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Fußball-Oberliga : Keine Geschenke fürs „Retterchen“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der VfL freut sich auf Wiedersehen mit Ex-Spieler D’Agata, der SV Rugenbergen muss auf Jurkschat verzichten und HR tritt wieder mit Rodrigues an.

Hätte ihn Trainer Michael Fischer nicht nach gut einer Stunde eingewechselt und wäre Gianluca D’Agata dann eine gute halbe Stunde später nicht hellwach gewesen, um eine Minute vor dem Ende der Oberliga-Partie beim USC Paloma das alles entscheidende 1:0 für die Fußballer des VfL Pinneberg zu schießen, dann würden die Pinneberger womöglich heute anstelle der Uhlenhorster eine Klasse tiefer in der Landesliga kicken.

Hätte, hätte. Viel Konjunktiv. Rückblickend auf diesen grauen Abend des 22. Mai, als der stark abstiegsbedrohte VfL im Nachholspiel auf Grand zwei Tage vor Ende der zurückliegenden Saison drei immens wichtige Punkte einfuhr, ist aber unbestreitbar, dass D’Agata zum Mann des Abends avancierte – zum Retter des VfL. Und das, obwohl der gebürtige Italiener und Fan von Juventus Turin schon Wochen zuvor seinen Abschied von der Fahltsweide erklärt hatte. Beim letzten Saisonspiel der Pinneberger in Elmshorn (1:1), als der Nicht-Abstieg dann endgültig feststand, schaute der 25-Jährige nur noch in Zivil vorbei – um sich zu verabschieden. Bei der SV Blankenese hat er seine neue sportliche Heimat nach zuvor drei Jahren VfL gefunden. Heute Abend kommt es auf sportlicher Ebene zum Wiedersehen mit seinen alten Kameraden, wenn die SVB den VfL empfängt (19.30 Uhr).

Wobei D’Agata sagt: „Die Mannschaft des VfL hat sich stark verändert, ich kenne längst nicht mehr alle, aber schon noch einige, weshalb ich mich auf das Wiedersehen freue.“ Gibt’s nachträglich für die Rettung noch einmal einen Strauß Blumen vom VfL oder eine dicke Umarmung von Fischer? „Wir haben ihn mehrfach ausgiebig geherzt“, sagt der 45-Jährige und scherzt: „Man könnte glatt meinen, ich hätte mit ihm ein Verhältnis, wenn ich es nochmal tun würde.“

Ernst ergänzt Fischer jedoch: „Es gibt aber heute Abend weder Blumen, noch Geschenke von uns. Gleichwohl danken wir Luca, er ist mit seinem Tor in die Geschichte des VfL eingegangen, hat sich immer vorbildlich verhalten. Wobei auch andere zum Klassenerhalt beigetragen haben. Insofern ist er ein Retterchen, nicht der alleinige Retter.“

„Verrückt“ findet es der VfL-Coach, der auf Benjamin Brameier (Urlaub), Daniel Zass (Achillessehnen-Anriss) sowie Artur Frost (Syndesmoseriss) verzichten muss, dass sein Team vor drei Monaten noch gerettet werden musste und mit einem Sieg heute für eine Nacht Tabellenzweiter wäre.

Auf Rang zwei befindet sich noch der SV Rugenbergen, der morgen den SC Alstertal-Langenhorn zu Gast hat (13 Uhr) und von einer Punkteteilung zwischen dem Ersten Dassendorf und dem Dritten Altona 93 profitieren könnte, die zeitgleich spielen. Vorraussetzung: ein eigener Sieg. Auf Rang eins kann der SVR allerdings nicht vorstoßen, da Dassendorf mit vier Punkten Vorsprung ins Wochenende geht. Dennoch erstaunlich, dass die Bönningstedter der Dassendorf-Jäger Nummer eins sind, zumal Trainer Ralf Palapies seit Wochen Personalsorgen plagen. Jetzt ist auch noch Top-Torjäger Mario Jurkschat ins Universitäts-Krankenhaus Eppendorf eingeliefert worden. „Sie haben ihm eine Entzündung aus dem Knie geholt, er wird uns lange fehlen“, erzählt Palapies. Kevin Beese und Tolga Güvenir (beide Grippe) drohen gegen SCALA ebenfalls auszufallen. Wie fängt der SVR das nur auf? „Durch tollen Teamgeist“, so „Pala“.

Beispiele: Sebastian Munzel stellt sich seit Wochen in den Dienst der Mannschaft, indem er auf nahezu allen Positionen aushilft und Stammkeeper Dennis Schultz überlässt Ersatzkeeper Janis Waldmann in den nächsten beiden Spielen (SCALA morgen und in Altona) freiwillig die Torhüterposition, als Anerkennung für dessen gute Trainingsarbeit. Palapies: „Vorbildlich.“

Den Bönningstedtern den Rücken freihalten könnte die SV Halstenbek-Rellingen, indem sie SVR-Verfolger Curslack-Neuengamme (Vierter) am Sonntag (14 Uhr) schlägt – wie schon am 24. Oktober 2012, als der SVCN das letzte Mal zu Gast war und HR 3:2 siegte. Besonders die HR-Abwehr wird gefordert sein, denn das Curslacker Sturmduo Jan Landau (5, zuletzt angeschlagen) und Ivan Sa Borges Dju (6) erzielte zusammen elf der insgesamt 25 Saisontore.

Coach Bliemeister kann wieder mit Urlaubs-Rückkehrer Rodrigues de Oliveira planen – Geschenke hat auch HR nicht zu verteilen.

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erstellt am 20.Sep.2013 | 16:00 Uhr

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