Fussball-Oddset-Pokal : Kreisligist bringt VfL Pinneberg zu Fall

Die erste Pokalrunde im Überblick: Pinneberg scheitert in Hörnerkirchen. Uetersen ärgert Nachbarn. Lieth zeigt Moral.

shz.de von
23. Juli 2018, 12:05 Uhr

Kreis Pinneberg | Das erste Pflichtspiel-Wochenende der Saison sorgte für Hochbetrieb auf den Fußballplätzen im Kreis Pinneberg. Welche Teams den Einzug in die zweite Runde des Hamburger Verbandspokals geschafft haben? Unsere Zeitung gibt einen Überblick:

Raus. Erneut nach Runde eins. Der VfL Pinneberg um George Hastedt hat in Hörnerkirchen einen Fehlstart hingelegt.
Claus Bergmann
Raus. Erneut nach Runde eins. Der VfL Pinneberg um George Hastedt hat in Hörnerkirchen einen Fehlstart hingelegt.
 

SV Hörnerkirchen – VfL Pinneberg 3:1 n.V.

David gegen Goliath – in diesem Fall Kreisliga gegen Oberliga. Auf dem Papier eine klare Sache. „Aber ich habe schon vor dem Spiel gesagt, dass wir  an einem guten Tag auch einen Oberligisten schlagen können“, betonte Hökis Trainer Jürgen Kohnagel – und sollte Recht behalten.

Über 90 Minuten sorgte der Kreisligist mit einer soliden Grundordnung und kleinen Nadelstichen nach vorne dafür, dass der VfL  es merklich schwer hatte, sein Spiel aufzubauen.

Dem 1:0 per Kopfball durch Dennis Eichentopf folgte der Ausgleich durch  Asan Saliev. In der Verlängerung war es der eingewechselte Florian Bewernick, der gleich doppelt konterte und traf, so dass Kohnagel regelrecht ins Schwärmen geriet: „Der Sieg war mehr als verdient. Meine Jungs haben das super gemacht, ich bin unendlich stolz.“

Dennis Eichentopf (rechts) erzielte per Kopf die 1:0-Führung für Hörnerkirchen.
Claus Bergmann

Dennis Eichentopf (rechts) erzielte per Kopf die 1:0-Führung für Hörnerkirchen.

 

„Die Jungs haben sich mit diesem Spiel keinen großen Gefallen getan, die nächsten Trainingstage werden es in sich haben“, war VfL-Trainer Patrick Bethke nach der Pleite ziemlich angefressen. „Aber vielleicht tut uns ja jetzt die fehlende Doppelbelastung gut und wir können intensiv trainieren“, blickt Bethke in die Zukunft.

SV Hörnerkirchen: Sommer – Eichentopf, Walkovs, N. Kunrath – Lindloff, Ring, Harms (61. Niyazibanafshehvaragh), Münster (88. Bewernick), T. Kunrath (86. Krüger) – Kruse, Kautecky (116. Schlüter)

VfL Pinneberg: Ceban – Trzeciok, Bejaoui (80. Ignatiadis), Bartel, Zaman – Hastedt (50. Sukama), Clausen, Neu (115. Ballner), Albry – Krauze, Saliev (70. Reichert)

Tore: 1:0 Eichentopf (28.), 1:1 Saliev (60.), 2:1 Bewernick (113.), 3:1 Bewernick (121.)

Gelb-Rote-Karte: Albry (VfL, 103., wiederh. Foulspiel

1. FC Quickborn – TuS Osdorf 2:5 (1:4)

Toni Kroos ließ grüßen. Beim 2:5 (1:4) des 1. FC Quickborn (Bezirksliga) gegen den TuS Osdorf (Oberliga) glückte Jannis Gries ein ähnliches Traumtor wie dem deutschen Nationalspieler bei der WM gegen Schweden. Aus Linksaußenposition flog der Freistoßball schier unhaltbar in die rechte Ecke (1:2).

Genau wie die WM für Schwarz und Weiß nahm auch das Pokalspiel für Schwarz-Orange kein gutes Ende. Die Quickborner erwiesen sich zu anfällig. In der 13. Minute begann das damit, dass aus einem Einwurf von Steffen Puzycha per Konter das 0:1 resultierte. Die Osdorfer kontrollierten die Partie, ohne zu glänzen.

1. FC Quickborn: Rusche – Bruhn, Suhr, Puzycha (73. Bayat) – Pergande (46. Günther), M. Walter (64. Dierks), Dervisholli, Gries, Rose – Buhr, Keck.
Tore: 0:1, 0:2 Wachter (13., 17.), 1:2 Gries (20.), 1:3 Ude (22.), 1:4 Wachter (26.), 1:5 Amoah (60.), 2:5 Keck (77.).

West-Eimsbüttel – SV Rugenbergen 0:11 (0:6)

Rugenbergen hatte leichtes Spiel beim Kreisligisten West-Eimsbüttel. Bereits nach zehn Minuten führten die Gäste mit 2:0. Eimsbüttel gelang es nicht, gefährlich vor das Tor des Oberligisten zu kommen.

 Auf der Gegenseite zeigten sich Pascal Haase mit sechs Treffern und Sulayman Dampha mit vier Toren treffsicher, Steven Tegeler durfte auch noch jubeln. „Wir haben das das Tempo stets hochgehalten und unser Spielsystem konzentriert durchgezogen“, war SVR-Coach Thomas Bohlen sehr zufrieden.

SV Rugenbergen: Marciniak – Gerber, Hansen, Tegeler, Worthmann, Schulz – Düllberg, Beese, Munzel – Haase, Dampha (60. Mane)

Blau-Weiß 96 Schenefeld – SSV Rantzau 0:2 (0:0)

Henri Müller (links) und Blau-Weiß 96 hatten gegenüber dem SSV Rantzau um Nils Schulz das Nachsehen.
Michael Stemmer
Henri Müller (links) und Blau-Weiß 96 hatten gegenüber dem SSV Rantzau um Nils Schulz das Nachsehen.
Der Schenfelder Bezirksligist verteilte Geschenke – aber nicht für den Fußball-Abteilungsleiter Andreas Wilken, der seinen 50. Geburtstag feierte.

Beim 0:2 gegen Landesliga-Aufsteiger SSV Rantzau verschuldete Keeper Jonathan Hohenegger das erste Gegentor von Christoph Bendix mit einem Querschläger vor dem eigenen Strafraum.

Dann ließ Innenverteidiger Jannik Eggerstedt den Ball bei einem weiten Abschlag von SSV-Keeper Malte Ladehof aufspringen.

Tim Heinitz, wie Bendix erst vor wenigen Wochen den Barmstedter A-Junioren entwachsen, schoss das 0:2. Kurz vor dem Seitenwechsel hatte Max Gardsen per Lattenschuss das 1:0 der ebenbürtigen Gastgeber verpasst.

„Die erste halbe Stunde haben wir klar dominiert und gut gespielt. Dann wurde die Begegnung zerfahrener und Blau-Weiß hatte sogar zwei Großchancen“, schaute Otto Hartlieb, Sportlicher Leiter bei den Barmstedtern, bereits gen nächstes Wochenende, wenn der FC Elmshorn zum Punktspielauftakt an die Düsterlohe kommt.

Blau-Weiß 96: Hohenegger – H. Müller (46. Asmußen), Eggerstedt, Klages, Quittkat – Gardsen, Peemöller, Doempke, D. Kunze – von Dahle, R. Müller.

SSV Rantzau: Ladehof – P. Breuel (80. Blöcker), J. Thieme, T. Hartlieb, L. Schulz – Kruposki, Bendix, Tiryaki – N. Schulz (85.Kenou), Heinitz, N. Breuel.
 

Tore: 0:1 Bendix (63.), 0:2 Heinitz (76.).

Roland Wedel – SV Lieth 2:5 n.V.

Im Gegensatz zum Punktspiel am 6. Mai blieb alles friedlich, doch die Revanche für die Niederlage am Grünen Tisch ist Roland Wedel im Duell zweier Bezirksligisten gegen die SV Lieth nicht geglückt. Das 2:5 (0:0/2:2) nach Verlängerung führte Trainer Philipp Obloch vornehmlich auf das Fehlen von Leistungsträgern und Resignation nach dem dritten Gegentor zurück.

Mit  5:2 haben Tim Henningsen (rechts) und seine SV Lieth den 
FC Roland Wedel um Mahmoud Djebbi  zu Fall gebracht.
Michael Stemmer

Mit  5:2 haben Tim Henningsen (rechts) und seine SV Lieth den

FC Roland Wedel um Mahmoud Djebbi  zu Fall gebracht.

 

Kadir Katran muss sich vorwerfen lassen, die Klein Nordender nach einer scheinbar beruhigenden 2:0-Führung der Wedeler wiederbelebt zu haben. Aus einer Tändelei des Keepers, der nicht wusste, wohin mit dem Ball, resultierte das 2:1.

Lieths Trainer Michael Radde-Krüger fasste zusammen: „Es gab hier in Wedel keine Nickligkeiten, das lag auch am guten Schiedsrichter. Es hat sich die gute Trainingsleistung der letzten Wochen ausgezeichnet. Wir waren am Schluss einfach spritziger.“

Roland Wedel: Katran – Beltifa (96. Özdemir), Dreschniol, Dilgin, Kurowski – Djebbi, Wittich (70. Unbehaun), B. Bayram (81. Ca. Arda), Kubat, Ozütemiz (68. Ce. Arda) – Ayik.

SV Lieth: Hernowski – B. Meyer, Reinke (60.Oehlers), Hansen, Münster - Thies, Harbeck, Henningsen – Stubenrauch(80.Bandholz), Matthiessen – Duman (115. Usta)

Tore: 1:0 Ayik (49.), 2:0 Ayik (72.), 2:1 Matthiessen (78.), 2:2 Münster (88.), 2:3 Matthiessen (91.), 2:4 Matthiessen (99.), 2:5 Oehlers (110.).

Komet Blankenese – Wedeler TSV 0:7 (0:2)

Das 7:0 des Wedeler Oberligisten gegen den Kreisklassisten aus Blankenese zeigte noch nicht einmal die ganze Überlegenheit auf. „Blankenese hat gut gekämpft, war aber chancenlos“, erklärte Wedels Co-Trainer Holger Weinsheimer und hatte noch ein Lob parat: „Enzo Simon war richtig stark. Er ist ganz nah dran an der Stammelf.“

Wedeler TSV: Lopes – Eggers (70. Roesler), Vollmer, Wilckens, Mahnke – Uitz, D. Alvarez, Steinecke (46. Rörström), Münster (46. Somon) – Oliveira, L. Alvarez

Tore: 0:1 Steinecke (27.), 0:2, 0:3 Eggers (40., 49.), 0:4 Alvarez (56.), 0:5, 0:6 Simon (63., 81.), 0:7 Mahnke (86.)

TSV Seestermüher Marsch – TSV Sparrieshoop 0:4 (0:0)

„Not gegen Elend“, stöhnten die Zuschauer einvernehmlich, als Schiri Janik Möller (SV Lieth)  zur Halbzeitpause im Duell der beiden Kreisligisten rief. „Wir waren völlig verunsichert, da passte nichts zusammen“, gestand Sparrieshoops Co-Trainer Jörn Boelter. Dem Gastgeber boten sich Torchancen, die die Märschler aber nicht verwerten konnten.

In Halbzeit zwei wendete sich das Blatt. Sparrieshoop rappelte sich auf, bei Seestermühe schwanden die Kräfte – eine Folge der geringen Trainingsbeteiligung, wie Betreuer Klaus Kimpel monierte. Nach dem 1:0  (65.) brachen alle Dämme – 0:4, „für mich eindeutig zu hoch“, so Kimpel und wurde dabei  von Abteilungsleiter Jörn Tiedemann unterstützt: „Eigentlich ein typischer 0:0-Kick.“ 

TSV Seestermüher Marsch: B. Averhoff – A. Hinz, D. Hinz, Junke, Themm – Andi, Behrens, Zipfel – Bachert (80. Röhrig), Mühlenkamp, Tefci

TSV Sparrieshoop: Möller – Shoeß, Rathlau, Ercek, Aydin (80. Voß) – Akpinar, Schmidt, Boelter (38. Büchner), Sternberg – Baerthel, Schweig (65. Krippahle)

Tore: 0:1 Baerthel (65., Foulelfmeter), 0:2  Baerthel (80.), 0:3 Baerthel (85.), 0:4 Aydin (87.)

Rasensport Uetersen – Union Tornesch 2:0 (0:0)

„Clever. Eiskalt.“ Union-Trainer Thorben Reibe zeigte sich als fairer Verlierer und lobte Kreisligist Rasensport Uetersen, der mit einem 2:0-Erfolg im direkten Vergleich an der Vormachtstellung des Nachbarn in der Region kratzte.

Ein Tor, eine Vorlage: Marvin Schramm (Raspo, links) mutierte für Tornesch und Fabian Tiedemann zum Pokal-Schreck.
Foto: spe
Ein Tor, eine Vorlage: Marvin Schramm (Raspo, links) mutierte für Tornesch und Fabian Tiedemann zum Pokal-Schreck.
 

Von einer Überraschung im Rosenstadion konnte die Rede sein, nicht von einer Sensation. Schließlich boten die Rasensportler etliche Akteure mit Landesliga-Erfahrung auf, darunter Marcel Jobmann, der nach einer Flanke von Marvin Schramm das 1:0 köpfte. Schramm selbst führte nach einem Vorstoß von Philipp Ehlers die Entscheidung herbei. Reibe: „Uns fehlte die Kreativität, das Spiel zu drehen. “

Rasensport Uetersen: Knapp – Friederich, Weber, Enderle, Shmakov – Hajrizi, F.Laut, Ph. Ehlers (89. Gollnick), Schramm, A. Koziol (86. Kühl) – Jobmann (76. Pott).

FC Union Tornesch: Brüggemann – Moritz, Zimmermann, Kuschka, Tiedemann (65. Haag) – Dora – Badermann (20. M. Stahnke), Knottnerus, Werning, Kulicke – Pohlmann (65. J. Laut).

Tore: 1:0 Jobmann (58.), 2:0 Schramm.

Holsatia im EMTV – TBS Pinneberg 4:0 (0:0)

Jubel bei Holsatias neu zusammengestellter Mannschaft (Kreisliga 8): Mit  4:0 wurde Bezirksligist TBS Pinneberg rausgeworfen. Bei sommerlichem Wetter hatten die Elmshorner die stärkeren Nerven und bessere Kondition. Andreas Schmunk (2), Vincent Konrad und Philipp Kölln unterstrichen das mit ihren Toren.

Holsatia im EMTV: Schlothauer – Grichel, H. Kölln (72. Hägemann), P. Kölln, Springer – Schmunk, N. Witt (72. A. Witt), Elfendahl (80. Petrich), Hartmann – Konrad, Aschrafi

Tore: 1:0 Schmunk (58.), 2:0 Konrad (69.), 3:0 Schmunk (82.), 4:0 P. Kölln (89.)

Rote Karte: Grichel (85., grobes Foulspiel)

Die Ergebnisse der ersten Pokalrunde mit Kreis-Beteiligung:

TuS Appen – SV Lurup 0:2

Rissener SV – TuS Holstein Quickborn 4:3

Kickers Halstenbek – Eimsbütteler TV  0:20

SV West-Eimsbüttel – SV Rugenbergen 0:11

1. FC Quickborn – TuS Osdorf  2:5

Spfr. Holm/WTSV – Borstel-Hohenraden 0:1

Rellinger FC – Heidgrabener SV 0:5

SC Union 03 – SC Egenbüttel 2:1 n.V.

1. FC Eimsbüttel – Gencler Birligi  1:2

TSV Uetersen – Niendorfer TSV 0:17

Cosmos Wedel – SC Victoria 1:8

Komet Blankenese – Wedeler TSV 0:7

Moorreger SV – Kummerfelder SV 2:5

TV Haseldorf – Hetlinger MTV 0:2

Spfr. Pinneberg – FC Elmshorn 0:3 kmpfl.

Blau-Weiß 96 Schenefeld – SSV Rantzau 0:2

SC Ellerau – SC Nienstedten 2:5

Osdorfer Born – SuS Waldenau 0:2

Roland Wedel – SV Lieth 2:5 n.V.

SV Blankenese – SV Halstenbek-Rellingen 0:3

Rasensport Uetersen – Union Tornesch 2:0

SV Hörnerkirchen – VfL Pinneberg 3:1 n.V.

Tangstedter SV – HFC Falke 0:2

Seestermüher Marsch – TSV Sparrieshoop 0:4

Holsatia im EMTV – TBS Pinneberg 4:0

TuS Hemdingen-Bilsen – Inter Eidelstedt 0:3

FC Schnelsen – TuS Hasloh 0:3 kmpfl.

Groß-Flottbeker SV – SC Pinneberg 2:4 n.V

Die zweite Runde des Oddset-Pokals findet zwischen dem 31. Juli und 1. August statt. Die entsprechenden Paarungen werden am Montagabend, 23. Juli, ausgelost.

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