Fußball-Oberliga : Katerstimmung beim FC Elmshorn

Achim Hollerieth.
FCE-Trainer Achim Hollerieth.

Es läuft nicht rund: FCE-Trainer Achim Hollerieth bleibt gelassen und verzichtet darauf, das "Hampelmännchen zu machen".

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18. November 2013, 16:03 Uhr

Da kam der Trainer etwas durcheinander. „Zwei Niederlagen hintereinander gab’s noch nie“, setzte Achim Hollerieth vom Fußball-Oberligisten FC Elmshorn am Freitagabend zu einer Analyse an und ließ sich auch von Ehefrau Melanie nur widerwillig unterbrechen. Dabei ging es ihr nur darum, die Statistik gerade zu rücken. Das 0:1 des FC Elmshorn war nach dem 1:2 gegen den SC Condor vor 16 Tagen „nur“ die zweite Heim-Pleite in Folge. Dazwischen aber lag noch das 2:2 gegen Barmbek-Uhlenhorst. „Nun ja...“, tat der Cheftrainer des Fußball-Oberligisten seinen kleinen Flüchtigkeitsfehler ab.

So oder so: „Wir sind in einer Phase, wo es nicht läuft. Da müssen wir durch“, sagte er. Und das wird nicht unbedingt einfach, warten in der Oberliga doch nun nacheinander gleich drei Klubs der Top Fünf auf den FCE: Halstenbek-Rellingen (auswärts am Sonnabend, 23. November), der VfL Pinneberg (Heimspiel am Sonnabend, 30. November) und Tabellenführer TuS Dassendorf (auswärts am Sonnabend, 7. Dezember). Jahresabschluss ist das Oddset-Pokal-Achtelfinale gegen Regionalligavertreter SC Victoria am Freitag, 13. Dezember, an der Wilhelmstraße.

So souverän sich Hollerieth auch gab, so sehr war dem angehenden Fußballlehrer schon anzumerken, dass die Nerven strapazierter sind als noch vor ein paar Wochen. Die Nachfrage zur ungewohnten Aufstellung am Freitag konterte er mit der Gegenfrage „Suchst du jetzt nach etwas Bestimmten?“ Dabei leuchtete seine Begründung für den Einsatz von Max Waskow und Yannik Ruhser durchaus ein: „Die jungen Spieler haben sehr gut trainiert und dann kriegen sie auch eine Chance.“

Diese währte 53 Minuten, in denen beide erkennen mussten, dass es in der Oberliga Hamburg deutlich schwieriger ist, sich durchzusetzen als in der Landesliga oder der Verbandsliga Schleswig-Holstein. Daran aber lag die Niederlage nicht. Vielmehr ist von der Super-Stimmung, welche den FCE vergangene Saison als Aufsteiger auf einer Euphoriewelle getragen hat, nichts mehr zu spüren. Nach Abpfiff strebte der eingewechselte Milos Ljubisavljevic als erster in Richtung Kabine und ließ sich dazu von Betreuer Toni Gerdau extra den Schlüssel geben. Dagegen hockten die Innenverteidiger Patrick Scheidt und Kim Helmer noch Minuten später enttäuscht auf dem Rasen.

Und der Trainer selbst wirkte Freitag irgendwie allein, war ruhig wie noch nie an der Seitenlinie. „Ich hätte heute auch das Hampelmännchen machen können und es hätte nichts genutzt“, sagte Hollerieth, der erst vor zwei Wochen hinter die Bande geschickt worden war. Resignation sollte das kaum bedeuten. Gestern stand der Besuch des Derbys zwischen dem VfL Pinneberg und der SV Halstenbek-Rellingen (0:0) auf dem Sonntagnachmittagsprogramm.

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