Kampfsport : Jahrelange Disziplin zahlt sich aus

Trophäensammler: Sifu Frank Germann (hinten links) und seine erfolgreichen Elmshorner Kung Fu-Kids.
Foto:
1 von 2
Trophäensammler: Sifu Frank Germann (hinten links) und seine erfolgreichen Elmshorner Kung Fu-Kids.

Frank Germann holt mit seiner Kung Fu-Schule 23 Pokale bei Offenen Landesmeisterschaften und will „Supertalent“ werden.

shz.de von
08. Mai 2015, 16:00 Uhr

Kung Fu, so betont es Frank Germann, bedeutet nicht nur schlichtes Kämpfen, Kung Fu ist vielmehr eine Lebenseinstellung. „Kung Fu ist eine Philosophie, die das gesamte Leben durchdringt“, sagt der erfahrene Kampfsportler und Betreiber der Elmshorner Kung Fu-Schule. Diese Lebensphilosophie, ergänzt der 52-Jährige, impliziere „hart zu arbeiten, sorgfältig zu studieren, sich in Geschicklichkeit zu üben sowie die körperliche und geistige Gesundheit zu fördern.“ Dass das mit viel Geduld und Disziplin einhergeht, versteht sich von selbst.

„Disziplin ist die Grundvoraussetzung für Kung Fu“, betont Germann deshalb auch. Seinen insgesamt 150 Schülern, vor allem den jüngeren und den Anfängern, versucht der dreimalige Weltmeister, der in über 30 Jahren Wun Hop Kuen Do viel Erfahrung sammeln konnte, genau das beizubringen.

„Es geht um die Charakterbildung“, weiß Germann, „aber für die Nachwuchskämpfer ist es natürlich auch schön, hin und wieder Pokale und Medaillen von den Wettkämpfen mit nach Hause zu bringen, der Spaß und das Gruppengefühl dürfen nicht zu kurz kommen.“

Und so sammelten Germanns Nachwuchskämpfer – neben jeder Menge charakterbildender Erfahrungen – in jüngster Vergangenheit auch fleißig Pokale und Medaillen ein. Bei den Offenen Norddeutschen Meisterschaften (250 Teilnehmer) Ende April trat die Elmshorner Kung Fu-Schule mit insgesamt 13 Kung Fu-Kids im Alter von sechs bis acht Jahren in Neustadt an – und sicherte sich 23 Pokale, davon 13 erste Plätze. Der achtjährige Leon Tsymbal siegte in seiner Altersklasse in der Disziplin Kampf, sein Bruder Roman (13) tat es ihm in seiner Altersklasse gleich. In derselben Disziplin waren auch Max Stenzel, Ricardo Krey (beide 10 Jahre aber in unterschiedlichen Farbgurtklassen) sowie Pascal Zielosko (14) siegreich.

Die Elmshorner Nachwuchskämpfer Leandro Krey (8), Vanessa Krdcalic (9), Ricardo Krey, Ilana Hochschild (12), Zielosko und Ozan Cakir (16) triumphierten zudem in der Kategorie Form. Darüber hinaus gab es für Lucka Hochschild (15) und Sifu Germann in der Disziplin Waffen zwei erste Plätze.

Ob seine Talente wie Germann selbst jahrelang dem Kung Fu treu bleiben werden, bleibt abzuwarten. „Wenn die Kids 14 bis 16 Jahre alt sind, ist das für unseren Sport ein kritisches Alter“, weiß Germann. „Viele haben dann ihren ersten Freund oder ihre erste Freundin, müssen studienbedingt umziehen oder tendieren doch zum populären Fußballsport, obwohl die Verletzungsgefahr dort viel größer ist als beim Kung Fu“.

Und: Auch die beschriebene Disziplin spielt eine Rolle. „Sich immer wieder zu motivieren, sich zu bilden und hart an sich zu arbeiten, verlangt einem eben auch etwas ab.“ Dem 14-jährigen „Ausnahmetalent“ Pascal Zielosko etwa traut Germann diesen Weg zu. Schon bei den anstehenden Deutschen Meisterschaften in Wilhelmshaven im Juni können Zielosko und Co erneut ihr Können unter Beweis stellen.

Dass Kung Fu weitaus mehr ist als nur Disziplin und harte Arbeit, sondern auch jede Menge Spaß beinhaltet, beweist Germann ein ums andere Mal selbst. Im Rahmen der TV-Sendung Galileo (Pro Sieben) trat Germann in einem Show-Spiel gegen einen Tischtennisspieler an und schlug die kleinen weißen Pingpongbälle nicht etwa mit einem Schläger oder der Hand, sondern mit einem Nunchaku (asiatisches Schlaggerät) zurück. Und aktuell befindet er sich mit einer eindrucksvollen Kunf Fu-Coreographie im Casting für die RTL-TV-Sendung „Supertalent“. Der Sifu zeigt, dass sich jahrelange Disziplin auszahlen kann.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen