Freiwasserschwimmen : Jugend-EM: Ein Goldenes Finale

Ein Küsschen für die Dame im DSV-Team.
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Ein Küsschen für die Dame im DSV-Team.

Deutsches Freiwasserteam gewinnt mit Thore Bermel. Lea Boy über fünf Kilometer in den Top 10.

shz.de von
14. Juli 2015, 16:00 Uhr

Zum Abschluss gab’s noch ein Küsschen für Leonie Antonia Beck. Den Schmatzer drückten ihr – fürs Foto – zeitgleich Thore Bermel vom Swim-Team Stadtwerke Elmshorn und der frühere Elmshorner Daniel Kober links und rechts auf die Wange. Als Trio sorgten die drei für das aus deutscher Sicht goldene Finale der Jugend-Europameisterschaft im Freiwasserschwimmen. Die Mannschaft gewann das Teamrennen über drei Kilometer am letzten Tag der Titelkämpfe im Lago Maggiore mit 25 Sekunden Vorsprung auf Ungarn. Bermel und Kober verteidigten damit den im Vorjahr – damals mit Patricia Wartenberg – errungenen Titel. „Thore hat sich wahnsinnig gefreut“, sagte STE-Cheftrainer Jörg Freyher, der die deutsche Equipe in Tenero zusammen mit Stefan Lurz betreute. Augenzeugen waren auch Thore Bermels Eltern Monika und Peter sowie Schwester Lena-Sophie (18), die vor drei Jahren bei der Freiwasser-JEM Gold über fünf Kilometer und im Teamrennen gewonnen hatte. 50 Sekunden hinter dem DSV-Trio wurde Russland Dritter.

Bermel hatte bereits Einzel-Silber über 7,5 Kilometer erschwommen und war damit an beiden DSV-Medaillen beteiligt. Seine STE-Kameradin Lea Boy wurde über fünf Kilometer Zehnte.

Das Teamrennen wurde als so genanntes Time Trial ausgetragen; die einzelnen Mannschaften starteten im Abstand von einer Minute. Das deutsche Trio mit der in den Einzelrennen geschonten Leonie Antonia Beck, die sich derzeit auf die 1500 Meter Freistil bei der Weltmeisterschaft der offenen Klasse in Kazan (Russland) vorbereitet, erhielt Startplatz neun von 13. Vor ihnen begann die ebenfalls hoch eingeschätzte italienische Mannschaft, hinter ihnen Ungarn.

Kober machte im deutschen Team vorn das Tempo, Bermel koordinierte in der Mitte und Beck signalisierte als Schlussschwimmerin, wenn das Tempo höher sein konnte. Die Zeit wurde erst gestoppt, wenn alle Teammitglieder die Ziellinie überquert hatten. Die Deutschen holten in der ersten von drei Runden einen Vorsprung von elf Sekunden auf Ungarn heraus. Die Briten, die bis dahin ebenfalls mithielten, mussten in der zweiten Runde abreißen lassen. In der Schlusssrunde musste der DSV-Zug die Mannschaften von Italien, Griechenland, Schweiz und der Türkei überholen, ehe er zum Schlusspurt ansetzte. „Die Überholvorgänge waren gut für die Psyche“, sagte Freyher.

Auch für Lea Boy war die JEM letztlich erfolgreicher als die Beckenwettkämpfe in Baku – selbst ohne Medaille. Die Platzierung in den Top10 stufte ihr Trainer Jörg Freyher als gut ein. „Man muss fairerweise sagen: Es war ihr erstes Freiwasserrennen in diesem Jahr. Da fehlt einfach die Routine“, sagte er. In dem großen Pulk die richtige Lücke zu entdecken gehört neben Ausdauer und Grundgeschwindigkeit zu den großen Herausforderungen im Freiwasser.

Während die 15-Jährige nun in die sportliche Sommerpause geht, wartet auf Bermel, Kober und auch Moritz Bartels noch ein internationaler Start. Der DSV nominierte die drei als Belohnung für die großartige Leistung für das Europa-Cup-Rennen am 1. August im spanischen Navia.

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