Küken mit Erfahrung

Volljährig wird Kim Deutschendorf im Januar kommenden Jahres. Eine vollwertige Rolle im Team des Regionalliganeulings spielt sie schon längst.
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Volljährig wird Kim Deutschendorf im Januar kommenden Jahres. Eine vollwertige Rolle im Team des Regionalliganeulings spielt sie schon längst.

Volleyball-Regionalliga: Trotz ihrer 17 Jahre spielt Kim Deutschendorf bereits die dritte Frauen-Saison / VG Elmshorn empfängt 1.VC Parchim

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27. Oktober 2018, 16:00 Uhr

Sie ist das selbst ernannte Küken der Mannschaft, spielt mit 17 Jahren aber bereits ihre dritte Saison bei den Frauen der Volleyball-Gemeinschaft Elmshorn. Auch morgen sind die Blockkünste von Kim Deutschendorf gefragt, wenn der Regionalliga-Neuling den 1. VC Parchim empfängt (15 Uhr, Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule, Koppeldamm).

„Vielleicht bin ich so ein bisschen das Bindeglied zwischen den alten und den jungen Spielerinnen“, antwortet Deutschendorf, angesprochen auf ihre Rolle in den Mehr-Generationen-Team VGE. Aber im Grunde genommen sind ihr solche Überlegungen egal. „Ich fühle mich einfach sehr wohl. Dass die Trainer mir das Vertrauen geben, hilft sehr.“ Nicht zuletzt Coach Michael Behrmann – mittlerweile unterstützt von Burkhard Skibitzki – hatte die 1,83 große Klein Nordenderin im Sommer 2016 in die Mannschaft gelockt. „Auf Kim ist Verlass und von der Motivation her ganz weit vorne“, sagt Behrmann heute.

Erfahrungen im Vergleich mit Erwachsenen hat die angehende Abiturientin (12. Jahrgang Elsa-Brändström-Schule) zu diesem Zeitpunkt bereits drei Jahre lang gesammelt. Als 13-Jährige gehörte sie erstmals zur Hamburg Jugend-Auswahl ihres Jahrgangs, mit der sie unter dem Namen VC Olympia erst zwei Spielzeiten in der Frauen-Bezirksliga, dann eine in der Verbandsliga bestritt. Ihre Auswahl-Kolleginnen sah sie dann vor zwei Jahren von der anderen Seite des Netzes wieder.

Dass einige von ihnen nun beim Zweitligisten VT Hamburg spielen, sie aber „nur“ zwei Spielklassen tiefer, nimmt sie gleichmütig hin. „Das ist für mich zu weit weg“, sagt sie und meint damit ausschließlich die räumliche Entfernung zwischen Elmshorn und Hamburg-Fischbek, wo das VT Hamburg beheimatet ist. Prinzipiell könne sie sich schon vorstellen, künftig auch höher zu spielen. „Wohin die Reise geht, ist heute schwer zu sagen“, gibt Behrmann ihr den Rat, gelassen zu bleiben. Den Rat weiter an Sprunghöhe und vor allem Schlagkraft zu trainieren, muss er seinem Küken nicht geben. „Kim erarbeitet sich alles engagiert und sehr akribisch.“

In der Gegenwart aber gibt es neben dem Sport, außer Volleyball auch der regelmäßige Besuch im Fitnessstudio, die Schule. Dort peilt sie im Abschlusszeugnis eine eins vor dem Komma an, um anschließend entweder BWL oder Medien- und Kommunikationswissenschaften studieren zu können. Gerade für letzteres Studium ist der Numerus Clausus sehr hoch.

Sonntag aber steht der Sport klar im Mittelpunkt. „Ich freue mich darauf“, sagt sie zum bevorstehenden Vergleich mit den Drittligaabsteiger aus Parchim. „Gegen solch gute Mannschaften mit einer klaren Struktur spielt man selbst auch immer besser. Das heißt aber nicht, dass man unbedingt gewinnt“, schränkt sie den Optimismus ein wenig ein. Zu verlieren hat die VGE nach Lesart Behrmanns gegen den morgigen Gast aus Mecklenburg-Vorpommern, die den selbst ernannten Aufstiegsaspiraten Grün-Weiß Eimsbüttel vor zwei Wochen 3:2 geschlagen hat, nichts. „Sehr angenehme Voraussetzungen“ seien das. Dabei haben die Elmshornerinnen bei jetzt drei Siegen und neun Punkten aus den ersten fünf Partien allen Grund zufrieden zu sein. In allen Partien – und auch morgen – gesetzt in der Startsechs war und ist Kim Deutschendorf. Trainer Behrmann hat halt Vertrauen in sein Küken.

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