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Volleyball-Gemeinschaft Elmshorn : Junge Trainerin mit dickem Fell

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Seit diesem Sommer betreut die 20-jährige Hanna Kaczmarczyk die Verbandsligaspieler der Volleyball-Gemeinschaft Elmshorn.

shz.de von
erstellt am 02.Jan.2016 | 00:32 Uhr

Elmshorn | Für Elmshorn und gegen Oldenburg entschied sich Hanna Kaczmarczyk im vergangenen Herbst. Damit stellte die Elmshornerin gleichzeitig die Weichen für die ersten Männer der Volleyball-Gemeinschaft Elmshorn (VGE), denn so übernahm sie den freien Posten als Trainerin der Verbandsligamannschaft.

„Ich verbrachte einige Tage in Niedersachsen und sah mir nicht nur die Studieninhalte für Sozialwissenschaften an, sondern auch die Stadt“, berichtet Kaczmarczyk. „Oldenburg hat mir gefallen. Ursprünglich hatte ich mich um verschiedene Studiengänge beworben. Als die Zusage aus Oldenburg kam, hatte ich inzwischen ein Praktikum an der Raboisenschule gemacht. Das bestärkte mich in meiner Berufswahl. Daher war ich mir sicher, dass ich in Elmshorn bleibe und lieber auf einen Studienplatz in Sonderpädagogik warte. Am liebsten in Hamburg, dann kann ich das Studium und das Training unter einen Hut bringen.“

Die Zwanzigjährige war schon als Kind mit Sport in Kontakt gekommen. Zunächst turnte sie im EMTV, bis sie ihr Trainer Richard Troper für die Leichtathletik begeistern konnte. „Ich hab mit zehn Jahren selbst angefangen und vier Jahre später gemeinsam mit Lara Seiler begonnen die ganz Kleinen zu trainieren. Wir haben das gemacht, weil jemand gesucht wurde, der Spaß daran hat mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Das war bei mir schon immer so, ich habe auch leidenschaftlich babygesittet“, erinnert sich die Elmshornerin. „Später stellte ich fest, dass ich für mich allein nicht so viel sportlichen Ehrgeiz habe.“

Mit 16 Jahren fing sie mit Volleyball an. Mit der Leichtathletik hörte sie 2015 auf. Außerdem zog sie sich eine Fußverletzung zu, die auch dazu führte, dass sie mit dem Tanzen, das sie drei Jahre lang bis zur Teilnahme an Standard- und Lateinturnieren ausübte, aufhören musste. Zunächst spielte Kaczmarczyk unter anderem mit ihrer Mutter in der Hamburger Gemischtrunde mit, später wechselte sie in eine Jugendmannschaft. „Als die VGE jemanden brauchte, der einer Gruppe von 11-jährigen Mädchen das Volleyballspielen beibringt, hat mich das gereizt. In diesem Zusammenhang habe ich auch den C-Schein als Trainerin gemacht.“

Im vergangenen Sommer meldete sich Kaczmarczyk mit zwei Freundinnen aus der VGE zur Prüfung zur B-Trainer-Lizenz an. Zur Prüfung gehört neben einem schriftlichen Test eine Lehrprobe. „Martin Stegmann, Zuspieler und Spielertrainer der ersten Herren, bot uns an mit seinem Team ein Probetraining für die Prüfung zu machen. Nach den Sommerferien vertrat ich ihn dreimal und wurde Co-Trainerin der ersten Herren. In die Zeit fiel die Vorbereitung auf den Florapokal. Die Resonanz auf meine mehr auf Krafttraining orientierten Übungen war positiv“, so die 20-Jährige. „Die Spieler wollten ein konstantes und strukturiertes Training und wir wollen die jungen Spieler in Elmshorn halten. Als mir Stegmann versicherte, dass er über Entlastung froh ist, habe ich den Posten als Trainerin übernommen. Genauso wie Andrea Sommer und Janina Sniehotta, die die Prüfungen ebenfalls bestanden, darf ich jetzt Teams bis zur dritten Bundesliga trainieren.“

Anfangs hatte Kaczmarczyk etwas Respekt sich vor das Männerteam zu stellen und musste lernen autoritärer aufzutreten als sie es von ihrer Jugendmannschaft kannte. „Man muss lernen ab und zu einen Spruch abzubekommen und sich ein dickes Fell zulegen“, beschreibt die Trainerin den Unterschied. „Die Mädchen machten immer anstandslos alles, was ich gesagt habe. Bei den Männern muss ich manchmal mit Murren leben und erklären, was ich mit den Übungen mit dem Medizinball, Pezziball oder Kästen bezwecken will. Aber das finde ich gut, weil ich so das Training gründlicher vorbereite und manche Trainingsinhalte, die ich bislang nur aus Büchern kannte, in der Praxis mit den Spielern weiterentwickle.“

Dass Kaczmarczyk und ihr Team auf dem richtigen Weg sind, zeigt ein Blick auf die Verbandsliga-Tabelle: Die VGE etabliert sich fünf Spieltage vor Saisonende im soliden Mittelfeld, nämlich auf Platz sieben.

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