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Fussball-Oberliga : „Kopf leer, Beine schwer“ beim VfL

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fußball: Niederlagen für Pinneberg gegen BU und Oststeinbek / Vier Spiele innerhalb von acht Tagen lassen Team auf dem Zahnfleisch gehen

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erstellt am 22.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Seine Stimmbänder hatte er am Ostersonnabend arg belastet. Immer wieder schrie Michael Fischer, Trainer der Oberliga-Fußballer des VfL Pinneberg, während der Partie seiner Elf gegen Barmbek-Uhlenhorst in Richtung Spielfeld. Lautstark und mächtig gefrustet.

Sätze wie „das ist Standfußball“ oder „ihr spielt, als ob ihr gerade aus dem Freibad kommt“, waren im Stadion I vernehmbar und hallten durch den umliegenden Wald hindurch bis hin zur S-Bahnstation Pinneberg. Viele Fehlpässe und kaum Schwung sah Fischer gegen BU. Da der Gegner auch nur wenig zustande brachte, roch alles bis kurz vor Spielschluss nach einem 0:0, doch der Barmbeker Einwechselspieler Christian Merkle sorgte mit seinem späten 1:0-Siegtor für den kollektiven Schock in den VfL-Reihen (90.). „Dieses Spiel war ein Armutszeugnis von uns“, schimpfte Fischer noch lange nach Abpfiff.

Viel Zeit, seine Stimme zu erholen, hatte er nicht. Bereits am Ostermontag musste seine Mannschaft beim Nachholspiel in Oststeinbek erneut ran – und fing mit deutlich mehr Esprit an, als noch gegen BU. 1:0 hieß es aus Sicht der Gäste folgerichtig nach sieben Minuten, Abwerchef Tim Vollmer hatte per Flugkopfball getroffen.

Ein Jubelschrei kam Fischer über die Lippen – auch laut und dennoch Balsam für die geschundenen Stimmbänder. Doch: Die Freude währte nur kurz, da kratzte es Fischer bereits wieder im Hals. Der Grund: „Nach unserem 1:0 haben wir komplett das Fußballspielen eingestellt. Es kam nichts mehr“, so der Trainer ernüchtert und er meinte damit natürlich seine eigene Truppe, denn von den Gästen kam noch einiges: Zunächst der Ausgleich (21.), später dann die Treffer zum 2:1 (36.) und 3:1 (53.). Fast schon ein wenig hilflos musste der VfL-Coach die zweite Pleite binnen drei Tagen von außen mit ansehen, ohne wirklich reagieren zu können. „Ich wusste, dass meine Mannschaft auf dem Zahnfleisch geht. Die vier Spiele innerhalb von acht Tagen haben ihre Spuren hinterlassen. Der Kopf ist leer, die Beine schwer“, hatte der 46-Jährige nach dem Spiel im Kreis Stormarn eine Erklärung für die Mini-Krise des VfL parat. Und er ergänzte: „Nur ein Punkt aus den letzten vier Spielen, wir sind derzeit in einem Loch. Die Mannschaft ist physisch und mental nicht mehr frisch.“ Führungsspieler wie Thorben Reibe (Fersensporn), Vollmer (Zeh), Flemming Lüneburg (Außenband) oder Steffen Maaß (Innenband) plagen sich seit Wochen mit Verletzungen herum.

Platz zwei ist abgehakt und sei intern „sowieso nie ein Thema gewesen.“ Jetzt, so Fischer weiter, gehe es vor allem darum, „die Wunden zu lecken, um nicht in den verbleibenden Saisonspielen auf Platz acht durchgereicht zu werden.“

 

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