Fußball : „Können befreit aufspielen“

„Ihr Zuspruch gibt mir Kraft“: HR-Torjäger Jan-Marc Schneider (links) feiert mit seinem Großvater Günther Falk (rechts) seinen späten 2:2-Ausgleichstreffer im Hinspiel gegen Altona 93.
„Ihr Zuspruch gibt mir Kraft“: HR-Torjäger Jan-Marc Schneider (links) feiert mit seinem Großvater Günther Falk (rechts) seinen späten 2:2-Ausgleichstreffer im Hinspiel gegen Altona 93.

HR-Stürmer Jan-Marc Schneider peilt die Torjäger-Kanone an / SV Rugenbergen will noch zehn Zähler

shz.de von
02. Mai 2015, 16:00 Uhr

Der Titel ist zwar außer Reichweite, gelaufen ist die Saison für die Oberliga-Fußballer der SV Halstenbek-Rellingen deshalb aber noch lange nicht. Vor allem für einen geht es noch um sehr viel: Stürmer Jan-Marc Schneider kämpft in den verbleibenden vier Partien um die Torjäger-Kanone. 26 Treffer hat der 21-Jährige bereits erzielt und liefert sich im Duell um die Krone für Hamburgs besten Knipser ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Dassendorfs Ex-Profi Eric Agyemang (ebenfalls 26).

Kurios: Eigentlich würde Schneider die Torjägerliste alleinig anführen, er traf auch gegen den FC Elmshorn. Da dieser aber vom Spielbetrieb abmeldete, wurde Saisontor Nummer 27 annulliert.

„Aber ich bin guter Dinge, dass ich mir die Kanone auch so hole“, sagt Schneider und scherzt: „Ich habe meinen Teamkollegen gesagt, sie sollen im Zweifelsfall nicht selbst schießen, sondern lieber zu mir passen.“ Ganz mannschaftsdienlich betont Schneider jedoch: „Primär geht es aber nicht um mich oder die Torjägerkanone, sondern für uns als Team darum, die Saison vernünftig abzuschließen und nochmal schöne Spiele abzuliefern. Das sind wir unseren Zuschauern und unserem Trainerteam schuldig.“ Und: „Ein Stürmer ist immer nur so gut wie seine Mitspieler, die ihn bedienen.“

Wahre Worte, am Sonntag soll gegen Altona 93 (14 Uhr) das erste schöne Spiel abgeliefert werden. „Altona ist natürlich viel besser als es die Tabelle aussagt, sie spielen weit hinter ihren Möglichkeiten, wir sind also gewarnt. Schon das Hinspiel war knapp, wir lagen 0:2 hinten, spielten noch 2:2“, erinnert sich der in Schenefeld wohnhafte BWL-Student, dessen Vater und dessen beiden Großväter selbst Fußballer waren und Schneider bei jeder Partie anfeuern. „Ihr Zuspruch gibt mir Kraft“, sagt Schneider.

Für HR sei es, so der Torjäger weiter, kein Nachteil, dass der Druck, um einen möglichen Titel mitspielen zu können, nun weg ist: „Wir sind eine junge Mannschaft, können jetzt genauso befreit aufspielen, wie in der Hinserie. Das liegt uns.“

Befreit aufspielen kann auch der SV Rugenbergen heute gegen den FC Süderelbe (15 Uhr). „Wir haben keinen Druck, sondern derzeit wieder Spaß am Fußball“, sagt Coach Ralf Palapies – neun Tore in den jüngsten beiden Partien seien dafür ein Beleg. Gleichwohl ist der Trainer bemüht, noch ein wenig Spannung aufrecht zu erhalten, damit die Saison nicht dahinplätschert: „Zehn Punkte aus den letzten fünf Partien sollten wir schon noch holen.“ Palapies warnt vor Süderelbe, obwohl das Team das viertschlechteste der Liga bei Spielen in der Ferne ist: „Wenn man sie aber spielen lässt, wird es schwer“, so der 44-Jährige, der auch schon für die kommende Spielzeit plant: Stürmer Milos Ljubisavljevic wird den Klub aus Bönningstedt verlassen.

Der USC Paloma und Condor gelten als Interessenten. Jan Lauer könnte Ljubisavljevic ersetzen, die Gespräche mit dem ehemaligen Hamburger Meister (SC Victoria) stehen kurz vor einem positiven Abschluss. 

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