American Football : „Im Stadion fehlt Stimmung“

Herwig Eggerstedt (links, mit Pirates-Boss Jörg Lorenz) ist ständiger Gast bei den Spielen der Elmshorner Footballer.
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Herwig Eggerstedt (links, mit Pirates-Boss Jörg Lorenz) ist ständiger Gast bei den Spielen der Elmshorner Footballer.

Herwig Eggerstedt über den Super Bowl in den USA und die Party in Elmshorn

shz.de von
31. Januar 2015, 16:04 Uhr

Die Frage danach, wo er in der Nacht von Sonntag auf Montag lieber wäre – im FTSV Fortuna-Sportzentrum am Ramskamp oder im University of Phoenix Studium in Glendale (Arizona/USA) –, beantwortet Herwig Eggerstedt wie aus der Pistole geschossen: bei der Super-Bowl-Nacht in Elmshorn. Das überrascht nicht, schließlich ist Eggerstedt mit seiner Franchisekette Das Futterhaus zusammen mit den Elmshorn Fighting Pirates der Ausrichter der Live-Übertragung des NFL-Endspiels zwischen den Seattle Seahawks und den New England Patriots in der Nacht von Sonntag auf Montag. Die Begründung überrascht indes schon: „Ich war schon mal beim Super Bowl im Stadion – und das war ziemlich langweilig.“

Das größte Einzelsportereignis soll langweilig sein? „Es war schon ein Erlebnis“, sagte Eggerstedt über das Jahr 1999 mit dem Sieg der Denver Broncos über die Atlanta Falcons im Pro Player Stadium in Miami, wo die Stadt bereits in den Tagen vor dem Kick-off im Super-Bowl-Fieber war. „Es war ein tolles Vor- und ein tolles Pausenprogramm. Auch das Spiel selbst war in Ordnung“, sagte er. Im Vergleich zu einem normalen Ligaspiel in der NFL, von denen Eggerstedt auch schon diverse besucht hat, sei wenig Stimmung im Stadion gewesen. „Es sind nicht die Fans der beiden Vereine da, sondern ganz viele andere“, so Eggerstedt. „Deshalb bin ich lieber hier mit meinen Leuten.“

Andererseits: Ohne Eggerstedts USA-Ausflug 1999 würde es die Elmshorner Super-Bowl-Nacht vielleicht gar nicht geben. Die erste fand 2000 in Köln statt, die zweite 2001 in Hamburg. 2002 hätte eigentlich Stade der Austragungsort sein sollen, doch das klappte nicht. „Daher sind wir nach Elmshorn gegangen und haben im Sportlife-Hotel auf Schlag alle 200 Karten verkauft. Gedacht hatten wir an 50 Besucher“, erinnert sich der Geschäftsmann mit dem großen Footballherzen.

Auch in den folgenden Jahren gab es fast immer ein volles Haus. Die beiden vergangenen Jahre kamen sogar mehr als 250 Fans in die EMTV-Halle. Da diese abgerissen wurde und derzeit neu gebaut wird, findet die Party nun erstmals am Ramskamp statt – garniert mit Auftritten der Maniacs-Cheerleader, der Farmer’s Road Bluesband sowie einem leckeren griechisch-amerikanischem Büfett. Karten gibt es nicht mehr; die Veranstaltung ist seit ein paar Tagen restlos ausverkauft.

Seit 1999 engagiert sich Das Futterhaus auch als Sponsor, erst bei den Hamburg Blue Devils, dann parallel in Hamburg und Elmshorn, jetzt aber fast ausschließlich bei den Fighting Pirates. „Ich glaube, das ist nicht schlecht fürs Image. Das hat etwas mit Kundenbindung zu tun“, betont Eggerstedt, dass er diese Unterstützung nicht als reines Mäzenatentum ansieht. Dabei ist seine Begeisterung für den amerikanischen Nationalsport eine sprichwörtliche. „Von September bis jetzt gucke ich fast jeden Tag ein Footballspiel“, erzählt Eggerstedt, der sich dafür extra ein Football-Zimmer mit Fernseher und einigen Helmen als Schmuck eingerichtet hat.

Am Sonntag aber ist Eggerstedt nicht allein vor dem Fernsehschirm, sondern mit 200 Gleichgesinnten am Ramskamp. Bleibt noch die Frage nach dem Favoriten in seiner persönlichen „Traumpaarung“ zwischen den Seattle Seahawks und den New England Patriots: Er setze auf einen Sieg der Patriots mit 14 Punkten Vorsprung – wenn deren Quarterback Tom Brady durchhält und von seinem deutschen Tackle Sebastian Vollmer in der Offensive Line gut beschützt wird.



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