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Leichtathletik : Kaffee und das Jugend-Shirt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Eine Umfrage unter Läufern und Teilnehmern des Elmshorner Stadtlaufs zu ihren Marotten, Ritualen und Talismanen.

Sportler gehen in der Regel austrainiert bei ihren Wettkämpfen an den Start und vertrauen auf ihre eigene Leistungskraft. So auch beim 17. Elmshorner Stadtlauf am morgigen Sonntag (9.30 Uhr, Schulstraße) mit fast 2100 Meldungen, allein knapp 1000 für die fünf Kilometer. Vor den Starts absolvieren die meisten Läufer eine gründliche Startvorbereitung mit Warmlaufen, Dehnen und dem obligatorischen Toilettengang, damit auf der Strecke nichts passieren kann. Fällt der Startschuss drücken viele Läufer ihre Stoppuhr am Handgelenk und setzen sich in Bewegung. Das zählt für sie zu den normalen Abläufen, die ihnen Sicherheit vermitteln.

Fragt man die Läufer jedoch nach Ritualen und Talismanen, sind die Meinungen darüber geteilt, ob kleine Marotten und Glücksbringer wirklich was mit ihren sportlichen Erlebnissen zu tun haben.

Langstreckenläuferin Katharina Nüser von der LG Wedel-Pinneberg, die im vergangenen Jahr bei ihrem ersten Marathon unter drei Stunden blieb, beginnt ihre Startvorbereitungen schon am Vorabend des Wettkampfs. „Mein Ritual vor einem Läufchen ist auf jeden Fall ein leckeres Abendessen mit Nudeln oder Reis – je nachdem, ob man auswärts essen muss oder zu Hause. Außerdem lege ich meine Klamotten bereit, damit nichts vergessen wird und man am nächsten Tag einfach

Schwarze Schokolade am Vorabend ein Muss

nur aufsteht und reinschlüpft. Dann müssen es vor dem Schlafengehen auf jeden Fall noch schwarze Schokolade und ein Tee sein. Danach gehe ich so zeitig wie möglich ins Bett“, so die 30-Jährige weiter. „Der nächste Tag startet so, dass ich zwei Stunden vor dem Start auf jeden Fall gegessen habe. Ich trinke erst einen Tee und dann einen schwarzen Kaffee. Wegen der Säure verzehre ich nur etwas Leichtverdauliches und kein Obst.“

Auch für die Hobbyläufer Joshua Heinrichs und Jenny Stäcker spielt die Ernährung am Stadtlauftag eine Rolle. „Meine Mutter macht für unsere Familie für den Stadtlauf extra selber Müsliriegel mit Rosinen. Die sind für mich so etwas wie ein Ritual geworden, sagt der 14-jährige Schüler. Stäcker räumt ein, dass sie an den Stadtlauftagen immer das Gleiche isst: Joghurt und Müsli. Und ergänzt: „Außerdem ziehe ich mir für meinen Start Sachen an, in denen ich mich wohlfühle.“

Für Joshuas Vater Carsten Heinrichs spielt die Kleidung ebenfalls eine Rolle: „Meine Mutter hat mir zu meinem ersten Marathon mit etwa 16 oder 17 Jahren ein Laufshirt geschenkt, das ich seitdem bei jedem Lauf anziehe. Auch wenn es inzwischen schon ganz schön zerschlissen ist, nutze ich es weiter, denn es ist für mich zu einem Glücksbringer geworden.“ Maike Leinbaum und Dieter Müller haben andere Kleidungsrituale. „Ich trage beim Stadtlauf das Heymann-Laufshirt, in dem ich auch trainiere. Darauf steht ‚Lesen und Laufen‘“, sagt die Buchhändlerin. Müller hat eine etwas andere Motivation: „Seit etwa vier Jahren laufe ich beim Stadtlauf im Laufshirt der Elmshorner Feuerwehr. Das ist kein Ritual für mich sondern hat etwas mit meiner Identifikation mit meinem Arbeitgeber zu tun. Denn ich bin stolz darauf das dunkelblaue Shirt mit der orangen Aufschrift ‚Feuerwehr Elmshorn‘ und einer großen 20 auf dem Rücken zu tragen. Diese Zahl steht für den Funkrufnamen der Elmshorner Wehr.“

Köllnflocken-Chef Christian von Bötticher hat im Zusammenhang mit seinem Lauftraining folgende Beobachtung gemacht: „Ich habe bemerkt, dass es mich beim Laufen unendlich nervt, wenn dabei mein Schlüssel in der Jogginghose klingelt. Daher habe ich beim Laufen immer meinen Schlüssel in der Hand. Laufe ich mal ohne Schlüssel, fällt mir das sofort auf und es fehlt mir etwas.“

Einige Läufer halten gar nichts von Ritualen

Und schließlich gibt es noch Läufer, die der Sache kritisch gegenüberstehen wie Uli Dörwald-Eickelberg. „Ich lehne jede Form von Esoterik ab und habe keine Talismane oder Rituale“, sagt er. Angesprochen auf persönliche Besonderheiten räumt der 64-Jährige jedoch ein: „Ich laufe in Barfuß-Schuhen, sogenannten Leguanos und habe den Traum irgendwann einmal wirklich barfuß zu laufen. Dafür arbeite ich an meinem Stil.“

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