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Fussball-Oberliga : HR besteht die Reifeprüfung

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fußball: SV Halstenbek-Rellingen sieht in Altona lange wie der Verlierer aus, spielt aber noch 2:2

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Ümit Karakaya strich sich nach den 90 Minuten erschöpft durch die Haare. Sollte sich der Mittelfeldregisseur des Fußball-Oberligisten SV Halstenbek-Rellingen nun über das 2:2 seines Teams bei Altona 93 freuen oder ärgern?

„Unglaublich“, so der 19-Jährige auf dem Rasen der Adolf-Jäger-Kampfbahn, „die erste halbe Stunde haben wir komplett verschlafen, sahen schon wie der sichere Verlierer aus – und am Ende hätten wir hier sogar noch gewinnen können“, haderte Karakaya mit dem kuriosen Spiel vor 1 126 Zuschauern. War es die regionalligareife Kulisse, die den ungeschlagenen Tabellenführer in der Anfangsphase in Altona lähmte? „Klar, so oft spielen wir nicht vor so viel Publikum, da braucht man etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen“, räumte Karakaya ein.

Da nutzten auch die warnenden Worte von HR-Trainer Thomas Bliemeister vor der Partie nichts, seine junge Mannschaft zeigte sich beeindruckt, was Altona mit einem starken Start ausnutzte – die Konsequenz: die Hausherren führten schon nach 18 Minuten mit 2:0 (Tore: Carallo und Körner).

Wie sehr HR Schwierigkeiten hatte, sein erfolgreiches Spiel der vergangenen Wochen aufzuziehen, zeigte allein die Tatsache, dass die stärkste Offensive der Liga in Halbzeit eins nur einen Torschuss (43.) zustande brachte. „Unser Trainer hat uns dann in der Pause gesagt, dass wir Ruhe bewahren und weiter an uns glauben sollen“, verriet Karakaya. Gesagt getan. HR kam in Durchgang zwei viel besser ins Spiel, profitierte dabei aber auch von der Passivität des Gegners, der das 2:0 lediglich verwaltete – und von dessen eigener Doofheit. Denn der eingewechselte Jorge Hernandez ließ sich in Minute 77 zu einer Tätlichkeit gegen den Halstenbeker Yannick Sottorf hinreißen. „Er hat mir den Finger ins Auge gesteckt, da ging ich zu Boden“, erklärte Sottorf die Szene, die HR zurück ins Spiel brachte.

Bliemeister wechselte offensiv, was belohnt wurde: Mit einem Traumtor aus 25 Metern sorgte erst Niklas Siebert für den Anschluss (79.), kurz vor Schluss war dann Torjäger Jan-Marc Schneider nach einer Flanke Sottorfs im Strafraum mit dem langen Bein zur Stelle – das 2:2 (87.). Sogar das 3:2 für HR lag noch in der Luft. „Aufgrund der zweiten Hälfte hatten wir schon den Anspruch zu gewinnen, so HR-Manager Detlef Kebbe, Karakaya relativierte leicht: „Ein Sieg wäre drin gewesen, weil wir nie aufgegeben haben, aber mit dem Punkt können wir nach einem 0:2-Rückstand beim Spitzenteam Altona gut leben.“

Die junge HR-Mannschaft hat ihre nächste Reifeprüfung bestanden und bleibt weiter ungeschlagen. Ihr letztes Ligaspiel verloren die Baumschuler am 24. Mai, dem letzten Spieltag der zurückliegenden Saison, mit 3:5 in Elmshorn. Dort müssen der gebürtige Elmshorner Karakaya und seine Teamkollegen am kommenden Freitag (19.30 Uhr) antreten – und wollen möglichst Revanche nehmen für die letzte Niederlage, die sie in der Oberliga kassiert haben.

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