juni ausgetragen wird, qualifiziert. Nach der übergroßen Freude ist bei den beiden WM-Fahrern aber ein klein wenig Ernüchterung eingetreten. Denn obwohl die beiden für Deutschland antreten, müssen sie die Kosten für die Teilnahme selbst tragen.
Warum? „Das liegt daran, dass die Sportart nicht olympisch ist und in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird“, erklärt Looft.

Damit die beiden Turner nicht komplett auf den Ausgaben sitzen bleiben, sind sie momentan auf der Suche nach Sponsoren. „Marcel hatte die Idee, dazu eine Internetseite zu nutzen, über die uns jeder unterstützen kann“, so Looft. Unter www.Fairplaid.org/Weltmeisterschaft-rhoenrad können sich Interessierte über das Projekt zur Rhönrad-WM 2015 informieren und mit wenigen Klicks spenden.

„Wir sind bislang schon recht erfolgreich, auch wenn wir noch nicht alles zusammenhaben“, berichtet Looft. Der Deutsche Rhönradverband hat nicht die Mittel, um die Kosten für den 28-köpfigen Kader zu übernehmen. Und seitens des Deutschen Sportbundes fehlen die sonst üblichen Fördertöpfe, die es nur gibt, wenn es um die Olympischen Disziplinen geht.

Looft und Schawo trainieren bis zu 20 Stunden in der Woche. Zumindest sportlich zahlt sich das aus. Beim Kadertraining am vergangenen Wochenende im hessischen Taunusstein wurden sie, neben dem Einzel-Mehrkampf, auch noch für den Mannschaftswettkampf nominiert. „Wir dürfen beide auch noch für das Team starten. Ich bin für die Musikkür vorgesehen und Marcel soll den Sprung übernehmen“, freute sich Looft.

Am 7. Juni fliegen beide mit der Nationalmannschaft nach Venedig und fahren von dort aus mit dem Bus zu den Spielen in Lignano. „Das summiert sich dann, wir haben Kosten für den Flug, die Unterkunft, den Bus und die Lebenshaltung vor Ort“, so die 21-jährige Medizinstudentin. Auch ihr Verein SV Rugenbergen hat sich an der Spendenaktion beteiligt. Noch bis zum 7. Juni wird es möglich sein, zu spenden, danach wird abgerechnet.

Einen kleinen Haken gibt es dabei aber noch: „Nur wenn wir den Mindestbetrag von 1500 Euro zusammen bekommen, erhalten wir das Geld, ansonsten fließt alles in die Sportförderung.“ Mit oder ohne Geld werden die beiden in Italien ihr Bestes geben und haben dabei gute Chancen auf die ein oder andere Medaille. Wenn die Idee mit der Spendenaktion funktioniert, wird auch nach der WM die Freude über die Teilnahme überwiegen.

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