Trampolin : In der Luft ist sie wie ausgewechselt

Schüchtern, aber selbstbewusst präsentiert sich Imani Saprautzki nach ihren ersten Meistertiteln.
Schüchtern, aber selbstbewusst präsentiert sich Imani Saprautzki nach ihren ersten Meistertiteln.

Wie Imani Saprautzki ihre DM-Premiere zwei Mal vergoldet

shz.de von
15. März 2018, 16:00 Uhr

Das Zeug und das Können, um an Deutschen Meisterschaften teilzunehmen, hätte sie schon längst. So sagte es Elke Starr, Trampolintrainerin des Barmstedter MTV, im vergangenen Jahr stets über Imani Saprautzki. Allein, die Schülerin war zu jung. Nun, mit zwölf Jahren ist es anders. Endlich auch nationale Titelkämpfe – und dann so ein Einstand auf dem Doppelmini-Tramp: Gold im Einzel der Altersklasse W 11/12 und mit der Mannschaft des Norderstedter SV, für den Imani als Gast mit sprang. Tom Cords (ebenfalls BMTV) erreichte in der Wettkampfklasse M13/14 den fünften Platz.

Die Aufregung vor dem Wettkampf war „natürlich sehr groß“, gab Imani Saprautzki zu, „aber eigentlich war der Ablauf genauso wie hier beim Barmstedt-Cup, nur es war etwas größer.“ Sie sei mit nicht allzu großen Erwartungen in den Wettkampf gegangen. „Eigentlich sind die anderen alle besser als ich“, sagte Imani etwas zurückhaltend.

Auf dem Gerät aber legte die Zwölfjährige alle Zurückhaltung ab. Schon in den beiden Sprüngen des Vorkampfes zeigte sie die höchsten Schwierigkeiten aller fünf Mädchen in ihrer Gruppe. Im Finale – ebenfalls zwei Sprünge – konnte sie sich sogar einen schwächeren Versuch leisten. Sie berührte bei der Landung das Trampolin, was Abzüge gab.

Dass dies für die Goldmedaille reichte, hatte sie anfangs gar nicht richtig registriert. „Mein Fokus lag eigentlich nur auf dem Wettkampf und meinen Sprüngen, danach kam erst die Platzierung.“ Das reichte zum Sieg für Imani. „Dann musste ich erstmal direkt zuhause anrufen“, erzählt sie, „Zuhause haben sich alle riesig mit mir gefreut.“

Zur konzentrierten Vorbereitung waren die beiden Barmstedter zusammen mit ihrem Trainer Kai Kleingünther bereits am Freitagabend nach Nottuln (Nordrhein-Westfalen) gefahren. Das Einturnen auf den Geräten begann Sonnabend bereits um 8 Uhr morgens. Bei einer Fahrzeit von dreieinhalb Stunden hätten die Nordlichter sonst mitten in der Nacht aufstehen müssen.

Zum ersten Mal auf einem Trampolin stand die Springerin des BMTV bereits im Alter von vier Jahren. Die Sprünge, die sie heute zeigt, sehen für Außenstehende sehr waghalsig aus: Salti und Schrauben in teilweise irrer Geschwindigkeit. „Aber meine Eltern hatten dabei nie Angst um mich“, sagt sie lachend. Außerdem spielt die Schülerin des Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasiums Barmstedt/Rantzau noch Tennis.

Für Imani sind die Wettbewerbe auf dem Doppel-Mini-Trampolin für dieses Jahr abgehakt. Für sie geht es nun auf dem Großgerät weiter. Dort will sie im Einzel-, Synchron- und Mannschaftsspringen ab September bei den Landes- und Deutschen Meisterschaften wieder um den Titel mitspringen.

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